ALTANA

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die globale Konjunktur entwickelte sich 2015 weniger dynamisch als in den vorangegangenen Jahren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass das globale Wirtschaftswachstum im abgeschlossenen Jahr 3,1 % betrug (Vorjahr: 3,4 %). Das schwächere Wachstum beruhte vor allem auf einer rückläufigen Dynamik in den aufstrebenden Schwellenländern, die einen wesentlichen Treiber für die globale Wirtschaftsentwicklung darstellen. Die etablierten Wirtschaftsregionen verzeichneten 2015 ein kontinuierliches Anziehen der Wirtschaftsleistung.

Im Einzelnen entwickelten sich die volkswirtschaftlichen Kennzahlen in den für das Geschäft von ALTANA wesentlichen Absatzregionen 2015 uneinheitlich.

In Europa stabilisierten sich die positiven Tendenzen und der IWF schätzt das Wachstum im Euroraum auf 1,5 % (Vorjahr: 0,9 %). Der Anstieg resultierte vor allem aus einer verbesserten Situation in den südlichen Ländern, insbesondere Italien, Frankreich und Spanien. Deutschland verzeichnete nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes eine im Vergleich zum Vorjahr konstante Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,7 % (Vorjahr: 1,6 %). Für die Konjunktur Russlands wird ein Rückgang von 3,7 % prognostiziert, nach einem noch leichten Wachstum im Vorjahr.

Die konjunkturelle Dynamik in den Ländern Amerikas verlief nach aktuellen Schätzungen des IWF 2015 sehr uneinheitlich. Die Wirtschaft der USA entwickelte sich im Jahresdurchschnitt 2015 mit einem Anstieg von 2,5 % ähnlich positiv wie im Vorjahr. Ebenso erhöhte sich auch die Wirtschaftsleistung Mexikos (2,5 %). Deutlich abgeschwächt hingegen zeigte sich mit einer Zunahme von 1,2 % (Vorjahr: 2,5 %) die Konjunkturentwicklung in Kanada. In Brasilien, der größten Volkswirtschaft Südamerikas, sank die Wirtschaftsleistung nach Einschätzung des IWF sogar um 3,8 % (Vorjahr: + 0,1 %).

In Asien setzte sich der rückläufige Wachstumstrend Chinas fort. Der IWF schätzt die Konjunkturentwicklung 2015 in der mit Abstand wichtigsten Wirtschaftsnation Asiens auf 6,9 %, nach einem Plus von 7,3 % im Vorjahr. Diese Abschwächung konnte nicht durch eine Erholung in Japan (+ 0,6 % nach einer Stagnation im Vorjahr) ausgeglichen werden. Die Zuwächse in Indien und in den größten Volkswirtschaften Südostasiens (ASEAN-5) bewegten sich mit 7,3 % bzw. 4,7 % auf den jeweiligen Vorjahresniveaus.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Die Branchenvereinigung American Chemistry Council (ACC) schätzt das Wachstum der globalen Chemieproduktion im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 2,8 % und somit leicht geringer ein als das starke Wachstum 2014 (3,0 %). Damit entwickelte sich die Chemieproduktion im Trend ähnlich wie die globale Wirtschaftsleistung.

Die regionalen Veränderungen der Chemieproduktion spiegeln jedoch nicht in allen Ländern die regionale Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung wider. Der in Europa größte Chemieproduzent Deutschland verzeichnete 2015 nach Einschätzung des Branchenverbands VCI einen leichten Produktionsrückgang von 0,5 % (ohne Pharmazeutika). Die Branchenumsätze sind infolge eines gesunkenen Preisniveaus noch weiter zurückgegangen. Im Zuge der positiven Konjunkturentwicklung in den südlichen Ländern Europas stieg auch die Chemieproduktion in Frankreich, Italien und Spanien an.

In den USA soll sich die Chemieproduktion 2015 nach Einschätzungen des American Chemistry Council um 3,6 % erhöht haben.

Das Wachstum des asiatischen Chemiesektors wird aufgrund einer sinkenden Produktion in China mit voraussichtlich 3,3 % deutlich niedriger als noch im Vorjahr (5,2 %) ausfallen. Der American Chemistry Council schätzt das Wachstum der Chemieproduktion in China für 2015 auf 6,5 % nach 8,6 % im Vorjahr. In Japan hat sich die Produktion sogar leicht verringert. Erwartet wird hier ein Rückgang von 1,1 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Preis für Rohöl schwächte sich im zweiten Halbjahr 2015 stark ab. In den ersten Monaten bewegte sich der Preis für ein Barrel der Sorte Brent relativ stabil in einem Korridor um 60 US-Dollar. Ab Juli sank er kontinuierlich und lag zum Jahresende bei unter 40 US-Dollar.

