ALTANA

Umwelt, Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung

Nachhaltigkeit ist für die ALTANA Gruppe integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. All unsere Standorte weltweit und alle Unternehmensbereiche setzen sich täglich damit auseinander.

Nachhaltigkeit hat für ALTANA große Bedeutung. Wir verstehen darunter die Verbindung von ökonomischer Effizienz mit Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie gesellschaftlicher Verantwortung. Unsere Fortschritte dokumentieren wir in unserem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht, der unter www.altana.de / nachhaltigkeit zum Download und zur Bestellung bereitsteht. Einen kompakten Überblick finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die Grundlage unseres Handelns bildet die international gültige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie mit dem Titel „Responsible Care“. Alle Geschäftsführer der Gruppe haben sie persönlich unterzeichnet.

ALTANA ist Mitglied der Global Compact Initiative der Vereinten Nationen, an der sich 13.000 Unternehmen und Organisationen aus 170 Ländern beteiligen. In Deutschland unterstützen wir die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie 3. Sie wurde vom Branchenverband VCI, der Industriegewerkschaft IG BCI sowie dem Arbeitgeberverband BAVC ins Leben gerufen.

Umweltschutz

Wir gehen verantwortungsvoll mit Ressourcen um. Dabei verfolgen wir drei Ziele: Bei der Produktion achten wir erstens darauf, Rohstoffe, Wasser und Energie so nachhaltig wie möglich einzusetzen. Wir arbeiten zweitens daran, Emissionen wo immer möglich zu reduzieren, insbesondere Kohlendioxid (CO²) und flüchtige organische Bestandteile (Volatile Organic Compounds, VOC). Drittens bemühen wir uns, Produktion und Stoffausbeute kontinuierlich zu optimieren, damit möglichst wenig Abfälle und Abwässer entstehen. In allen drei Bereichen haben wir 2015 weitere Fortschritte erzielt.

Zertifizierte Managementsysteme sind unser zentrales Instrument, um den Ressourcenverbrauch zu kontrollieren und zu steuern. Jeder Standort hat die Pflicht, sich nach dem international gültigen Umweltmanagementsystem ISO 14001 zu zertifizieren. ALTANA hat diesen Prozess nahezu abgeschlossen. Nur wenige in jüngster Zeit akquirierte Standorte befinden sich noch in den entsprechenden Verfahren. Alle deutschen Standorte haben darüber hinaus entweder bereits ein zertifiziertes Energiemanagement eingeführt oder sind dabei, dies zu tun. Die Holding in Wesel hat im vergangenen Jahr ein Energieaudit erfolgreich abgeschlossen.

Erstmals haben wir im Berichtsjahr die vielfältigen Leistungen der ALTANA Gruppe zum Thema Nachhaltigkeit bewerten lassen. Dazu diente das Online-Assessment der international agierenden Gesellschaft Eco Vadis, das aus einem Fragebogen und einer Dokumentenprüfung besteht. Wir haben es mit einem Silber-Rating abgeschlossen. Im Detail stellen wir unseren Kunden die Ergebnisse des Assessments auf dem Lieferantenportal von Eco Vadis zur Verfügung.

Energieeffizienz und Reduktion der CO²-Emissionen
Die Reduktion der spezifischen CO²-Emissionen ist seit 2007 ein zentraler Bestandteil der ALTANA Nachhaltigkeitsstrategie. Damals haben wir uns das Ziel gesetzt, diese Emissionen bis 2020 um 30 % zu senken. Zur Quantifizierung setzen wir die Menge der klimarelevanten Emissionen in Bezug zur Bruttowertschöpfung, die sich aus dem EBITDA und den Personalkosten zusammensetzt.

