Umwelt

Umweltverträgliches Wirtschaften ist zentraler Bestandteil der unternehmerischen Strategie von ALTANA. Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch an allen Standorten und in allen Bereichen kontinuierlich zu senken. Auch in anderen umweltrelevanten Bereichen, beispielsweise beim Abfall und beim Verbrauch von Trinkwasser, setzen wir diesen Anspruch um.

Verbesserungen in der Umweltperformance

Die ALTANA Gruppe misst den Fortschritt im Bereich Umweltschutz mithilfe spezifischer Kennzahlen. Neben den absoluten Werten werden die Zahlen in Bezug zur Menge der hergestellten Fertigwaren gesetzt. Für den Energieverbrauch, den Wasserverbrauch und die Abfallmengen bezogen auf die Menge der hergestellten Fertigwaren legt ALTANA jährlich Obergrenzen fest. Die Entwicklung dieser Kennzahlen ist im Dokument „Zahlen und Fakten zur Nachhaltigkeit 2023“ veröffentlicht.

Der Energieverbrauch der ALTANA Gruppe verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 auf 611.843 Megawattstunden im Vergleich zu 680.948 Megawattstunden im Vorjahr, begründet durch den weiteren Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung und die daraus resultierende schwache Nachfrage. So sank die Menge an produzierten Fertigwaren von 566.929 Tonnen (2022) auf 516.379 Tonnen (2023). Unter anderem aufgrund der Wirksamkeit der zur Steigerung der Energieeffizienz durchgeführten Maßnahmen sank der spezifische Energieverbrauch gruppenweit von 1,20 MWh pro Tonne produzierter Fertigwaren (2022) auf 1,18 MWh (2023). Daraus ergaben sich unter Berücksichtigung weiterer Treibhausgase wie z. B. Distickstoffmonoxid (N2O) insgesamt 77.769 Tonnen CO2­-Äquivalente, wovon 76.393 Tonnen CO2-­Äquivalente zu Scope 1 zählen. Die Treibhausgasemissionen sanken hierbei mit rund 16 % gegenüber dem Vorjahr stärker als die Menge an produzierten Fertigwaren. Zusätzlich entfielen auf die biogenen Treibhausgasemissionen 533 Tonnen CO2-­Äquivalente.

ALTANA bezieht seit dem Jahr 2020 weltweit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Darüber hinaus setzt die ALTANA Gruppe bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf mehr Energieeffizienz und neue Technologien. Neben der Fokussierung auf die Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, investiert ALTANA auch in zertifizierte Klimaschutzprojekte. Bei der Auswahl der Projekte achten wir darauf, dass sie nach international anerkannten Standards wie z. B. dem Verified Carbon Standard (VCS) zertifiziert sind und auch zu ausgewählten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen beitragen.

Im Berichtsjahr kompensierte ALTANA freiwillig 44.600 Tonnen CO2-­Äquivalente. Diese Menge entspricht rund 58 % der in Scope 1 verursachten Treibhausgasemissionen.

Analog zu dem beschriebenen Mengenrückgang an produzierter Fertigware sank die Menge gefährlicher Abfälle im Berichtszeitraum von 19.923 Tonnen im Vorjahr auf 16.988 Tonnen. Die Kennzahl bezogen auf die Menge produzierter Fertigwaren ist leicht gesunken von 35,1 kg / t auf 32,9 kg / t. Die Menge an ungefährlichen Abfällen sank ebenfalls von 10.022 Tonnen auf 8.660 Tonnen. Die Kennzahl bezogen auf produzierte Fertigwaren verringerte sich von 17,7 kg / t auf 16,8 kg / t. Die Gründe für die verbesserte Abfallmengenbilanz liegen unter anderem in der reduzierten Entsorgung von veralteten Restbeständen an mehreren Standorten (Details finden sich im Dokument „Zahlen und Fakten zur Nachhaltigkeit 2023“).