Darstellung für die Geschäftsentwicklung wesentlicher Ereignisse
Nicht operative Effekte haben 2015 sowohl die Ertrags- und Finanzlage als auch die Vermögenslage beeinflusst.

Zum Jahresende 2014 haben wir zwei Gesellschaften in Brasilien erworben. Die Integration in den Geschäftsbereich ACTEGA hat Auswirkungen auf den Vorjahresvergleich.

Der Ausbau des Minderheitsanteils an der Landa Corp., Rehovot, Israel, beeinflusste sowohl die Bilanz zum 31. Dezember 2015 als auch die Gewinn- und Verlustrechnung des abgeschlossenen Geschäftsjahres.

Die Entwicklung der für ALTANA wesentlichen Wechselkursrelationen zur Konzernwährung Euro hatte 2015 erheblichen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar im Jahresverlauf deutlich an Wert verloren. Der durchschnittliche Wechselkurs sank von 1,33 US-Dollar / Euro in 2014 auf 1,11 US-Dollar / Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr. Eine gleichlaufende Entwicklung verzeichnete der Euro im Verhältnis zum chinesischen Renminbi. Hier sank der durchschnittliche Wechselkurs im Jahresvergleich von 8,19 Renminbi / Euro auf 6,97 Renminbi / Euro. Aufgrund der Entwicklung dieser beiden Währungen ergaben sich hohe positive Effekte aus der Umrechnung der Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung. Auch im Verhältnis zum japanischen Yen und zur indischen Rupie hat der Euro an Wert verloren. Die daraus resultierenden Einflüsse waren jedoch niedriger.

Die Veränderung des Stichtagskurses zwischen Euro und US-Dollar zum Jahresende 2015 im Vergleich zum Jahresende 2014 führte zudem zu deutlichen Einflüssen auf die Konzernbilanz. Diese folgen aus der Umrechnung von Bilanzpositionen US-amerikanischer Konzerngesellschaften in die Konzernwährung Euro zu unterschiedlichen Wechselkursen. So sank der Preis für einen Euro von 1,21 US-Dollar zum Jahresende 2014 auf 1,09 US-Dollar zum Jahresende 2015.

Geschäftsverlauf

Wesentliche Kennzahlen

Umsatzentwicklung Konzern
Mit 2.059,3 Mio. € lag der Konzernumsatz 2015 um 5 % bzw. 107,0 Mio. € über dem Vorjahr (1.952,3 Mio. €). Wesentlich beeinflusst wurde das Wachstum durch nicht-operative positive Effekte. Aus Wechselkursveränderungen, vor allem aus den veränderten Relationen des Euro zum US-Dollar und zum chinesischen Renminbi, resultierte ein Umsatzanstieg von 7 %. Des Weiteren hat die Integration der zum Jahresende 2014 erworbenen brasilianischen Unternehmen in den Geschäftsbereich ACTEGA dazu geführt, dass sich der Konzernumsatz um 24,1 Mio. € erhöhte. Bereinigt um diese Akquisitions- und Wechselkurseffekte lag der Konzernumsatz 2 % niedriger als im Vorjahr.

Damit haben wir das zum Jahresbeginn für 2015 prognostizierte operative Umsatzwachstum in einem Korridor zwischen 2 und 5 % nicht erreicht. Ein maßgeblicher Grund für die Unterschreitungen war die nachlassende Konjunkturdynamik in China. In nahezu allen Geschäftsbereichen lagen die in China erzielten Umsätze operativ deutlich unter dem Vorjahr. Hinzu kamen unter den Erwartungen liegende Umsätze im Bereich der Öl- und Gasförderung. Aufgrund des weiter gesunkenen Rohölpreises wurden vor allem in den USA die Explorationsaktivitäten eingeschränkt.

Insgesamt lagen die Absatzmengen konzernweit unter dem Vorjahresniveau. Die Effekte aus Preisveränderungen und Verschiebungen im Produktmix leisteten auf Konzernebene einen leicht positiven Beitrag zum Umsatzanstieg. Diese Einflüsse entwickelten sich innerhalb des Konzerns jedoch uneinheitlich.

Die regionale Absatz- und Umsatzstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Wechselkurseffekten leicht verschoben.

Mit einem Anteil von 39 % (Vorjahr: 41 %) am gesamten Konzernumsatz stellt die Region Europa weiterhin den bedeutendsten Absatzraum für ALTANA dar. Sowohl nominal als auch operativ lag der Umsatz nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Die im Heimatmarkt Deutschland erwirtschafteten Umsatzerlöse konnten nicht an den Vorjahreswert anknüpfen. Dieser Rückgang wurde jedoch durch einen Anstieg in anderen Ländern Europas ausgeglichen. Insbesondere in den südlichen Märkten haben wir Absatzzuwächse erzielt.

