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Innovation
Als Unternehmen der Spezialchemie setzt ALTANA auf Innovationen, um unseren Kunden neue, wettbewerbsfähige Lösungen zu bieten und dabei aktuelle Anforderungen hinsichtlich Leistungsprofil, Kosten, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Dank der engen Kooperation mit unseren Kunden gelingt es uns, globale Technologietrends frühzeitig zu erkennen und umgehend in neue Entwicklungsfelder eingebunden zu werden. So können maßgeschneiderte Lösungen schnell und zuverlässig entwickelt werden. Deshalb bauen wir einerseits auf bestehenden Kompetenzen auf und eignen uns andererseits neue Fähigkeiten an, um so unser Produktportfolio kontinuierlich den Markt- und Kundenbedürfnissen anzupassen. Ein großes Potenzial besteht darüber hinaus in der geschäftsbereichsübergreifenden Kombination unserer Kompetenzen, um auf diesem Weg schneller und effizienter innovative Lösungen im Markt zu etablieren. Unseren Teams in Forschung und Entwicklung stehen dafür in den Laboren moderne Analytikmethoden sowie anwendungstechnische Prüflabore zur Verfügung. Zahlreiche Auszeichnungen durch unsere Kunden unterstreichen unseren Erfolg als innovativer Lösungsanbieter.
Zusätzlich zu den Aktivitäten in den Geschäftsbereichen werden auf ALTANA Ebene ausgewählte Innovationen initiiert und koordiniert, die neue Geschäftsfelder erschließen sollen und dabei Technologie- und Markttrends aufnehmen. Die Basis für diese Innovationen sind die starken Kompetenzen der Geschäftsbereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Synergien, die sich zwischen den Bereichen ergeben. Für die Gestaltung neuer Innovationsbereiche nutzen wir unterschiedliche, sich aber thematisch ergänzende Herangehensweisen: das ALTANA Institute, unsere Technologieplattformen, Corporate Venturing und zusätzliche innovative Wachstumsfelder.
Mithilfe des ALTANA Institute werden externe Netzwerke und enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten weltweit genutzt, um Impulse von außen für unsere Entwicklung zu erhalten. Hier kooperieren wir im Bereich der Grundlagenforschung auf Themengebieten, die das Fundament für weitere, stärker anwendungsorientierte interne Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bilden. Abgeschlossene Projekte werden per Technologietransfer in unsere Geschäftsbereiche übergeben. Im Jahr 2025 konnten zwei neue Projekte gestartet werden. Die bestehende strategische Partnerschaft mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde mit einem weiteren Projekt verstärkt. Zusätzlich wurde erstmals im ALTANA Institute ein Projekt an der Schnittstelle zwischen Künstlicher Intelligenz und Materialforschung unter Nutzung von „Large Language Models“ (LLM) gestartet und dazu eine Kooperation mit der Universität Bayreuth aufgebaut. Die bestehende Forschungskooperation mit der TU Graz, Österreich, wurde intensiviert.
Im Rahmen der Technologieplattform „Cubic Ink“ standardisierten und komplettierten wir die entsprechenden Produktportfolios sowohl für den Inkjet-Bereich als auch für die VAT-Polymerisation. Mit einem 2024 akquirierten Großauftrag konnte ALTANA Umsatz- und Auftragsvolumen sowohl für das Berichtsjahr als auch für das kommende Jahr sichern. Neben den Produkten für den Bereich der Dentalmedizin präsentierten wir bei der Formnext, der internationalen Leitmesse für additive Fertigung und moderne Produktionstechnologien, im Berichtsjahr zusätzlich Materialien für den Einsatz im Formenbau des Spritzgusses.
Für die in den Geschäftsbereich ELANTAS integrierte Technologieplattform „Printed Electronics“ wurde zusätzliches Neugeschäft generiert und die Projektpipeline weiter gefüllt.
Die Technologieplattform „Heliosonic“ hat in den vergangenen Jahren die Kommerzialisierung der weltweit ersten düsenlosen Tintenstrahl-Digitaldrucktechnologie vorangetrieben. Während des Entwicklungsprozesses zeigte sich, dass die Absatzmärkte andere sind als ursprünglich angenommen. Mit unseren Produkten ließ sich hier kein profitables Geschäft generieren und es wurde daher entschieden, das Geschäft der „Heliosonic“ nicht fortzuführen.
