Klimaneutralität bis 2025: So erreicht ALTANA sein Ziel

Bis 2025 wird ALTANA klimaneutral. Das heißt konkret: Alle Gesellschaften der ALTANA Gruppe stellen ihre Treibhausgasemissionen bei Produktion und Energiebezug bis 2025 weltweit auf null. Im Vergleich zu 2014 haben wir unsere CO2-Äquivalente um über 70 Prozent verringert.

Dezember 2015, Paris: Bei der UN-Klimakonferenz einigten sich 195 Staaten darauf, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Damit sollen die Schäden für Menschen und Umwelt gemindert werden. Dieses Ziel können wir nur gemeinsam erreichen. Daher hat sich ALTANA das Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral zu sein. Auf dem Weg dahin, setzt das Unternehmen auf einen Mix aus Maßnahmen:

Energieeffizienzsteigerung und neue Technologien

Eigene Strom- und Wärmeerzeugung aus klimaneutralen Quellen

Kompensation durch Klimaschutzprojekte

Energieeffizienzsteigerung und neue Technologien

Bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen setzt ALTANA auf mehr Energieeffizienz und neue Technologien. Dazu überprüft das Unternehmen regelmäßig seine Betriebsprozesse, Anlagen und Maschinen, um CO2-Einsparpotenziale zu identifizieren sowie umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist die Optimierung der thermischen Nachverbrennung am Heimatstandort in Wesel. Dort hat der Geschäftsbereich BYK die Treibhausgasemissionen um 400 Tonnen CO2-Äquivalent reduziert, indem der Wirkungsgrad bei der Wärmeerzeugung von 85 Prozent auf 95 Prozent gesteigert wurde. Noch mehr Projekte finden Sie in unserem Unternehmensbericht im Kapitel „Umwelt“.

Eigene Strom- und Wärmeerzeugung aus klimaneutralen Quellen

Ob Sonne, Wasser oder Biogas, bereits seit März 2020 beziehen alle Standorte weltweit Strom aus erneuerbaren Energien. An sechs Standorten setzt die ALTANA Gruppe sogar auf die eigene Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen. Neben den bereits bestehenden Solaranlagen bei ELANTAS an den italienischen Standorten Ascoli Piceno und Collecchio und in den Niederlanden bei BYK in Deventer wurde eine weitere Photovoltaik-Anlage bei ELANTAS im indischen Pune in Betrieb genommen, die den Strombedarf des neuen Forschungszentrums an diesem Standort deckt.

ECKART hat zudem im deutschen Hartenstein begonnen, Strom aus Wasserkraft zu erzeugen und bei BYK in Denekamp, Niederlande, fiel der Startschuss für den Betrieb einer Biogas-Anlage. Insgesamt erzeugt und nutzt ALTANA bereits 2.840 MWh/Jahr aus erneuerbaren Energien. Damit könnten rund 100 Einfamilienhäuser mit Energie versorgt werden. Die regenerative Energieerzeugung der ALTANA Gruppe auf einen Blick: 

Für Klimaneutralität stärkere und schnellere Förderung erneuerbarer Energien notwendig

Vorangetrieben wird die Transformation zum klimaneutralen Unternehmen auch maßgeblich von ALTANA CEO Martin Babilas. Für ihn spielt die Industrie eine entscheidende Rolle, um den Klimaschutz weltweit zu gestalten. „Je mehr Unternehmen sich zur Klimaneutralität bekennen und entsprechende Fakten schaffen, desto schneller kommen wir bei der Realisierung der Pariser Klimaschutzziele voran.“ Die Politik müsse allerdings den unabdingbaren Rahmen dafür schaffen. Denn die Klimaschutzziele seien ohne ausreichend verfügbaren Strom aus erneuerbaren Energien zu wettbewerbsfähigen Preisen sowie die entsprechende Netzinfrastruktur nicht zu erreichen. Nach Berechnungen des VCI, Verband der Chemischen Industrie, steigt der jährliche Strombedarf der deutschen Chemie auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2050 auf mehr als das Elffache (628 TWh) des Wertes von 2018 (54 TWh) an.