Die Region Amerika baute ihren Umsatzanteil bedingt durch die Stärkung des US-Dollars im Verhältnis zur Konzernwährung Euro und die Ende 2014 erfolgten Akquisitionen in Brasilien weiter aus. Der nominale Umsatzanstieg in der Region betrug 15 %. Bereinigt um Akquisitions- und Wechselkurseffekte lag der Umsatz jedoch 4 % unter dem Vorjahr. Wesentlicher Treiber für den operativen Umsatzrückgang war die erhebliche Reduzierung der Explorationsaktivitäten in der Öl- und Gasförderung. Vor allem die Erschließung neuer Förderquellen in den USA ging im Jahresverlauf parallel zum Rohölpreisrückgang außerordentlich stark zurück. Der Anteil der in Amerika generierten Umsätze stieg allerdings infolge des nominalen Wachstums auf 29 % (Vorjahr: 27 %). Die USA sind mit einem Umsatzanteil von nunmehr 20 % weiterhin der größte Absatzmarkt für ALTANA.

Auf die Region Asien entfielen im zurückliegenden Geschäftsjahr unverändert 30 % der Konzernumsätze. Operativ erreichten die Umsätze allerdings nicht das Niveau aus 2014. Vor allem das schwächere Wirtschaftswachstum in China wirkte sich in einer deutlich rückläufigen Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen des Konzerns in der Region aus. China ist mit einem Umsatzanteil von 15 % der zweitgrößte Absatzmarkt innerhalb des Konzerns.

Umsatz nach Geschäftsbereichen

Umsatz nach Regionen

Umsatzentwicklung BYK Additives & Instruments
Der Geschäftsbereich BYK erreichte im Jahr 2015 einen Umsatzzuwachs von 2 % bzw. 13,3 Mio. € auf 870,0 Mio. € (Vorjahr: 856,7 Mio. €). Bereinigt um positive Wechselkurseinflüsse lag der Umsatz 4 % unter dem Vorjahr.

Ein Grund für diesen operativen Rückgang waren niedrigere Absatzmengen im chinesischen Markt. Die Auswirkungen des abgeschwächten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Wachstums zeigten sich in einer gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Nachfrage nach den Spezialitätenprodukten des Geschäftsbereichs. Neben einer rückläufigen Nachfrage im Endkundengeschäft wirkte sich das eingetrübte Wirtschaftsumfeld auch in einer gegenüber dem Vorjahr reduzierten Lagerhaltung entlang der Wertschöpfungskette aus. Zum anderen führte der im Jahresverlauf deutlich gesunkene Rohölpreis zu einer erheblichen Reduzierung der Explorationsaktivitäten in der Öl- und Gasförderung. Die Nachfrage nach Rheologie-Additiven, die unter anderem in der Exploration eingesetzt werden, nahm daher kontinuierlich ab. Diese Absatzrückgänge konnten innerhalb des Geschäftsbereichs nicht kompensiert werden.

Regional waren von der rückläufigen operativen Umsatzentwicklung vor allem die Regionen Asien und Amerika betroffen. In Asien konnte der prozentual zweistellige operative Umsatzrückgang in China selbst durch ein anhaltend starkes Wachstum in Indien und im Mittleren Osten nicht ausgeglichen werden, da die Nachfragesituation in der gesamten Region Südostasien durch die abgeschwächte Dynamik Chinas negativ beeinflusst war. Bedingt durch die Wechselkursveränderung stieg der in Amerika erwirtschaftete Umsatz zwar an, bereinigt um diese Effekte erreichte die Region jedoch nicht das Umsatzniveau des Jahres 2014. Hier wirkte sich vornehmlich der Rückgang der Aktivitäten in der Öl- und Gasförderung negativ auf den Geschäftsbereich aus. Insbesondere in den USA, dem größten Einzelmarkt für BYK, hat die Erschließung neuer Förderquellen erheblich abgenommen. Die Umsatzentwicklung in Europa verlief sehr stabil. Ein leichter Rückgang der Umsatzerlöse in Deutschland wurde erfolgreich durch ein Wachstum in anderen Ländern der Region ausgeglichen.

Umsatzentwicklung ECKART Effect Pigments
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich ECKART sind im Geschäftsjahr 2015 um 5 % auf 349,7 Mio. € (Vorjahr: 332,2 Mio. €) gestiegen. Bereinigt um positive Wechselkurseffekte erreichte der Umsatz das Vorjahresniveau. Die Absatzmenge an Effektpigmenten hat sich im zurückliegenden Jahr positiv entwickelt. Der daraus resultierende Umsatzanstieg wurde jedoch durch negative Effekte aus der Verschiebung des Produktmix sowie ein leicht rückläufiges Preisniveau aufgezehrt.

