ALTANA

Innovation und Mitarbeiter

Innovation
Als Unternehmen der Spezialchemie sind Innovationen für ­ALTANA ein wesentlicher Faktor, um unseren Kunden neue, wettbewerbsfähige Lösungen zu bieten und dabei aktuellste Anforderungen hinsichtlich Leistungsprofil, Kosten, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Dank enger Kooperation mit unseren Kunden gelingt es uns, frühzeitig in neue Entwicklungsfelder eingebunden zu werden und so maßgeschneiderte Lösungen schnell und zuverlässig zu entwickeln. Dabei bauen wir einerseits auf bestehenden Kompetenzen auf und eignen uns andererseits neue Fähigkeiten an, um so unser Produktportfolio den Markt- und Kundenbedürf­nissen kontinuierlich anzupassen. Neueste Analytik in den chemischen Laboren sowie eigenschaftsspezifische an­wendungstechnische Prüflabore stehen unseren Forschern und Entwicklern dabei für die zielgerichtete Entwicklung zur Verfügung. 

Zusätzlich zu den Entwicklungsaktivitäten in den ­Geschäftsbereichen werden auf ALTANA Ebene ausgewählte Innovationen initiiert und koordiniert, die neue Geschäftsfelder erschließen sollen und dabei Technologie- und Markttrends aufnehmen. Dies erfolgt durch drei unterschiedliche Herangehensweisen, nämlich durch das ALTANA Institute, das zentrale Management von Technologieplattformen sowie Corporate Venturing Investitionen. 

Mithilfe des ALTANA Institute werden externe Netzwerke und enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungs­instituten weltweit genutzt, um Impulse von außen für unsere Entwicklung zu erhalten. Durch die Anwendung eines erfolgreichen Open Innovation-Ansatzes in Verbindung mit der Nutzung von Synergien durch unsere Geschäftsbereiche ­gelingt es ALTANA, langfristige und zum Teil transformative Innovationen zu gestalten sowie Lösungen zu entwickeln.

Im Rahmen der Technologieplattformen hat ALTANA in 2018 basierend auf den Arbeiten der vergangenen Jahre das Digitaldruckverfahren sowie die dazugehörigen Druckfarben und Materialien für gedruckte Elektronik weiter­entwickelt. Zusätzlich wurden 2018 die Initiativen im Bereich 3D-Druck verstärkt, deren Erfolg weitere Möglichkeiten in der additiven Fertigung eröffnet. Auch im Bereich neuer innovativer Beschichtungstechnologien wie der Lasertransferdrucktechnologie hat ALTANA seine Kompe­tenzen 2018 weiter ausgebaut. 

Durch die enge Kooperation mit dem Zentralbereich Corporate Venturing werden Technologie- und Marktpotenziale kontinuierlich geprüft und durch gezielte Investi­tionen in transformative Technologieunternehmen der Einstieg in neue attraktive Märkte entwickelt. In diesem Zusammenhang hat ALTANA sich im Geschäftsjahr 2018 an dem israelischen Industriedigitaldruck-Unternehmen Velox Ltd. beteiligt und damit sein Technologie- und Beteiligungsportfolio in diesem Bereich erweitert. 

Grundlage für unsere Innovationskraft ist eine offene und dynamische Unternehmenskultur, die weltweit 1.128 Mitarbeitern in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren Freiraum für kreatives und unternehme­risches Handeln gibt. Die Ausstattung in unseren Entwicklungszentren ermöglicht unseren Mitarbeitern, ihre Ideen in marktreife Lösungen umzusetzen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 154,1 Mio. € (Vorjahr: 142,5 Mio. €). Der nochmals erhöhte Umsatzanteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 6,7 % (Vorjahr: 6,3 %) ist einmal mehr Ausdruck unseres Innovationsfokus.

Mitarbeiter
Im Jahresverlauf 2018 stieg die Anzahl der Mitarbeiter der ALTANA Gruppe um 242 bzw. 4 % auf 6.428 Personen (Vorjahr: 6.186). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Investitionen in unsere strategischen zukünftigen Geschäftsfelder und die Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten zurückzuführen. Unternehmensübernahmen spielten bei der Entwicklung der Mitarbeiterzahl 2018 keine Rolle, während 2017 noch 111 Mitarbeiter durch die getätigten Akquisi­tionen hinzugekommen waren. Innerhalb des Konzerns zeigen sich in 2018 in den Geschäftsbereichen unterschied­liche Wachstumsraten.

Im Geschäftsbereich BYK erhöhte sich die Mitarbeiterzahl am stärksten um 124 auf 2.324 Personen (Vorjahr: 2.200). Der wesentliche Anteil der Erhöhung entfiel auf die Gesellschaften in Deutschland, China und den USA vor dem Hintergrund der strategischen Ausweitung der Geschäfts­aktivitäten im Additiv-Geschäft sowie des Prüfinstrumente Geschäfts in Deutschland.