Der Verbrauch an Trinkwasser sank von 1,34 Mio. Kubikmeter im Vorjahr auf 1,18 Mio. Kubikmeter im Berichtsjahr. Die daraus abgeleitete Kennzahl auf Basis der Menge an produzierten Fertigwaren sank auf 2,28 m³ / t (Vorjahr: 2,36 m³ / t). Unter anderem ist dies auf die Reparatur von Leckagen und technischen Defekten zurückzuführen.

Insgesamt wurden 530.065 Tonnen Rohstoffe benötigt. Davon entfielen 342.347 Tonnen auf fossile Rohstoffe, 24.284 Tonnen auf erneuerbare Rohstoffe, 119.010 Tonnen auf nicht-fossile und nicht-­erneuerbare Rohstoffe sowie 44.425 Tonnen auf Wasser. Detaillierte Angaben zum Ressourcen­ und Energieverbrauch von ALTANA (differenziert nach Strom, Erdgas und Öl) sowie die Umweltkennzahlen finden sich unter www.altana.de/zahlen_fakten_nachhaltigkeit_2023.

Im Berichtsjahr 2023 erfüllten 88 % der Produktionsstandorte der ALTANA Gruppe den ISO 14001 Standard für Umweltmanagement. Neue Standorte, die noch nicht nach ISO 14001 zertifiziert sind, haben dafür drei Jahre Zeit. Diese Standorte sind aber schon in der Gesamtzahl der Produktionsstandorte enthalten. Elf Standorte verfügen darüber hinaus über eine Zertifizierung ihres Energiemanagements nach ISO 50001.

Klimastrategie konsequent weiterverfolgt

ALTANA hat sich das Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2025 genauso viele CO2­-Äquivalente freiwillig zu kompensieren, wie das Unternehmen in Scope 1, Scope 2 und ausgewählten Kategorien von Scope 3 (Kategorien 4, 6 und 8) erzeugt. In der Betrachtung enthalten sind sowohl Treibhausgasemissionen, die aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern, vor allem Erdgas, entstehen, als auch solche, die durch chemische Reaktion in Produktionsprozessen anfallen (Scope 1). Zusätzlich gehören die indirekten Treibhausgasemissionen durch den Bezug von Energie insbesondere in Form von Strom und Dampf (Scope 2) dazu. Darüber hinaus beinhaltet die kompensierte Menge ab 2025 auch die durch notwendige Geschäftsreisen, Dienstwagen und Warentransporte entstehenden Treibhausgasemissionen. Dieser freiwillige Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels wird nicht mit den erzeugten Emissionen saldiert. Das Vorgehen entspricht aber den Best Practice­Empfehlungen von SBTi (Science Based Target Initiative) für Unterstützungsmaßnahmen auf dem Pfad zur Dekarbonisierung. Damit trägt ALTANA zu dem auf der UN­Klimaschutzkonferenz im Jahr 2015 in Paris verabschiedeten und im Jahr 2021 in Glasgow bestätigten Klimaziel bei, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Im Berichtszeitraum hat ALTANA seine Klimaschutzziele konsequent verfolgt und die Energietransformation weiter vorangetrieben. Hierzu tragen alle Standorte bei. Um den Energieverbrauch zu optimieren, wurden Betriebsprozesse überprüft und Anlagen und Maschinen identifiziert, die zeitweise abgeschaltet werden bzw. in einem reduzierten Betriebszustand laufen können, ohne die betrieblichen Abläufe und die Sicherheit zu beeinträchtigen. Hierzu arbeiten an den Standorten Energieteams interdisziplinär zusammen und tauschen ihre Erkenntnisse geschäftsbereichsübergreifend miteinander aus. So wurde auch in diesem Jahr der Betrieb von Lüftungsanlagen und Beleuchtungssystemen an verschiedenen Standorten optimiert. Modernste Energieüberwachungs-­ und Energiemanagementsysteme unterstützen die Energieteams dabei, unnötige Verbräuche zu identifizieren. Auch optimierte Herstellprozesse können zur Energieeffizienz beitragen. Mit dem ALTANA Excellence Programm werden solche Anpassungen systematisch erarbeitet und umgesetzt. Allein die im Folgenden auszugsweise geschilderten Effizienzmaßnahmen haben zu einer Energiereduktion von mehr als 10.350 MWh pro Jahr beigetragen.