Die Absatzerhöhung beruhte vor allem auf einer gestiegenen Nachfrage nach Aluminium- und Zink-Pigmenten, während die Menge verkaufter Kupferprodukte zurückging. ECKART hat seine Aktivitäten mit den Kunden in der Kosmetikbranche weiter ausgebaut und profitierte dabei unter anderem von der Übernahme des Verkaufs von Produkten anderer Geschäftsbereiche des Konzerns. Da ECKART bereits seit Jahren diesen Markt beliefert, verfügt der Geschäftsbereich hier über eine entsprechend gute Marktpositionierung, die wir konzernweit nutzen.

Die regionale Nachfrage verlief 2015 innerhalb des Geschäftsbereichs uneinheitlich. Die Region Europa verzeichnete ein Umsatzplus, wobei ein Rückgang in dem mit Abstand größten Einzelmarkt Deutschland durch ein Wachstum in anderen Ländern ausgeglichen werden konnte. Operativ erreichte der Umsatz in den Ländern Nord- und Südamerikas das Niveau des Vorjahres. Allerdings hat der Rückgang der Explorationsaktivitäten in der Öl- und Gasförderung auch die Nachfrage nach funktionalen Produkten von ECKART negativ beeinflusst. Aufgrund eines deutlichen Rückgangs der Nachfrage in China hat ECKART in der Region Asien operativ nicht die Umsätze des Vorjahres erreicht.

Umsatzentwicklung ELANTAS Electrical Insulation
Der Geschäftsbereich ELANTAS steigerte im Jahr 2015 seinen Umsatz um 7 % auf 463,2 Mio. € (Vorjahr: 431,2 Mio. €). Positive Wechselkurseffekte, insbesondere die Stärkung des US-Dollar und des chinesischen Renminbi gegenüber dem Euro, beeinflussten diese Entwicklung maßgeblich. Bereinigt um die Währungseinflüsse lag der Umsatz 3 % unter dem Vorjahr.

Diese Entwicklung beruht sowohl auf gesunkenen Absatzmengen, vor allem im wichtigen chinesischen Markt, als auch auf niedrigeren Verkaufspreisen.

Auf Asien entfiel im Jahr 2015 die Hälfte der Umsätze. In dieser Region entwickelte sich die Nachfrage rückläufig, wodurch operativ nicht das Umsatzniveau des Vorjahres erzielt werden konnte. Getrieben wurde dieser Rückgang durch den chinesischen Markt. Die Umsatzerlöse mit Kunden in China lagen im zurückliegenden Geschäftsjahr operativ nahezu zweistellig unter dem Vorjahr. Dieser negative Einfluss konnte nicht durch eine starke Geschäftsausweitung in Indien ausgeglichen werden. Auch in der Region Europa konnte ELANTAS nicht das Niveau aus 2014 erreichen. In nahezu allen wesentlichen Einzelmärkten des Kontinents lagen die Umsätze unter dem Vorjahresniveau. Positiv dynamisch hingegen entwickelte sich das Geschäft in Amerika. Bedingt durch eine Ausweitung der Aktivitäten mit Produkten für die Elektro- und Elektronikindustrie konnte der Umsatz in den USA deutlich gesteigert werden. Auch die gesamte Region Amerika erzielte dadurch einen Umsatzzuwachs.

Umsatzentwicklung ACTEGA Coatings & Sealants
Mit einem Umsatz von 376,4 Mio. € (Vorjahr: 332,1 Mio. €) erzielte der Geschäftsbereich ACTEGA mit einem nominalen Zuwachs von 13 % das dynamischste Wachstum aller Geschäftsbereiche. Dieser Anstieg ist zum einen durch positive Wechselkurseffekte begünstigt, zum anderen erhöhte sich der Umsatz von ACTEGA durch die Integration der zum Jahresende 2014 erworbenen Gesellschaften in Brasilien. Bereinigt um diese Einflüsse lag der Umsatz operativ leicht über dem Vorjahresniveau. Dabei stand eine erhöhte Absatzmenge negativen Effekten aus einem veränderten Produktmix und einem niedrigeren Preisniveau gegenüber.

Die regionale Absatzstruktur hat sich 2015 deutlich zugunsten der Region Amerika verschoben. Zwar lag der Umsatz in dieser Region operativ nur auf dem Niveau des Vorjahres, bedingt durch die positiven Wechselkurseffekte aufgrund des starken US-Dollars sowie die Akquisitionen in Brasilien erhöhte sich der Anteil am gesamten Umsatz des Geschäftsbereichs aber auf 39 %. Die USA sind weiterhin der wichtigste Absatzmarkt für ACTEGA. In Europa haben sich die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau bewegt. Hier konnte ein Rückgang in Deutschland durch ein Wachstum in anderen Ländern kompensiert werden. Den Umsatz in Asien hat ACTEGA im Jahr 2015 ausgebaut. Verglichen mit der regionalen Struktur des Konzernumsatzes lag der Anteil der Region am gesamten Umsatz des Geschäftsbereichs mit knapp 10 % weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Ertragslage