Im Geschäftsbereich ECKART blieb die Anzahl der Beschäftigten mit 1.718 Personen (Vorjahr: 1.716) insgesamt nahezu konstant. Die Entwicklung innerhalb des Geschäftsbereichs verlief jedoch uneinheitlich. Während insbesondere an den amerikanischen Standorten ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, erhöhte sich an den Standorten in der Schweiz sowie in Deutschland und in China die Anzahl der Beschäftigten leicht aufgrund des Ausbaus der Geschäftsaktivitäten. 

Die Mitarbeiterzahl im Geschäftsbereich ELANTAS hat sich im Jahresverlauf 2018 um 26 auf insgesamt 1.087 Personen (Vorjahr: 1.061) erhöht. Der wesentliche Anteil der Erhöhung entfiel auf die Gesellschaften in Italien, China und Deutschland. In den USA sank dagegen die Anzahl der Beschäftigten. 

Im Geschäftsbereich ACTEGA stieg die Mitarbeiterzahl um 57 auf 1.151 Beschäftigte (Vorjahr: 1.094). Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die Standorte des Geschäftsbereichs in Deutschland, die ihre Geschäftsaktivitäten im Jahresverlauf entsprechend ausgebaut haben. Auch in den USA hat sich die Zahl der Beschäftigten erhöht.

Bei den Konzernholdinggesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 33 auf 148 Personen (Vorjahr: 115) und verzeichnete prozentual den höchsten Anstieg. Dies ist im Wesentlichen auf die Implementierung einer Servicegesellschaft auf Holdingebene zurückzuführen, in die insbesondere bislang in den Geschäftsbereichen BYK und ECKART beschäftigte IT-Mitarbeiter nun in einer Serviceeinheit strategisch zusammen­geführt wurden.

Die funktionale Struktur der Belegschaft hat sich im Geschäftsjahr 2018 nicht wesentlich verändert, in allen vier Funktionsbereichen hat sich die Anzahl der Mitarbeiter erhöht. Mit prozentual unverändert 52 % bzw. 3.373 Personen (Vorjahr: 3.198) arbeiteten weiterhin die meisten Beschäftigten in der Produktion. Auf diesen Bereich entfiel 2018 auch prozentual der höchste Anstieg. Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen erhöhte sich 2018 um 26 auf 1.128 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.102).

Auch in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie Verwaltung erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresverlauf 2018 um insgesamt 41 Personen. Der weiterhin kleinste Anteil der konzernweit tätigen Belegschaft entfiel wie in den Vorjahren auch 2018 mit 925 Beschäftigten (Vorjahr: 889) auf die Verwaltungsfunktionen.

In 2018 zeigten alle Regionen einen positiven Anstieg der Mitarbeiterzahlen. Bei der regionalen Struktur haben sich in 2018 gegenüber dem Vorjahr jedoch nahezu keine Verschiebungen ergeben. Mit 4.088 Personen (Vorjahr: 3.927) entfiel auf die europäischen Konzerngesellschaften unverändert der weitaus größte Personalanteil. 3.320 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.196) waren zum Jahresende in Deutschland beschäftigt, mehrheitlich an den größten Produktions- und Entwicklungsstandorten der Geschäftsbereiche ECKART und BYK in Hartenstein bzw. Wesel. Die Anzahl der Mit­arbeiter in Amerika hat sich leicht um 31 von 1.477 im Vorjahr auf 1.508 Personen zum Jahresende 2018 erhöht. Auch die Mitarbeiterzahl der asiatischen Konzerngesellschaften wuchs von 782 Personen im Vorjahr auf 832 Mitar­beiter und ist prozentual am stärksten gestiegen.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 waren 1.692 Frauen und 4.736 Männer bei ALTANA beschäftigt. 92 % aller ­Mitarbeiter standen zum Bilanzstichtag in einem unbefristeten und 8 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis, ­wobei diese Verteilung bei beiden Geschlechtern gleich war. Von den weiblichen Beschäftigten waren zum Ende 2018 78 % in Vollzeit und 22 % in Teilzeit beschäftigt. Bei den Beschäftigten männlichen Geschlechts lag die Quote der Vollzeitbeschäf­tigten bei 98 %. Neben den eigenen Mitarbeitern waren zum 31. Dezember 2018 161 Leiharbeitskräfte im ALTANA ­Konzern beschäftigt. 