Durch die enge Kooperation zwischen den Bereichen Corporate Innovation und Corporate Venturing kann ALTANA kontinuierlich Technologie- und Marktpotenziale prüfen und mittels gezielter Beteiligungen an innovativen Technologieunternehmen in neue attraktive Märkte einsteigen. In diesem Zusammenhang hat ALTANA im Geschäftsjahr 2025 in einen Fond investiert, über den auch in China vermehrt strategische Kooperationsmöglichkeiten mit Start-ups identifiziert werden können.
Um wachstumsstarkes und profitables Neugeschäft zu entwickeln, initiierten wir im Jahr 2024 ein Wachstumsfeld im Bereich Wasserstoffwirtschaft. Dazu wurde inzwischen ein neues Labor in Shanghai unter dem Dach von BYK in Betrieb genommen, Personal rekrutiert und eingearbeitet.
Grundlage für unsere Innovationskraft ist eine offene und dynamische Unternehmenskultur, die weltweit 1.281 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren Freiraum für kreatives und unternehmerisches Handeln gibt. Die Ausstattung in unseren Entwicklungszentren ermöglicht unseren Beschäftigten, ihre Ideen in marktreife Lösungen umzusetzen. Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Vergleich zum Vorjahr (213,2 Mio. € ) um 2,5 Mio. € auf 215,7 Mio. € gestiegen. Der Anstieg des Umsatzanteils der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf 7,0 % (Vorjahr: 6,7 %) ist im Wesentlichen auf den nominalen Rückgang des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Generell stehen unsere Aufwendungen in Verbindung mit dem Erreichen wichtiger Meilensteine, der Umsetzung individueller Kundenwünsche in künftige, innovative Produkte und der langfristigen Ausrichtung unserer Innovationsaktivitäten.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Zum Jahresende 2025 beschäftigten die Gesellschaften der ALTANA Gruppe weltweit 8.176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 8.382). Der Rückgang um 206 Personen beziehungsweise 2 % gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf Veräußerungen von übernommenen Geschäftsaktivitäten im Rahmen der Integration der in den Jahren 2023 und 2024 erfolgten Akquisitionen der Unternehmensgruppen Von Roll und Silberline zurückzuführen.
Im Geschäftsbereich BYK erhöhte sich die Beschäftigtenzahl 2025 um 96 auf insgesamt 2.688 Personen (Vorjahr: 2.592). Der Anstieg an Beschäftigten betraf im Wesentlichen die Funktionsbereiche Marketing und Vertrieb sowie Produktion.
Bei ECKART sank die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Laufe des Jahres 2025 um 78 auf 2.022 Personen (Vorjahr: 2.100). Der Rückgang vollzog sich über alle Funktionsbereiche und ist im Wesentlichen durch Integrationsmaßnahmen im Anschluss an die im Jahr 2024 erfolgte Akquisition der Silberline Gruppe begründet.
Im Geschäftsbereich ELANTAS ging die Beschäftigtenzahl um 257 Personen auf 1.784 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück (Vorjahr: 2.041). Durch den Verkauf von Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Batterieschutz, Verbundwerkstoffe und Drahtisolierungen sank die Beschäftigtenzahl im Wesentlichen im Funktionsbereich Produktion. Die Veräußerungen betrafen insgesamt fünf Gesellschaften der im Jahr 2023 erworbenen Von Roll Gruppe in Deutschland, Großbritannien und Indien.
Bei ACTEGA wuchs die Beschäftigtenzahl im Jahresverlauf 2025 um 31 Personen auf 1.406 (Vorjahr: 1.375). Während im Funktionsbereich Produktion ein Rückgang zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb an.
Bei den Konzernholdinggesellschaften stieg die Gesamtzahl der Beschäftigten im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 2 Personen auf 276 an (Vorjahr 274).