Die Entwicklung der wesentlichen Ergebnisgrößen wurde – wie schon die Umsatzkennzahlen – ebenfalls durch die Effekte aus Wechselkursveränderungen wesentlich beeinflusst. Dieser positive Einfluss konnte die aus dem operativ rückläufigen Umsatz resultierenden Ergebnisbelastungen jedoch nicht vollumfänglich ausgleichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 2 % auf 390,9 Mio. € (Vorjahr: 397,4 Mio. €). Der um Akquisitions- und Wechselkurseffekte bereinigte operative Rückgang betrug 4 %. ALTANA erzielte im Geschäftsjahr 2015 eine EBITDA-Marge von 19,0 % (Vorjahr: 20,4 %).

Sowohl die Entwicklung des absoluten EBITDA als auch der EBITDA-Marge lagen unter unseren Erwartungen. Zu Jahresbeginn 2015 hatten wir noch eine Entwicklung des Ergebnisses auf dem Niveau des Umsatzwachstums erwartet und damit eine Profitabilität in der Größenordnung um 20 %.

Die negative Abweichung zur Prognose beruhte zum einen darauf, dass die positiven Wechselkurseffekte im Ergebnis geringer ausfielen als auf Umsatzebene. Die insbesondere in US-Dollar und dem chinesischen Renminbi erzielten Umsatzerlöse machen einen höheren Anteil am Gesamtumsatz aus als die in den entsprechenden Währungen erwirtschafteten Ergebnisanteile. Zum anderen führten Restrukturierungsmaßnahmen und generell erhöhte Personalaufwendungen zu einem operativ überproportionalen Anstieg der Kosten.

Die für ALTANA wichtigste Kostengröße, die Rohstoff- und Verpackungskosten, hat sich im relativen Verhältnis positiv entwickelt. Die Materialeinsatzquote, das Verhältnis dieser Kosten zum Umsatz, verringerte sich im Jahresverlauf 2015 auf 42,0 %. Dieser Trend wird durch nahezu alle Geschäftsbereiche getragen und basiert unter anderem auf der in den letzten Jahren kontinuierlich vorangetriebenen Rückwärtsintegration bei einzelnen Einsatzmaterialien sowie der fortlaufenden Spezialisierung auf Produkte und Märkte mit einer höheren Wertschöpfung. Hinzu kam im zurückliegenden Geschäftsjahr, dass sich die Preise auf den wesentlichen Rohstoffmärkten vorteilhaft für ALTANA entwickelten.

Andere für ALTANA wichtige Kostengrößen sind hingegen überproportional zum Umsatzwachstum angestiegen. Die Personalaufwendungen erhöhten sich zum einen durch die beschlossenen Tarifanpassungen, wurden aber auch durch die im Vorjahr erfolgten Akquisitionen in Brasilien sowie den Ausbau der Belegschaft beeinflusst. Die Quote der Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz erhöhte sich auf 22,0 %. Diese enthält Restrukturierungsaufwendungen an Standorten in Deutschland. Zudem erhöhten sich die Abschreibungen durch außerplanmäßige Wertminderungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 11,5 Mio. €.

Die Struktur der Funktionskosten hat sich 2015 nicht wesentlich verändert. Die Produktionskosten stiegen generell vor allem wechselkursbedingt und im Zuge der Integration der in Brasilien erworbenen Unternehmen an. Neben der allgemeinen Erhöhung der Personalkosten, die sich auch in einem Anstieg der produktionsbezogenen Personalkosten zeigt, haben sich auch die Abschreibungen im Zuge des Ausbaus der Produktionskapazitäten im Geschäftsbereich BYK überproportional erhöht.

Die Vertriebskosten stiegen im Geschäftsjahr 2015 insgesamt unterproportional zum Umsatz. Dabei haben sich die direkt umsatzabhängigen Kosten stabil entwickelt, da ein Anstieg der Frachten durch einen Rückgang der Vertriebskommissionen ausgeglichen werden konnte.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen hingegen stärker als der Umsatz. Erhöht haben sich in diesem Funktionskostenbereich die Personalkosten, aber auch die Aufwendungen für fremdvergebene Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie Reisekosten. Zudem stiegen die Abschreibungen im Zuge der Inbetriebnahme neuer oder erweiterter Laborkapazitäten.

Der überproportionale Anstieg der Verwaltungskosten wurde überwiegend durch Wechselkurseffekte und die Integration der neuen Gesellschaften in Brasilien getrieben. Hinzu kamen erhöhte Aufwendungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme mit langfristiger Anreizwirkung.