Im Berichtsjahr konnten innerhalb des Konzerns Produktionsschritte und Materialflüsse sowie Versorgungseinrichtungen verbessert werden. Bei dieser Optimierung treten häufig kombinierte Einspareffekte bei gleichbleibender Produkt- und Versorgungsqualität auf. ECKART hat am Standort in Güntersthal ältere Kugelmühlen kleinerer Bauart durch eine größere neue ersetzt, Pumpen und Filtrationsanlagen modernisiert und Filtrat­-Lösemittel­-Leitungen erneuert, sodass das Filtrat ohne Pumpen gefördert wird. Des Weiteren konnte die Materialeffizienz in bestehenden Aggregaten weiter gesteigert werden. Die so erzielte Material­ und Energieeffizienz bewirkt zukünftig Einsparungen von mehr als 100 MWh pro Jahr an elektrischer Energie. Am ECKART Standort in Wackersdorf wurden Reinigungsintervalle an Filteranlagen optimiert, wodurch Druckluft und somit zukünftig mehr als 17 MWh an elektrischer Energie eingespart werden. Die Optimierung von Abwasserreinigungsanlagen bei ELANTAS in Ankleshwar hat auch einen kombinierten Einspareffekt zur Folge. Durch ein verbessertes Verfahren bei gleichzeitiger Optimierung der Materialflüsse konnte die Pumpleistung reduziert und Wasser eingespart werden. ELANTAS hat an den Standorten in Tongling und in Pimpri durch Skalierungseffekte Prozesszeiten verkürzt und so Energie eingespart. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch BYK am Standort in Wallingford.

Verbesserungen erzielte der Konzern auch im Bereich der Heiz­ und Kühlsysteme. So hat ECKART am Standort Hartenstein in Deutschland eine Wärmerückgewinnung in einer Kompressoranlage eingebaut. Die anfallende Wärme wird nun im Winter in die Gebäudeheizung eingespeist. Der BYK Standort in Widnes hat die Heizungsanlage für die Bürogebäude optimiert und modernisiert. Hierdurch können 175 MWh Energie und 32 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Am Standort in Gonzales wurde eine Wärmerückgewinnungsanlage in einem Abgasstrom einer thermischen Reinigungsanlage eingebaut. Dadurch konnte die Abgastemperatur gesenkt werden. Zudem wird das Frischwasser für den naheliegenden Dampferzeuger vorgewärmt. Das ermöglicht jährliche Einsparungen von 1.100 MWh Energie und 220 Tonnen CO2. Ein ähnliches Prinzip hat BYK am Standort in Louisville realisiert. Hier wird zukünftig noch nutzbare Energie in einem Abwasserstrom mittels Wärmetauscher für eine Gebäudeheizung zur Verfügung gestellt.

Einen weiteren wichtigen Beitrag liefert die Umstellung der vorhandenen Beleuchtungssysteme auf energieeffizientere Alternativen, zum Beispiel LED. Neben den regulären Wartungsmaßnahmen wurden erneut an unterschiedlichen Standorten der vier Geschäftsbereiche entsprechende Projekte durchgeführt, um LED­Beleuchtungen im größeren Maßstab einzubauen. In Summe können durch diese Maßnahmen mehr als 21 MWh Strom pro Jahr gespart werden. Ein dezidiertes Projekt zum Austausch von alten Leuchtmitteln gegen LED wurde bei ELANTAS in Hamburg mit einer Gesamteinsparung von bis zu 70 MWh pro Jahr gestartet. Die Umsetzung wird erst 2024 finalisiert, aber ein Großteil konnte bereits im Berichtsjahr ersetzt werden.