Die funktionale Struktur der Belegschaft veränderte sich im Geschäftsjahr 2025 lediglich geringfügig. Mit jetzt 53 % bzw. 4.331 Personen (Vorjahr: 4.546) sank der Anteil der Beschäftigten in der Produktion, davon um 213 Personen durch die Veräußerungen von Geschäftsaktivitäten im Geschäftsbereich ELANTAS. Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen verminderte sich 2025 um 13 auf 1.281 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.294). Im Bereich Marketing und Vertrieb stieg die Anzahl der Beschäftigten im Jahresverlauf 2025 um insgesamt 59 Personen auf 1.362 Personen (Vorjahr: 1.303). Die Verwaltung umfasste im Berichtsjahr 1.202 Beschäftigte (Vorjahr: 1.239), ein Rückgang um 37 Personen.
In der regionalen Struktur ergaben sich 2025 gegenüber dem Vorjahr geringfügige Verschiebungen von Europa zu Amerika, maßgeblich bedingt durch die Veräußerung der Geschäftsaktivitäten von ELANTAS im Rahmen der Von Roll Integration. Mit 4.995 Personen (Vorjahr: 5.181) ging die Beschäftigtenzahl der europäischen Konzerngesellschaften um 186 Personen zurück, sie stellten aber nach wie vor den weitaus größten Personalanteil. 3.743 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 3.873) waren zum Jahresende in Deutschland beschäftigt, mehrheitlich an den größten Produktions- und Entwicklungsstandorten der Geschäftsbereiche ECKART und BYK in Hartenstein bzw. Wesel. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Amerika stieg zum Jahresende 2025 um 15 auf 1.959 Personen (Vorjahr: 1.944). Die Beschäftigtenzahl der asiatischen Konzerngesellschaften reduzierte sich um 35 Personen von 1.257 Personen im Vorjahr auf 1.222 Personen im Jahr 2025, zurückzuführen auf den Verkauf der Geschäftsaktivitäten der Von Roll India.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 waren 2.171 Frauen und 6.005 Männer in der ALTANA Gruppe beschäftigt. 88 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen zum Bilanzstichtag in einem unbefristeten und 12 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Zum Ende 2025 waren von den weiblichen Beschäftigten 76 % in Vollzeit und 24 % in Teilzeit beschäftigt. Bei den Beschäftigten männlichen Geschlechts lag die Quote der Vollzeitbeschäftigten bei 97 %. Neben den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren zum 31. Dezember 2025 in allen Konzerngesellschaften 158 Leiharbeitskräfte beschäftigt. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 295 ist auf den Verkauf der Von Roll India zurückzuführen, die eine hohe Anzahl von Leiharbeitskräften eingesetzt hatte.
Der Personalbereich von ALTANA fokussierte sich im Berichtsjahr insbesondere auf die Weiterentwicklung einer globalen Unternehmenskultur, aber auch auf die Etablierung unterstützender Prozesse, um dem Wachstum und der internationalen Präsenz von ALTANA gerecht zu werden.
Ein Baustein zur Förderung der globalen Unternehmenskultur ist das „Expert Program“ zur Weiterentwicklung von Fachexperten ohne direkte Führungsverantwortung. Im Berichtsjahr wurde dieses Programm mit Teilnehmergruppen aus Deutschland, Italien, China und Indien international etabliert. ALTANA beschäftigt viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Spezialwissen, die in Projekten und Initiativen interdisziplinär zusammenarbeiten. Es ist von besonderer Bedeutung, diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beispielsweise in den Bereichen Selbstreflexion, fachliche Führung und Konfliktmanagement die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um den bestmöglichen Erfolg zu gewährleisten.
Des Weiteren schlossen im Berichtsjahr insgesamt 37 Talente das internationale bzw. das europaweite Managemententwicklungsprogramm bei ALTANA ab. Im Rahmen der Programme wurden umfassende Kenntnisse in Bereichen wie Mitarbeiterführung, Projektmanagement und Finanzen vermittelt. Mit diesen Entwicklungsmaßnahmen bereitet ALTANA die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf weiterführende Aufgaben vor und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen.
Zur Wahrung des langfristigen Erfolgs des Unternehmens durch Mitarbeiterbindung in Zeiten des Fachkräftemangels und im Einklang mit den Unternehmenswerten Wertschätzung und Offenheit ist ALTANA bestrebt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern berufliche Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten. Das interne Einstellungsverfahren soll Entwicklungsperspektiven aufzeigen und Personen innerhalb der Organisation identifizieren, die neue Herausforderungen annehmen können und wollen. Zur Förderung dieses Vorhabens wurde im Berichtsjahr die interne Recruiting-Richtlinie verabschiedet. Sie ist ein wichtiger Baustein für das Projekt zur Einführung des SAP Success Factors-Moduls für Recruiting in den Gesellschaften von ALTANA, das planmäßig im Jahr 2026 abgeschlossen werden soll.