Der Saldo der Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr maßgeblich durch außerordentliche Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen von Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen belastet.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 251,3 Mio. € und damit nicht das Niveau des Vorjahres (267,7 Mio. €).

Das Finanzergebnis erreichte - 10,7 Mio. € (Vorjahr: - 14,1 Mio. €). Hauptgründe für die Verbesserung waren sowohl gesunkene Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten als auch niedrigere Belastungen aus Pensionsverpflichtungen. Demgegenüber hat sich das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen von - 1,8 Mio. € im Vorjahr auf - 12,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2015 verschlechtert. Dieser Rückgang beruht auf der Tatsache, dass ALTANA 2015 die Beteiligung an der israelischen Landa Corp. ausgebaut hat und auch erstmalig das anteilige Ergebnis eines vollen Geschäftsjahres berücksichtigt wurde. Da der erste Anteilserwerb Mitte 2014 stattfand, wurde im Vorjahr nur das auf die Beteiligung anfallende Ergebnis der zweiten Jahreshälfte berücksichtigt. Zudem hat die Gesellschaft im Vorfeld der breiten Markteinführung neuer Produkte ihre Produktions- und Entwicklungsaktivitäten weiter ausgebaut und dabei einen höheren Jahresverlust ausgewiesen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank auf 227,8 Mio. € (Vorjahr: 251,8 Mio. €), das Ergebnis nach Steuern (EAT) auf 158,0 Mio. € (Vorjahr: 179,2 Mio. €).

Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage

Umsatz (Angaben in Mio. € )

EBITDA (Angaben in Mio. € )

Vermögens- und Finanzlage

Investitionen

Investitionen nach Geschäftsbereichen

ALTANA investierte im zurückliegenden Geschäftsjahr insgesamt 85,6 Mio. € (Vorjahr: 90,4 Mio. €) in den Ausbau der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Investitionsquote, also das Verhältnis der Investitionen zum Umsatz, lag mit 4,2 % unterhalb der von uns für 2015 prognostizierten Bandbreite von 5 bis 6 %. Einzelne Projekte wurden aufgrund der sich im Jahresverlauf abschwächenden operativen Geschäftsentwicklung ausgesetzt oder zeitlich verschoben.

Von der gesamten Investitionssumme entfielen 74,5 Mio. € (Vorjahr: 85,5 Mio. €) auf den Zugang von Sachanlagen und 11,0 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €) auf Immaterielle Vermögenswerte. Der deutliche Anstieg bei den Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte resultiert aus dem Ausbau der ERP-Infrastruktur in den Geschäftsbereichen BYK und ECKART.

Nachdem der umfangreiche Ausbau der Produktionskapazitäten im Geschäftsbereich BYK in den USA 2014 abgeschlossen wurde, hat sich der regionale Schwerpunkt der Investitionen wieder auf die Konzernstandorte in Deutschland verschoben. Knapp über die Hälfte aller Investitionen entfällt auf deutsche Tochtergesellschaften. Ein weiterer wesentlicher Anteil der Investitionen wurde in den USA getätigt.

Der Geschäftsbereich BYK hat 2015 insgesamt 43,2 Mio. € (Vorjahr: 45,9 Mio. €), vornehmlich in den Ausbau der Produktionskapazitäten und der ERP-Infrastruktur, investiert. Im Wesentlichen entfielen diese Ausgaben auf den größten Standort von BYK in Wesel und die Tochtergesellschaften in den USA.

Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich ECKART lag mit 19,3 Mio. € (Vorjahr: 20,1 Mio. €) noch einmal unterhalb des Vorjahres. Das bedeutendste Einzelprojekt umfasste die Erweiterung der Kapazitäten zur Herstellung von Produkten für funktionale Anwendungen in der Bauindustrie.

Der Geschäftsbereich ELANTAS investierte mit 10,7 Mio. € weniger in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte als noch im Vorjahr (15,9 Mio. €). Die Hälfte der Investitionen entfiel auf die Produktions- und Entwicklungsstandorte des Geschäftsbereichs in Italien.

Mit 12,0 Mio. € investierte der Geschäftsbereich ACTEGA deutlich mehr in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als im Vorjahr (8,2 Mio. €). Ein Schwerpunkt war die im Jahr 2015 begonnene Erweiterung der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten am Standort in Grevenbroich.

Investitionen ALTANA Konzern (Angaben in Mio. € )

Bilanzstruktur

Wesentliche Kennzahlen

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2015 stieg die Bilanzsumme des ALTANA Konzerns von 2.756,2 Mio. € auf 2.964,5 Mio. € an. Die Erhöhung um 208,3 Mio. € bzw. 8 % resultiert vornehmlich aus Wechselkurseffekten. Insbesondere die Stärkung des US-Dollars gegenüber der Konzernwährung Euro führte zu erhöhten Bilanzwerten aus der Umrechnung der Bilanzwerte unserer US-amerikanischen Konzerngesellschaften.