Zusätzlich achten die Geschäftsbereiche bei der Anschaffung von neuen Maschinen und Geräten in besonderem Maße auf die Energieeffizienz. Beispielsweise führt der Wechsel eines Extruder Motors bei BYK am Standort Earth City zu einer Einsparung von 50 MWh pro Jahr. Der Einbau von Energieeffizienzmotoren im Rahmen der kontinuierlichen Instandhaltung ist generell eine Vorgabe bei ALTANA. Darauf aufbauend wurden bei der Instandhaltung am ELANTAS Standort in Ankleshwar Pumpen, Kompressoren und Motoren modernisiert und energieeffizient ausgeführt. Zusätzlich fördern längerfristige Programme den systematischen Austausch. Diese laufen bereits seit 2018 beispielsweise bei ELANTAS an den Standorten Ascoli und Quattordio in Italien, Ankleshwar in Indien oder Hamburg in Deutschland. In Summe konnten bereits mehr als 100 MWh pro Jahr eingespart werden.

Weitere Optimierungen und Modernisierungen bei der Drucklufterzeugung an einigen ALTANA Standorten trugen dazu bei, weltweit Verbesserungen zu erzielen. Hierzu gehört auch die Suche und Beseitigung von Druckluftleckagen wie zum Beispiel bei ELANTAS am Standort in Quattordio, wodurch eine Einsparung von mehr als 50 MWh pro Jahr erwartet wird. ECKART hat am Standort in Vétroz durch die Modernisierung der Kompressoranlagen rund 530 MWh und durch den optimierten Betrieb der Kompressoranlage in Wackersdorf und den Einbau eines modernen Kältetrockners 290 MWh pro Jahr eingespart.

Für die Nachbehandlung von Emissionen bei Produktionsprozessen werden an verschiedenen Standorten der ALTANA Gruppe Anlagen zur thermischen Nachverbrennung unter Einsatz von Erdgas betrieben. ACTEGA hat im Berichtsjahr am Standort Grevenbroich erfolgreich auf eine katalytische Abluftreinigung umgestellt, wodurch pro Jahr 3.700 MWh an Erdgas und somit rund 750 Tonnen CO2­-Äquivalente an Treibhausgasemissionen vermieden werden. ELANTAS und BYK prüfen an mehreren Standorten ebenfalls, ob die vorhandenen thermischen Nachverbrennungen durch alternative Systeme ersetzt werden können. Auch bei ELANTAS am Standort in Hamburg konnte auf eine neue Abluftreinigungsanlage auf Basis von Aktivkohle umgestellt werden. Hierdurch werden jährlich 3.100 MWh an Erdgas und somit 700 Tonnen CO2­-Äquivalente eingespart.

Um die indirekten Treibhausgasemissionen durch den Bezug von Energie, insbesondere in Form von Strom, zu senken, kauft ALTANA bevorzugt Grünstrom direkt bei lokalen Anbietern ein. In den Fällen, in denen Standorte aktuell keinen zertifizierten Grünstrom direkt vom lokalen Stromanbieter beziehen können, werden sogenannte Herkunftszertifikate für Strom aus erneuerbaren Quellen gemäß den anerkannten Qualitätsstandards (zum Beispiel CoO für Europa, IREC für China und GREEN­E für die USA) erworben. 2023 betrug die Menge 221.533 MWh.