ALTANA steht im internationalen Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Wie in der gesamten chemischen Indus­trie, so werden wir auch im ALTANA Konzern in den kommenden Jahren insbesondere in Europa in eine Phase ­eintreten, die aufgrund der demografischen Entwicklung schon heute eine dezidierte Nachfolgeplanung unum­gänglich macht. Demnach nehmen das Talentmanagement sowie die Personalentwicklung einen hohen Stellenwert in der Zukunftsagenda von ALTANA („Keep Changing Agenda“) ein. Hierbei steht im Vordergrund, Menschen bei ­ALTANA zu mobilisieren, die Vielfalt über alle Ebenen hinweg auszubauen, die Leistungskultur weiterzuentwickeln und ­dabei den unternehmerischen Gedanken zu stärken. Um dieser Zielsetzung nachzukommen, haben wir in 2018 das bestehende Kompetenzmodell von ALTANA überarbeitet. Bestehende Personalinstrumente wurden mit der ­Zielsetzung evaluiert, die Personalauswahl sowie die Basis für Personalentscheidungen zu optimieren und Mitarbeiter nach­haltig an das Unternehmen zu binden. Dadurch wird zukünftig insbesondere einer effektiveren Nachfolge­planung Rechnung getragen. 

Das im Jahr 2017 bereits begonnene Projekt „HR Transformation“, welches der strategischen Neuaufstellung der Personalaktivitäten dient, wurde im Geschäftsjahr 2018 weiter fortgeführt. Dabei wurde zunächst eine umfassende Evaluierung der personalbezogenen Dienstleistungen und Prozesse auf globaler Ebene vorgenommen. Diese Akti­vitäten werden auch in den kommenden Jahren weiter andauern. Die im Rahmen der Projektarbeiten neu zu defi­nierende, weltweite Organisation des Personalbereichs von ALTANA wird durch die Implementierung eines globalen IT-Systems unterstützt. Mithilfe des IT-Systems soll so auch eine Plattform für eine weitergehende Digitalisierung im Umfeld des Personalmanagements geschaffen werden. Vorrangiges Ziel ist es hierbei, administrative Prozesse zu reduzieren und die strategische Personalarbeit kontinuierlich weiter auszubauen, um den zukünftigen Bedürfnissen der durch organisches und akquisitorisches Wachstum stetig größer werdenden ALTANA Organisation nachzukommen. Grundlage für all diese Aktivitäten bildet weiterhin unser Unternehmensleitbild sowie die festgeschriebenen und transparent kommunizierten ALTANA Werte, die die Ausrichtung unseres Handelns und der Mitarbeiterführung prägen.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Abs. 4 HGB
Die Förderung von Frauen in Führungspositionen stand im Geschäftsjahr 2018 unverändert im Fokus. Wir haben mit der Intensivierung von Maßnahmen, die bereits in der Vergangenheit eingeführt wurden, und auch mit neuen Instrumenten den Ausbau der Vielfalt weiter im Personal­management verankert. Einen Schwerpunkt nahm dabei die Förderung von Frauen ein. In den nationalen und internationalen Managemententwicklungsprogrammen von ALTANA wurde der Anteil von Frauen in den letzten Jahren deutlich erhöht. Des Weiteren umfasst das Weiterbildungsprogramm auch spezielle Angebote für Frauen. Das bereits 2016 gestartete Mentoring-Programm für Frauen wurde auch im Jahr 2018 fortgeführt. Daneben wurden vielfältige infor­melle Plattformen geschaffen, um den Dialog zu diesem Thema zu intensivieren. Diese umfassen sowohl regelmäßige Treffen von Frauen in Führungspositionen zur Stärkung des Netzwerks als auch Workshops zur Weiter­entwicklung ­partnerschaftlicher Familienmodelle, die Beiträge zur kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Arbeit bei ALTANA generieren sollen.

Mittel- bis langfristig ist es das Ziel von ALTANA, den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf den Prozentsatz zu erhöhen, der dem Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft entspricht.

Entsprechend den Anforderungen des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffent­lichen Dienst hat der Aufsichtsrat für Vorstand und Aufsichtsrat Zielgrößen für den Frauenanteil festgelegt. Für den Aufsichtsrat wurde bis zum Abschluss der Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2020 eine Zielgröße von 25 % beschlossen. Für den Vorstand sind bis zum Ende der Zielerreichungsperiode weder personelle Veränderungen noch eine Erweiterung des Organs geplant, sodass entsprechend der Zielfestlegung dem Gremium zum 30. Juni 2020 weiterhin keine Frau angehören würde. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands hat dieser bis zum Ende der Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2020 einen Frauen­anteil von 20 % und für die zweite Führungsebene einen Frauenanteil von 30 % beschlossen. Auch für die deutschen Tochtergesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, wurden Zielgrößen bestimmt.