Die spezifischen Emissionen der gesamten Gruppe sind gegenüber dem Vorjahr um 10 % gesunken. Besonders bemerkenswert ist dieses Ergebnis, da auch die energieintensiven Betriebe, die wir 2013 akquiriert hatten, im Berichtsjahr erstmals einen wichtigen Beitrag dazu geleistet haben. Vergleicht man die Emissionen von 2015 mit denen von 2007, so ergibt sich eine Reduktion um 12 %.

Möglich werden diese Fortschritte dank der vielfältigen Maßnahmen zur Energieeffizienz, die die einzelnen Gesellschaften ergreifen. Dazu gehörten im Berichtsjahr beispielsweise Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmerückgewinnung (Standorte Tongling, China, und Ankleshwar, Indien) oder der Wechsel des Energieträgers (Standorte Bremen und Hartenstein), um die bei der Produktion entstehenden Emissionen zu senken. Mehrere Standorte treiben außerdem ihre Pläne zur Errichtung besonders effizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen voran. Auch mit dem Um- oder Neubau von Laborgebäuden (Standort Ascoli, Italien) können wir unsere Energieeffizienz beträchtlich optimieren.

Reduktion von Lösemittelemissionen
Für die Herstellung einer Reihe von Produkten sind organische Lösemittel unverzichtbar. Zum Schutz der Mitarbeiter und der Umwelt reduzieren wir die dabei entstehenden VOC-Emissionen mithilfe spezieller Abluftreinigungsanlagen. Im Berichtsjahr haben die Standorte Deventer (Niederlande) und Quattordio (Italien) ihre Anlagen ausgebaut beziehungsweise optimiert.

Der Einsatz geschlossener Systeme ist ebenfalls eine bewährte Methode, um VOC-Emissionen zu verringern. Hier haben die italienischen Standorte Ascoli und Collecchio mit der Installation spezieller Rohstofftanks im Berichtsjahr Fortschritte erzielt.

Mit einer neuen Filteranlage trägt der US-Standort Painesville in Ohio dazu bei, den bei der Verarbeitung von Kupfer für die Pigmentherstellung entstehenden Staub zu reduzieren.

Produktverantwortung
Viele ALTANA Produkte leisten einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion von Emissionen. Immer mehr unserer Additive und Pigmente, Lacke und Beschichtungen sind für den Einsatz in lösemittelfreien, wasserbasierten oder anderen emissionsarmen Produkten konzipiert. Ein Beispiel dafür sind die Additive, die wir speziell für Pulverlacke entwickelt haben. Sie tragen zur Verringerung von VOC-Emissionen bei.

Darüber hinaus verzichten wir bei der Herstellung auf kritische Rohstoffe, wo immer es möglich ist, oder nutzen Alternativen. Im Berichtsjahr ist es uns beispielsweise gelungen, das als reproduktionstoxisch geltende Lösemittel NEP (N-Ethyl-2-pyrrolidon) in drei Produkten durch Alternativen zu ersetzen.

Entsprechend der weltweiten Selbstverpflichtung der chemischen Industrie unter dem Titel „Global Product Strategy“ veröffentlichen wir die sicherheitsrelevanten Informationen für die Stoffe, die wir nach REACH registriert haben, im Internet, soweit sie nicht unter den Vertraulichkeitsschutz fallen. Auch das gehört zu unserer Produktverantwortung.

Sicherheit und Gesundheitsschutz

2015 haben wir 14 bedeutende Schadensereignisse nach den Definitionen des VCI verzeichnet. Ein Mitarbeiter erlitt dabei leichte Verletzungen. In elf Fällen kam es zu keinerlei Schaden für die Umwelt, da wir die ausgetretenen Stoffe in speziellen, für diesen Zweck installierten Rückhalteinrichtungen auffangen konnten. In den übrigen drei Fällen gab es keine speziellen Auffangvorrichtungen. Bei einem dieser Fälle kam es zu einer Verunreinigung des Bodens, die wir mit sofort eingeleiteten Maßnahmen beseitigen konnten. Die beiden anderen Ereignisse hatten keine Auswirkungen auf die Umwelt.