Parallel arbeitet ALTANA intensiv an weiteren Möglichkeiten, zum Beispiel dem Direktbezug aus nachhaltigen Energiegewinnungsanlagen. Im Berichtsjahr hat die ALTANA Gruppe Grünstrom aus deutschen Wind­ und Solaranlagen bezogen, welcher für die Jahre 2024 bis 2027 bereits im Vorjahr abgeschlossen wurde. Hierdurch wird ca. 50 % des Strombedarfs der ALTANA Standorte in Deutschland abgedeckt werden. Auch international hat die Gruppe im Berichtsjahr die Möglichkeiten des Direktbezugs von Grünstrom analysiert und nach Möglichkeit umgesetzt. Gleichzeitig erzeugen sieben Standorte bereits selbst Energie aus erneuerbaren Quellen. ELANTAS betreibt in Ascoli, Collecchio und in Pune Photovoltaik (PV)­ Anlagen mit einer installierten Leistung von 1,24 GWP (Giga Watt Peak), ACTEGA an den Standorten Vigo und Bremen mit 1,08 GWP sowie BYK in Deventer und Schanghai mit 0,51 GWP. Zusätzlich installierte die ALTANA Gruppe im Berichtsjahr weitere PV-­Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1 GWP an verschiedenen Standorten, welche 2024 in Betrieb genommen werden. Weitere PV-­Installationsmöglichkeiten werden zudem geprüft.
ECKART in Hartenstein gewinnt zusätzlich Strom aus einem Wasserkraftgenerator und BYK in Denekamp verwendet Biogas zur Energieerzeugung. Insgesamt nutzt ALTANA bereits 1.850 MWh / Jahr aus eigener Photovoltaik. Außerdem können durch den Bezug von Biogas am Standort in Denekamp 2.711 MWh an fossilem Erdgas eingespart werden.

Damit die Produktions­, Labor­ und Verwaltungsgebäude effizient beheizt und gekühlt werden können, müssen diese zum Teil auch energetisch saniert und erneuert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Erneuerung der Isolationsfenster und die Modernisierung der Klimaanlage bei ELANTAS am Standort in Collechio. Am BYK Standort in Moosburg wurde ebenfalls in effizientere Klimageräte investiert, die gleichzeitig auch heizen können. Das reduziert den Stromverbrauch der alten elektrischen Heizkörper und steigert somit die Energieeffizienz durch die Nutzung von Wärmepumpen weiter.

Auch beim Transport von Rohstoffen und Fertigwaren ist es wichtig, besonders effizient mit den fossilen Energieträgern umzugehen. Um unnötige Scope 3­ Emissionen zu vermeiden, hat ECKART am Standort Hartenstein in Deutschland die Planungsprozesse derart verbessert, dass der Luftfrachtanteil verringert werden konnte. Am Standort in Vétroz in der Schweiz wurde der Transport des Zinkmetall­Rohstoffs auf die Schiene verlegt. Durch die Nutzung der Bahn als Transportmittel konnten rund 261 Tonnen CO2­-Äquivalente vermieden werden. ELANTAS errichtete am Standort in Hamburg Lademöglichkeiten für Elektroautos, und auch ALTANA erweiterte in Wesel die Ladesäuleninfrastruktur. Somit leistet die Unternehmensgruppe einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Emissionen im Verkehrssektor. Zusätzlich wechselte ELANTAS an den Standorten in Ascoli, St. Louis und Olean sowie BYK in Widnes bestehende Diesel­ und Gas­Gabelstapler durch elektrisch betriebene aus.

Entwicklung von langfristigen CO2 Reduktionszielen im Rahmen der Keep Changing Agenda

Über die zuvor berichteten spezifischen Kennzahlen hinaus möchte der ALTANA Konzern seine Klimaschutzstrategie noch weiter konkretisieren und verfeinern. Zu diesem Zweck wurden vier geschäftsbereichsübergreifende Handlungsfelder definiert und im Berichtsjahr gestartet. Diese haben u. a. das Ziel, den CO2­-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette weiter zu senken. Zudem sollen sowohl kurzfristige als auch langfristige absolute Ziele für die CO2­-Emissionen der ALTANA Gruppe definiert werden, die in einem zweiten Schritt anhand wissenschaftlicher Methoden zu validieren sind.

Unterstützt wird dies auch durch die Beteiligung an Nachhaltigkeitsnetzwerken und Kooperationen mit Hochschulen.