„Wir fordern daher von der Politik eine deutlich stärkere und schnellere Förderung erneuerbarer Energien. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit auch in Zukunft ausreichend Kapazitäten von Strom und Wärme aus CO2-neutralen Quellen zur Verfügung stehen“, so Babilas. „Neue Verfahren müssen durch öffentliche Zuschüsse beschleunigt und Hürden für die Nutzung und Eigenerzeugung abgebaut werden.“ Ferner müsse die Politik mit einer international einheitlichen CO2-Bepreisung für die Industrie vergleichbare Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Kompensation durch Klimaschutzprojekte

Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2025 berücksichtigt die ALTANA Gruppe zusätzlich zu den eigenen Standorten auch die Lieferanten. In enger Zusammenarbeit mit Lieferanten entwickelt ALTANA ein Programm, um auch die Klimabilanz der zugekauften Rohstoffe konsequent weiter zu verbessern. Damit berücksichtigt das Unternehmen die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Dabei gilt: Die bis 2025 nicht vermeidbaren ausgestoßenen Treibhausgasemissionen, überwiegend durch den Einsatz von Erdgas, kompensiert ALTANA durch die Finanzierung gleichwertiger Klimaschutzprojekte in den Regionen, in denen die Treibhausgasemissionen entstehen. Das Gleiche gilt für die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch notwendige Geschäftsreisen, Dienstwagen und Warentransporte. Damit erreicht ALTANA in seinem direkten Einflussbereich Klimaneutralität bis 2025.

Klimaneutralität bis 2025: Erste Produktionsstandorte sind CO2-frei

Und der Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen wirkt, wie die beiden ersten CO2-freien Standorte der ALTANA Gruppe verdeutlichen – ACTEGA in Brasilien und ECKART in China. Bei zwei weiteren asiatischen Standorten wurden 2021 nur noch jeweils weniger als 10 Tonnen CO2- Äquivalente ausgestoßen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck einer Person in Deutschland liegt ebenfalls bei etwa 10 Tonnen.

Fragen und Antworten zur Klimaneutralität bis 2025 bei ALTANA

Die Neutralstellung umfasst die eigene Produktion, Verwaltung und Forschung. Enthalten sind Treibhausgasemissionen, die aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern (vor allem Erdgas – 90%) entstehen (Scope1). Zusätzlich gehören die indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Verbrauch von Energie insbesondere in Form von Strom (96%, Scope 2) dazu.

Darüber hinaus beinhaltet die Neutralstellung bis 2025 auch die durch notwendige Geschäftsreisen, Dienstwagen und Warentransporte entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 3). Alle Werte werden gemäß den internationalen Richtlinien des GHG (Greenhouse Gas Protocol) berechnet.

Wir nutzen verschiedene Maßnahmen, um unsere Treibhausgasemissionen aus Produktion und Energiebezug (Scope 1 und 2) weiter zu reduzieren. So bewirkte die Umstellung unseres weltweiten Elektrizitätsbedarfes auf Grünstrom in 2020 eine Halbierung von 182.000 Tonnen (2019) auf 93.000 Tonnen (2020) CO2 Äquivalente. Zusätzlich kompensiert ALTANA stufenweise bis 2025 die in Scope 1 anfallenden und die durch notwendige Geschäftsreisen, Dienstwagen und Warentransporte entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 3). 

Grundsätzlich gilt, dass ALTANA als Spezialchemieunternehmen im Vergleich mit anderen Betrieben der chemischen Industrie einen relativ geringen Energiebedarf hat. Die emittierten Treibhausgase von ALTANA, bezogen auf die produzierte Menge, liegen ca. 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Dennoch verfolgen wir das Ziel, alle Energieträger effizient zu nutzen, um die Treibhausgasemissionen so niedrig wie möglich zu halten und den Anteil von Energien aus regenerativen Quellen (zum Beispiel Sonne, Wind, Wasser) zu erhöhen. Damit minimieren wir die Abhängigkeit von Energien aus fossilen Quellen.

Wir haben uns vorgenommen, unseren ohnehin niedrigen Energiebedarf noch einmal um 2 Prozent pro Jahr, bezogen auf produzierte Fertigwaren, zu senken, auch bei steigenden Umsätzen.

Wir setzen unseren Nachhaltigkeitskurs konsequent fort. Bei der geplanten Energieeinsparung vertrauen wir auf technisch bewährte Maßnahmen zur Energieeffizienz wie den Einsatz noch effizienterer Heizsysteme oder die Nutzung von Abwärme aus der Produktion. Dank dieser Maßnahmen haben wir bereits 2017 unser selbst gesetztes Ziel erreicht, die CO2-Emissionen bezogen auf die Bruttowertschöpfung von 2007 bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Darüber hinaus entwickeln wir auch den Einsatz von Wärmepumpen und hocheffizienten Elektromotoren weiter.

Mit dem Zukunftsthema „Wasserstoff“ als alternativer Energieträger zum Erdgas wird sich ALTANA in den kommenden Jahren beschäftigen. Entscheidend wird dabei die ausreichende wirtschaftlich sinnvolle Verfügbarkeit von Wasserstoff aus regenerativen Quellen (z.B. Photovoltaik; Transport via Pipeline, Bulk-Anlieferung oder Eigenerzeugung) sein.