Die Immateriellen Vermögenswerte stiegen um 9,6 Mio. € auf 934,5 Mio. € (Vorjahr: 925,0 Mio. €). Die Abschreibungen bei den Immateriellen Vermögenswerten wurden durch positive Wechselkurseffekte ausgeglichen. Hinzu kamen zu einem kleineren Anteil Zugänge im Bereich Software. Auch die Sachanlagen wurden durch veränderte Währungsumrechnungskurse beeinflusst. Der Anstieg auf 751,3 Mio. € (Vorjahr: 740,3 Mio. €) wurde durch Wechselkurseffekte getrieben, während die Zugänge in etwa auf Höhe der Abschreibungen lagen.

Die gesamten Langfristigen Vermögenswerte erreichten zum Bilanzstichtag 1.814,4 Mio. € (Vorjahr: 1.753,7 Mio. €) und lagen damit 3 % über dem Vorjahreswert. Ihr Anteil an der Bilanzsumme sank im Jahresverlauf auf 61 %.

Die Veränderung der Kurzfristigen Vermögenswerte wurde insbesondere durch die Veränderung des Bestands an Liquiden Mitteln bestimmt. Diese erhöhten sich von 277,1 Mio. € um 145,0 Mio. € auf 422,1 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Die Entwicklungen der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen glichen sich nahezu aus. Die Reichweite des gesamten Net Working Capital, bezogen auf das Verhältnis zur Geschäftsentwicklung der jeweils vorangegangenen drei Monate unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sank zum Ende 2015 auf 105 Tage (Vorjahr: 110 Tage). Positiv wirkte sich die Erhöhung der Reichweite für die Verbindlichkeiten aus, die einen Anstieg der Reichweite des Vorratsvermögens überkompensieren konnte. Der relative Bestand an Forderungen lag im Vergleich zum Vorjahr auf einem stabilen Niveau. Die Verbesserung der Net Working Capital-Reichweiten entsprach der Anfang des Jahres 2015 prognostizierten Entwicklung. Die gesamten Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 15 % auf 1.150,1 Mio. € (Vorjahr: 1.002,5 Mio. €).

Auf der Passivseite hat ALTANA die Langfristigen Verbindlichkeiten auf 633,4 Mio. € (Vorjahr: 701,2 Mio. €) weiter reduziert. Dieser Rückgang beruht zum einen auf der Tatsache, dass im Geschäftsjahr 2016 die erste Tranche aus den bestehenden Schuldscheindarlehen zur Tilgung fällig wird und dieser Anteil daher in den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bilanziert wird. Zum anderen sind auch die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gesunken. Der Anteil der gesamten Langfristigen Verbindlichkeiten sank von 25 auf 21 %.

Erhöht hat sich die Summe der in der Bilanz ausgewiesenen Kurzfristigen Verbindlichkeiten von 309,5 Mio. € auf 395,4 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Auf die Umgliederung des kurzfristig fälligen Schuldscheindarlehens entfielen davon alleine 65,0 Mio. €. Des Weiteren sind auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angestiegen.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 190,2 Mio. € auf 1.935,6 Mio. € (Vorjahr: 1.745,5 Mio. €). Neben der Berücksichtigung des Überschusses des Geschäftsjahres 2015 führten auch die Einflüsse von Wechselkursveränderungen zu einem deutlichen Anstieg des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2015 stieg auf 65  % (Vorjahr: 63 %).

Die Nettofinanzverschuldung, also der Saldo aus Liquiden Mitteln, kurzfristig gehaltenen Wertpapieren, Finanzverbindlichkeiten sowie Pensionsrückstellungen konnte im Jahresverlauf 2015 um 165,9 Mio. € reduziert werden und erreichte zum Jahresende 114,2 Mio. € (Vorjahr: 280,1 Mio. €).

Struktur der Konzernbilanz

Grundsätze und Ziele der Finanzierungsstrategie
Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit soll grundsätzlich durch den im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erwirtschafteten Cash Flow abgedeckt werden. Gleiches gilt für den Bedarf an Investitionen, die dem kontinuierlichen Ausbau der Geschäftsaktivitäten dienen.

Daraus abgeleitet orientieren sich die Ziele unserer Finanzierungsstrategie daran, zum einen die im Konzern erwirtschafteten liquiden Mittel zentral zur Verfügung zu halten. Zum anderen wird ein Finanzrahmen angestrebt, der es ALTANA ermöglicht, Akquisitionen und auch große, über das gewöhnliche Maß hinausgehende Investitionsprojekte flexibel und schnell abzuwickeln.