Umwelt und Sicherheit
Umweltverträgliches Wirtschaften und Arbeitssicherheit sind zentrale Bestandteile der unternehmerischen Strategie von ALTANA. Die ALTANA Gruppe misst den Fortschritt im Bereich Umweltschutz mithilfe spezifischer Kennzahlen, insbesondere den Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 (Scope 2 nach der market-based Methode berechnet), und im Bereich Sicherheit mithilfe von Unfallkennzahlen.
Sicherheit hat bei ALTANA höchste Priorität. Daher ist es unser Ziel, die Anzahl von Unfällen kontinuierlich zu verringern, und idealerweise bei „nahe null“ zu stabilisieren. Mit technischen und organisatorischen Maßnahmen, die jeweils auf die Produktionsbedingungen der Standorte sowie auf die dort geltenden Gesetze und Vorschriften abgestimmt sind, sorgt die ALTANA Gruppe für eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit ihrer Beschäftigten. Die ALTANA Standorte weltweit haben eine eigene Sicherheitsorganisation etabliert, die unter anderem für die Einhaltung aller lokalen Arbeitsschutzvorschriften, Schulungs- und Trainingsmaßnahmen sowie für die Erfassung und Auswertung von Unfällen zuständig ist.
Gruppenweit dient der Work Accident Indicator (WAI) als zentrale Kenngröße, um die Entwicklung der Arbeitssicherheit an allen Standorten anhand der gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen zu erfassen und auszuwerten. Zur besseren Vergleichbarkeit werden drei für ALTANA steuerungsrelevante Kennzahlen definiert: WAI 1 beschreibt die Anzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten von einem Tag oder mehr pro eine Million Arbeitsstunden. WAI 2 umfasst die Anzahl von gemeldeten Arbeitsunfällen mit Ausfallzeiten von mehr als drei Tagen pro eine Million Arbeitsstunden und WAI 3 stellt die Zahl der Ausfalltage (hierbei werden pro Unfall maximal 30 Tage berücksichtigt) aufgrund von gemeldeten Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden dar.
ALTANA ermittelt die Arbeitsstunden auf Basis der geleisteten Ist-Stunden. Sollte eine derartige Erfassung nicht möglich sein, erfolgt eine qualifizierte Schätzung der durchschnittlichen Leistungsstunden. Die Unfälle werden direkt vor Ort aufgenommen und innerhalb von 48 Stunden an einen definierten Personenkreis gemeldet. Quartalsweise werden die gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen in einem globalen IT-System ausgewertet. Im Anschluss stehen die Auswertungen allen Verantwortlichen (wie beispielsweise Vorstand, Geschäftsbereichsleitungen, Geschäftsführungen sowie Fachkräften aus dem Bereich Sustainability & EHSR) zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten legt der ALTANA Vorstand zusammen mit dem Fachbereich Sustainability & EHSR für jedes Jahr Zielwerte für die drei WAI fest.
Für 2025 definierte ALTANA erneut ambitionierte Zielkorridore für alle drei Unfallkennzahlen (WAI 1: 0 bis 2,8; WAI 2: 0 bis 1,9 und WAI 3: 0 bis 35,0) und verdeutlichte damit noch einmal, wie wichtig die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitssicherheit für das Unternehmen ist. ALTANA legte auch Zielkorridore ohne Berücksichtigung von Von Roll und Silberline fest, da diese einen unterschiedlichen Reifegrad ihrer Sicherheitskultur einbrachten. Exklusive der Von Roll Gruppe und der Silberline Gruppe wurden folgende Zielkorridore vereinbart: WAI 1: 0 bis 2,2; WAI 2: 0 bis 1,5 und WAI 3: 0 bis 27,0.