ALTANA steht seit jeher für nachhaltiges profitables Wachstum. Deshalb investieren wir weltweit auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld in unsere Zukunft. Dazu gehört auch die Umsetzung der Klimaneutralität. Wir werden auch bei steigenden Umsätzen bis 2025 klimaneutral sein. Damit kommen wir nicht nur unserer Verantwortung für den Klimaschutz nach, sondern stärken ALTANA auch langfristig als Unternehmen. Denn wir sind überzeugt: Wir können nur dann dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn wir auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte im Blick behalten und fest in unserem Unternehmen verankern.

Nachhaltigkeit ist für ALTANA darüber hinaus auch schon seit vielen Jahren ein Wachstumsfeld. Denn unsere Lösungen machen Produkte des täglichen Lebens besser und nachhaltiger. Dafür gibt es schon heute viele Beispiele, und wir arbeiten permanent an neuen nachhaltigen Lösungen für unsere Kunden.

Produktbeispiele

Grundsätzlich berechnen wir unsere Emissionen als CO2-Äquivalente. Das heißt: Wir beziehen alle von ALTANA ausgestoßenen Treibhausgasemissionen, nicht nur CO2, in die Berechnung mit ein. Klimaneutralität bedeutet, dass wir die Treibhausgasemissionen in unserem direkten Einflussbereich auf null stellen.

Dabei setzen wir bei unvermeidbaren Treibhausgasemissionen auch auf Kompensation.

Wir gehen sehr sorgfältig bei der Auswahl der Projekte vor und orientieren uns an den gängigen Zertifizierungen wie beispielsweise dem „Gold-Standard“. Mittlerweile unterstützt ALTANA auf diese Weise entsprechende Initiativen in China in den Provinzen Hebei und Zhejiang sowie in den indischen Bundesstaaten Andhra Pradesh und Himachal Pradesh. Dabei wird beispielsweise in Indien im Bezirk Kinnaur ein Projekt zur Energieerzeugung aus Wasserkraft unterstützt und im Bezirk Anantapuram eine Initiative für nachhaltig erzeugten Strom aus Wind.

Bei ALTANA liegt die Umsetzung und Verankerung von Nachhaltigkeit grundsätzlich in der Verantwortung der operativen Gesellschaften. Die Unternehmensziele zum Schutz von Umwelt und Klima fließen bei ALTANA bereits seit 2007 in die Berechnung des variablen Einkommens des Top Managements ein. Dabei verpflichten sich die einzelnen Gesellschaften bzw. deren Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, die Umweltauswirkungen der Geschäftstätigkeit des Unternehmens kontinuierlich zu reduzieren und die Sicherheit an den jeweiligen Standorten permanent zu verbessern. Darüber hinaus ist es Aufgabe der einzelnen Standorte, geeignete Managementsysteme einzuführen und zertifizieren zu lassen. Weiterhin dienen spezielle, geschäftsbereichsübergreifende Expertenplattformen dazu, Informationen zu den relevanten Themen auszutauschen und Best Practice-Modelle aufzuzeigen. Dabei gibt es keine geografischen Unterschiede. Die ersten CO2-freien Produktionsstandorte befinden sich in China und Brasilien. Auch das Ziel der Klimaneutralität bis 2025 ist in die individuellen Zielvereinbarungen integriert. Die Koordination der Umsetzung erfolgt durch das ALTANA Kompetenzzentrum „Corporate Environment, Health & Safety (EH&S)“.

ALTANA will langfristig auch die Nutzung von Erdgas durch erneuerbare Energien ersetzen. Dies wird allerdings einige Jahre in Anspruch nehmen, da viele unserer Produktionstechnologien noch auf diesem Energieträger basieren.

9. Bis wann werden auch die Rohstoffe, die ALTANA zukauft, klimaneutral sein?

Nicht alle Rohstoffe fossiler Herkunft lassen sich sofort ersetzen – dies hängt auch von Lieferanten und ganz wesentlich von der Politik ab, z. B. der Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien zu wettbewerbsfähigen Preisen sowie der entsprechenden Netzinfrastruktur. 

Viele unserer Produkte machen die Industrie aber schon heute CO2-neutraler: Ein Beispiel aus unserem Geschäftsbereich ACTEGA sind die ACTGreen® Überdrucklacke. Dazu gehören sowohl Produkte auf Basis von recycelten Rohstoffen fossilen Ursprungs und biobasierte Materialien als auch Lacke auf Basis nachwachsender Rohstoffe in Form von pflanzlichen Harzen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind bereits heute angehalten, möglichst klimafreundlich zu reisen. Bei notwendigen Dienstfahrzeugen schaffen wir Anreize für den Einsatz CO2-sparender Modelle.