Die Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare stellt für ALTANA eine wichtige Säule auf dem Weg zur Dekarbonisierung dar. Der bereits im vergangenen Jahr aufgestellte Fahrplan zur Energietransformation wurde von den einzelnen Standorten noch weiter konkretisiert. Ziel ist der stufenweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern, auch bei gleichzeitig wachsenden Produktionsmengen.

Hierzu werden die einzelnen Verbräuche an den Standorten identifiziert und die Energietransformation durch konkrete Projekte vorangetrieben.

Schwerpunkte waren im Jahr 2023 zum Beispiel die Erarbeitung von alternativen Beheizungskonzepten für Gebäude an den BYK Standorten Kempen und Wesel sowie für ECKART in Hartenstein. Hierbei wurde Geothermie im Zusammenspiel mit Prozessabwärme und Wärmepumpen genauer untersucht. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auch auf der Erzeugung von Prozesswärme. Dabei wird insbesondere bei den Verbrennungsprozessen evaluiert, inwieweit sie durch elektrische Verfahren wie direkte Beheizung oder mittels Wärmepumpen ersetzt oder mit alternativen erneuerbaren Brennstoffen betrieben werden können – beispielsweise durch die Verwendung von nachhaltig erzeugtem Biogas und Hackschnitzeln.

Verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser

Wasser spielt in vielen Produktionsvorgängen bei ALTANA eine wichtige Rolle. Daher unternimmt der Spezialchemiekonzern vielfältige Anstrengungen, mit dieser Ressource schonend umzugehen. Wasser wird in der chemischen Industrie als Rohstoff, als Reinigungsmittel und als Kühlmittel eingesetzt. Ziel von ALTANA ist es, den Wasserverbrauch so gering wie möglich zu halten und die Ressource als Kühlmedium in geschlossenen Kreisläufen zu nutzen.

Im Berichtsjahr konnten wir den Wasserverbrauch an mehreren Standorten deutlich senken, wobei aber die häufig herrschende Trockenheit und die hohen Lufttemperaturen den Bedarf an Kühlwasser zum Teil stark erhöht haben. Am BYK Standort in Schkopau wurden pH­-Sonden zur Überwachung der Einhaltung der Einleitungsbedingungen und zur besseren Kontrolle der Wassernutzung installiert. ECKART optimierte am deutschen Standort in Hartenstein die Kühlwassernetze weiter. Hier konnte für 14 Aggregate die Kühlung von offenen Kreisläufen mit Kühltürmen auf geschlossene Kühlkreisläufe umgestellt werden. Durch Installation einer Umkehrosmoseanlage am Standort Ankleshwar in Indien spart ELANTAS rund 11.000 m³ / Jahr Abwasser ein. Das Abwasser wurde früher vor der Einleitung ins Meer behandelt. Durch die neue Anlage wird das Abwasser so aufbereitet, dass es nun als Frischwasser für Prozessanwendungen verwendbar ist. Auch der Produktionsstandort von BYK in Gonzales, USA, konnte seine bestehende Umkehrosmoseanlage verbessern und deren Effizienz weiter steigern

Optimierung des Abfallmanagements

Im Zuge von chemischen Prozessen fallen Abfälle und Abwasser an. Betroffen sind im Wesentlichen die Produktionsstandorte. Ziel von ALTANA ist es, Abwasser und Abfälle zu vermeiden oder zu reduzieren und damit die negativen Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt zu minimieren, unter anderem durch die Verwendung geeigneter Roh- und Reinigungsstoffe.