Sowohl unter Einbeziehung der Akquisitionen als auch ohne diese wurden die Zielkorridore für den WAI 1 und den WAI 2 nicht erreicht. Global wurden bei ALTANA 48 Unfälle mit Ausfalltagen gemeldet. Auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden ergaben sich folgende WAI-Werte: WAI 1: 3,4 (Vorjahr: 2,8); WAI 2: 2,2 (Vorjahr: 1,9) und WAI 3: 34,0 (Vorjahr: 35,9). Exklusive der Von Roll Gruppe und der Silberline Gruppe ergaben sich WAI-Werte in Höhe von: WAI 1: 3,5 (Vorjahr: 1,9); WAI 2: 2,1 (Vorjahr: 1,1); WAI 3: 31,2 (Vorjahr: 21,5).
ALTANA hat sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) sowohl kurzfristige als auch langfristige Emissionsreduktionsziele gesetzt: So sollen bis 2032 die Emissionen in Scope 1 und 2 im Vergleich zum Basisjahr 2021 um 50 % reduziert werden. Bis 2040 wiederum sollen 90 % der Treibhausgasemissionen im direkten Einflussbereich von ALTANA, Scope 1 und Scope 2 (Scope 2 nach der market-based Methode berechnet), reduziert werden. Um den Fortschritt im Hinblick auf die Erreichung dieser Ziele zu überwachen, weist ALTANA jedes Jahr neben seinen Scope 1- und 2-Emissionen auch das jährliche Zwischenziel aus, welches gemäß SBTi-Zielpfad erreicht werden muss, um innerhalb des mit den Pariser Klimazielen kompatiblen Treibhausgasbudgets zu bleiben.
ALTANA setzt zur Erreichung dieses Ziels vor allem auf die Erhöhung der Energieeffizienz und die Elektrifizierung von Prozessen und Fahrzeugen. Zur Steigerung der Energieeffizienz legt ALTANA jährliche Reduktionsziele für den Gesamtenergieverbrauch bezogen auf produzierte Fertigwaren fest. Um eine zunehmende Elektrifizierung zu realisieren, beinhaltet die Konzernrichtlinie für Investitionen einen internen CO²-Preis. Mit dem weltweiten Bezug von Grünstrom seit 2020 wurde ein erstes Etappenziel auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erreicht. Für den zugekauften Strom erwirbt ALTANA die gleiche Menge an Herkunftszertifikaten gemäß den anerkannten Qualitätsstandards, z. B. Certificate of Origin (CoO) für Europa, Green-e ® für die USA und International Renewable Energy Certificate (IREC) für China, vor allem durch lokale Grünstromverträge. Hierbei handelt es sich um Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen und dessen Herkunft per Herkunftsnachweis transparent gemacht wird.
Neben der Fokussierung auf die Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette investiert ALTANA auch in zertifizierte Klimaschutzprojekte. Bei der Auswahl der Projekte achten wir darauf, dass sie nach international anerkannten Standards wie z. B. dem Verified Carbon Standard (VCS) zertifiziert sind und auch zu ausgewählten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen beitragen. Zusätzlich betrachten wir intern das so aufgebaute Portfolio in jährlichen Abständen und prüfen, ob es auch weiterhin unseren Anforderungen entspricht. Dieser freiwillige Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels wird nicht mit den erzeugten Emissionen saldiert. Das Vorgehen entspricht aber den Best Practice-Empfehlungen der SBTi für Unterstützungsmaßnahmen auf dem Pfad zur Defossilisierung.
Zur quantitativen Messung der steuerungsrelevanten Kennzahlen für die Treibhausgasemissionen von Scope 1 und Scope 2 nutzt ALTANA ein konzernweites Berichtswesen, das in Übereinstimmung mit dem „Greenhouse Gas Protocol“ aufgestellt ist. Der nicht-finanzielle Konsolidierungskreis entspricht dabei vollständig dem finanziellen Konsolidierungskreis. Für die Erfassung der Emissionen auf Asset‑Ebene wird innerhalb dieses Konsolidierungskreises der operative Kontrollansatz angewendet.
Auf dieser Basis hat ALTANA das bestehende Berichtswesen in den vergangenen Jahren um die Erfassung der indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) erweitert. Im Jahr 2025 wurden erstmalig die Scope 3-Emissionen für die Geschäftsjahre 2021 und 2024 mit einer „limited assurance“ geprüft. Die ebenfalls mit einer „limited assurance“ geprüften Scope 3 Emissionen für das Geschäftsjahr 2025 sind im Detail im Dokument „Zahlen und Fakten zur Nachhaltigkeit“ dargestellt.