Die Verbesserung unserer Sicherheitskultur, insbesondere der Arbeitssicherheit, verstehen wir als kontinuierliche Aufgabe für Management und Mitarbeiter. Je nach Standort entwickeln wir dazu unterschiedliche Maßnahmen. Dies führte dazu, dass die ALTANA Gruppe im Berichtsjahr alle selbstgesetzten Sicherheitsziele nahezu erreichen konnte, wie die Tabellen zeigen.

Unseren Gesundheitsschutz haben wir 2015 mit verschiedenen Maßnahmen ebenfalls vorangetrieben. BYK ließ am Standort Wesel sein Gesundheitsmanagement auditieren und zertifizieren. Dabei haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Deutschlandweit können seit dem vergangenen Jahr die Mitarbeiter aller Standorte von ALTANA bei Problemen die anonyme (telefonische) Beratung nutzen, die das Employee Assistance Program (EAP) bietet. Dieses Angebot dient unter anderem dazu, seelischen Erkrankungen wie dem Burn-Out vorzubeugen.

Work Accident Indicator 1 – WAI 1 (Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit von einem Tag oder mehr pro eine Million Arbeitsstunden)

Work Accident Indicator 2 – WAI 2 (Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit von mehr als drei Tagen pro eine Million Arbeitsstunden)

Work Accident Indicator 3 – WAI 3 (Anzahl der Ausfalltage durch Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden)

Gesellschaftliche Verantwortung

Wir übernehmen auf vielfältige Weise gesellschaftliche Verantwortung. Im Mittelpunkt unseres Engagements steht die Förderung von Bildungs- und Wissenschaftsprojekten in der Nähe unserer Standorte. Mit ihnen möchten wir vor allem Kinder und Jugendliche für die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik begeistern.

Die Kontinuität unseres Engagements ist uns wichtig, deshalb fördern wir viele Projekte über einen längeren Zeitraum. Dies gilt beispielsweise für das „Haus der kleinen Forscher“ in Wesel. Damit ermöglichen wir Kindern im Vor- und Grundschulalter erste naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Auch das sogenannte Bildungscoaching in Wesel haben wir 2015 fortgeführt. Es dient dazu, Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozial belasteten Familien individuell zu fördern. Kontinuität gilt ebenfalls für die Stipendien, die wir auch 2015 für Studierende im In- und Ausland ausgelobt haben.

Darüber hinaus unterstützte ALTANA den bundesweiten Online-Wettbewerb „Jugend gründet“ mit einem Sonderpreis Chemie. Er ging an ein Schülerteam aus Baden-Württemberg. Der Preis bestand in einer mehrtägigen Reise zu BYK USA in Wallingford, wo die Preisträger einen unserer größten Forschungs- und Produktionsstandorte für Additive besichtigten.

2015 schickte ALTANA eine Mitarbeiterin aus China und eine Gymnasiallehrerin aus Wesel auf eine vom britischen Polarforscher und Umweltschützer Robert Swan und seiner Initiative „2041“ organisierten Antarktis-Expedition. Zurückgekommen sind zwei Nachhaltigkeitsbotschafterinnen, die sich für mehr Klimaschutz und nachhaltiges Handeln bei ALTANA, in der Schule und darüber hinaus engagieren.

Angesichts aktueller Ereignisse haben wir 2015 auch Spenden für humanitäre Hilfe geleistet. Zum einen haben wir nach dem Erdbeben in Nepal im April in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ unsere Mitarbeiter zu einer Spende aufgerufen und den dabei erzielten Betrag anschließend auf 50.250 Euro verdoppelt. Mit dem Geld werden verschiedene Hilfsmaßnahmen im Schul- und Bildungsbereich in der Himalaya-Gemeinde Ghangphedi realisiert. Zum anderen fördern wir mit 250.000 Euro spezielle Deutschkurse für Flüchtlinge, die der Malteser Hilfsdienst bundesweit anbietet.