Die ALTANA Geschäftsbereiche konnten an zahlreichen Standorten die Abfallmengen durch Recycling verringern.
BYK konnte am Standort Kempen durch die Optimierung der Abfallzusammensetzung rund 83 Tonnen CO2-­Äquivalente einsparen. Zusätzlich wird ein Nebenprodukt derart aufbereitet, dass es nun als Rohstoff außerhalb der ALTANA Gruppe wieder eingesetzt werden kann. Zudem wurde eine Silanverbindung aus einem Abfallstrom gewonnen; diese kann somit wieder als Rohstoff in der Produktion eingesetzt werden. Hierdurch werden Kosten gespart, Abfall vermieden und der CO2­-Fußabdruck durch direktes Recycling um weitere 360 Tonnen gesenkt. ECKART etablierte in Hartenstein ebenfalls Verfahren, um Rohstoffe aus Abfallströmen abzutrennen, damit diese nun intern thermisch verwendet werden können. Bei ELANTAS am Standort in Hamburg und bei BYK am Standort Deventer konnte der Recyclinganteil an Haus- und Gewerbemüll weiter gesteigert werden. In der Vergangenheit wurden Abfälle mit hohem Energiegehalt entsorgt, ohne die darin enthaltene Energie zu nutzen. ELANTAS in Ankleshwar hat einen solchen Abfallstoff nun zur thermischen Nutzung in der Zementindustrie etabliert, wodurch nun Energie und CO2­-Emissionen in entsprechenden Herstellungsprozessen eingespart werden.

Weitere Maßnahmen an verschiedenen Standorten der vier Geschäftsbereiche beinhalten die Reduktion von Produktionsverlusten und die Wiederverwendung von Kleingebinden und IBC­-Flüssigkeitscontainern.

Emissionen weiter verringert – Biodiversität gefördert

Neben den Treibhausgasen können sich auch andere Emissionen negativ auf die Umwelt und Menschen auswirken. In diesem Kontext sind insbesondere die flüchtigen organischen Verbindungen zu nennen, die als „VOC“ (Volatile Organic Compounds) bezeichnet werden. Ziel von ALTANA ist es, diese Emissionen auch zukünftig so gering wie möglich zu halten. Um dies zu erreichen, stehen an vielen Standorten bereits verschiedene technische Möglichkeiten zur Verfügung. Im Berichtsjahr wurden weitere Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen realisiert. ELANTAS errichtete am chinesischen Standort Tongling eine neue Abgasreinigungsanlage mit Aktivkohle-­Filtern im Bereich der Lagertanks. Durch Befüllvorgänge wird die Schutzatmosphäre verdrängt, die dann mittels Rohrleitungen erfasst und der Filteranlage zugeführt wird. Generell wurden an verschiedenen Standorten der Geschäftsbereiche Anlagen modifiziert, um Füll- und Mischvorgänge in geschlossenen Systemen vorzunehmen. ECKART ersetzte in Schererville (USA) beispielhaft einen offenen Mischkessel durch einen geschlossenen, und bei ELANTAS in Ascoli werden nun Rohstoffe in Tanks gelagert, um das Handhaben von Fässern abzulösen. Hierdurch werden Verpackungsmüll und VOC vermieden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch besser geschützt. Natürlich ist es am effizientesten, wenn VOC gar nicht erst entstehen. Zu diesem Zweck wurde im Bereich der Forschung und Entwicklung in einer wasserbasierten Versuchsanlage am BYK Standort in Schanghai eine Produktentwicklung gestartet. Das Ziel: VOC­-freie Produkte herzustellen.

Neben der Verringerung der Mengen an VOC steht bei ALTANA auch die stetige Verbesserung der Geräuschemissionen im Fokus. So gelang es BYK am britischen Standort in Widnes, ein umfangreiches Programm zur Geräuschreduktion bei der Katalysator-­Herstellung abzuschließen.

Bei ALTANA werden weiterführende Maßnahmen zum Erhalt der Natur ergriffen. Die Unternehmensgruppe geht bewusst mit der Erschließung von Flächen um. Freie Flächen werden im Rahmen der Möglichkeiten möglichst natürlich gehalten. Beim BYK Standort in Wesel wurde auf der Grünfläche vor einem Bürogebäude eine neue Blumenwiese angelegt und bei ELANTAS in Hamburg ein Hummelhotel auf einer Freifläche errichtet. Maßnahmen, die auch dazu beitragen das Umweltbewusstsein im Allgemeinen zu verbessern.