Als Grundlage der Berechnung der Scope 1- und 2-Emissionen dienen zum einen die Aktivitätsdaten, insbesondere Energieverbräuche, zum anderen auch Emissionsfaktoren. Die Gesellschaften ermitteln die Energieverbräuche grundsätzlich mittels Versorgerrechnungen. Sofern dies für die letzten beiden Monate des Berichtsjahres zeitlich nicht möglich ist, erfolgt zunächst eine qualifizierte Schätzung der Werte durch die Gesellschaften. Dadurch kann es im Folgejahr – sobald alle Rechnungen vorliegen – noch zu einer nachträglichen Anpassung des Vorjahreswerts kommen.
Die Energieverbräuche aller zum Konsolidierungskreis gehörenden Produktionsstandorte werden dann in einem globalen Reporting-System erfasst und mit den entsprechenden Emissionsfaktoren multipliziert. Für die Scope 1 betreffenden Energieträger werden die Emissionsfaktoren des IPCC (International Panel on Climate Change) verwendet. Die Berechnung der CO²-Äquivalente für Scope 2 erfolgt mit den Faktoren der International Energy Agency (IEA) entsprechend den aktuell publizierten Werten (2023) für die „location-based“ Methode sowie mithilfe von Emissionsfaktoren des Stromlieferanten oder eines individuellen Stromprodukts für die „market-based“ Methode.
Für den spezifischen Energie-Kennwert – bezogen auf eine Tonne Fertigwaren – legte ALTANA für 2025 einen Zielwert von 1,44 MWh / t fest. Für die Treibhausgasemissionen wurde gemäß SBTi-Zielkorridor ein Wert von 131,3 Tausend Tonnen CO²-Äquivalenten festgelegt.
Im Jahr 2025 wies ALTANA insgesamt einen Energieverbrauch von 824.991 MWh (Vorjahr: 871.320 MWh) aus. Davon entfielen rund 90 % auf die beiden Hauptenergieträger Erdgas (438.594 MWh) und Strom (306.822 MWh). Für den zugekauften Strom wurde die gleiche Menge an Herkunftszertifikaten gemäß den anerkannten Qualitätsstandards, vor allem durch lokale Grünstromverträge, erworben. ALTANA plant die Stilllegung des Großteils der Herkunftsnachweise für 2025 aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen erst im April 2026 zu finalisieren.
Für den spezifischen Energie-Kennwert – bezogen auf eine Tonne Fertigwaren – erreichte ALTANA seinen Zielwert mit 1,41 MWh / t (Vorjahr: 1,50 MWh / t). Die deutliche Reduktion des Energieverbrauchs bei stabilem Produktionsniveau ist insbesondere auf Standortkonsolidierungen zurückzuführen. Die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen sind im weiteren Verlauf tabellarisch aufgeführt.
Die folgende Tabelle zeigt die Scope 1- und 2-Emissionen von ALTANA im Vergleich zum Basisjahr. Wie aus der Tabelle hervorgeht, wurden die jährlichen Zwischenziele für Scope 1 und 2 im Jahr 2025 erreicht. Dies bestätigt den Erfolg der Maßnahmen und Projekte im Rahmen der Klimastrategie der ALTANA Gruppe.
ALTANA kompensierte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette für den Berichtszeitraum 113.020 Tonnen CO²-Äquivalente durch Zertifikate in Indien. Somit wurden im Jahr 2025 mehr CO²-Äquivalente freiwillig kompensiert, als das Unternehmen in Scope 1 und 2 erzeugt hat.
Die Zertifikate betreffen das Projekt „Kinnaur Wasserkraftwerk“ am Fluss Satluj in der Region Himachal Pradesh (Verra Register VCU Seriennummer 9355-83857819-83961118-VCS-VCU-997-VER-IN-1-1742-01012018-31122018-0) sowie das Projekt „Saipuram Windpark“ in Andhra Pradesh (Verra Register VCU Seriennummer 10929-257142350-257217349-VCS-VCU-997-R-IN-1-1788-01012020-31122020-0).