Um diese Ziele erfolgreich umzusetzen, steuern wir nahezu die komplette Konzerninnenfinanzierung zentral über die ALTANA AG. Hierzu sind für die bedeutenden Währungsräume Cash Pools eingerichtet. Aus der Emission zweier Schuldscheindarlehen in den Jahren 2012 und 2013 bestanden zum Jahresende 2015 Verbindlichkeiten über insgesamt 350 Mio. €. Die Schuldscheindarlehen verfügen über Tranchen mit sowohl variabler als auch fixer Verzinsung und unterschiedlichen Laufzeiten. Die Tilgung erfolgt mit nahezu stabilen jährlichen Beträgen in den Jahren 2016 bis 2020. Zudem besteht noch ein allgemeiner Konsortialkreditrahmen mit einer Linie von 250 Mio. €, der 2015 angepasst und verlängert wurde. Die neue Laufzeit beträgt fünf Jahre mit der Option auf Verlängerung um insgesamt zwei weitere Jahre.

Diese Finanzierungsstruktur bietet ALTANA die notwendige Flexibilität, um kurzfristige und auch investitionsintensive Wachstumsopportunitäten angemessen nutzen zu können. Die Verteilung der Fristigkeit der genutzten Finanzierungsinstrumente ermöglicht es uns, die Tilgung der Verbindlichkeiten über die Zuflüsse aus dem operativen Cash Flow optimal zu steuern.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente nutzen wir weiterhin nur sehr eingeschränkt. Dabei handelt es sich um Einkaufsverpflichtungen, operative Leasingverpflichtungen sowie um Garantien für Pensionsverpflichtungen. Details zu den bestehenden Finanzierungsinstrumenten sind im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt.

Liquiditätsanalyse

Liquiditätskennzahlen

Im Laufe des Jahres 2015 erhöhte sich der Bestand an Liquiden Mitteln um 145,0 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €) auf 422,1 Mio. € (Vorjahr: 277,1 Mio. €).

Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit erhöhte sich um 16 % auf 346,1 Mio. € (Vorjahr: 298,2 Mio. €). Damit lag der operative Cash Flow über unseren Erwartungen. Zum Jahresbeginn 2015 sind wir noch von einem Mittelzufluss in Höhe des Vorjahres ausgegangen. Getragen wurde dieses Wachstum durch die Reduzierung des Net Working Capital. Hierdurch konnten der niedrigere Konzernjahresüberschuss und auch negative Effekte aus Ertragsteuerpositionen ausgeglichen werden. Positiv wirkte sich zudem die Entwicklung der Rückstellungen aus.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ging gegenüber dem Vorjahr in 2015 auf 140,7 Mio. € (Vorjahr: 162,9 Mio. €) zurück. Neben den leicht rückläufigen Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen fielen keine Auszahlungen für Akquisitionen im Jahr 2015 an, während das Vorjahr die Übernahme der brasilianischen Gesellschaften enthält.

Aus der Finanzierungstätigkeit flossen im Geschäfts-jahr 2015 Mittel in Höhe von 63,1 Mio. € (Vorjahr: 123,2 Mio. €) ab. Die Finanzverbindlichkeiten wurden im Jahresverlauf unwesentlich reduziert. Im Vorjahr hatte ALTANA mit der Tilgung der Akquisitionsfinanzierung aus 2013 noch einen deutlich höheren Abfluss aus der Rückführung von Verbindlichkeiten verzeichnet. Die Dividendenzahlung lag im abgeschlossenen Geschäftsjahr leicht über dem Vorjahr.

Wertmanagement

Kennzahlen Wertmanagement

Die Veränderung des Unternehmenswerts wird bei ALTANA über die Kennziffer ALTANA Value Added (AVA) bestimmt. Im Geschäftsjahr 2015 haben wir wieder einen deutlich positi-ven Beitrag zur Entwicklung des Unternehmenswerts geleistet. Das durchschnittlich im Konzern gebundene Kapital erhöhte sich auf 2.354,4 Mio. € (Vorjahr: 2.299,6 Mio. €). Wesentliche Einflüsse auf das Kapital hatten Akquisitionen in Brasilien und Wechselkurseffekte. Mit 237,5 Mio. € (Vorjahr: 235,9 Mio. €) stieg der operative Ertrag hingegen nur in einem geringen Umfang.

Der Return on Capital Employed (ROCE) lag 2015 mit 10,1 % nur leicht unter dem Vorjahr (10,3 %). Bei einem unveränderten Kapitalkostensatz von 8,0 % erreichte der relative AVA 2,1 % (Vorjahr: 2,3 %).

Die Kapitalkosten erhöhten sich analog zum Anstieg des operativen Kapitals auf 188,4 Mio. € (Vorjahr: 184,0 Mio. €). Damit erreichte der absolute AVA im abgeschlossenen Geschäftsjahr 49,2 Mio. € (Vorjahr: 51,9 Mio. €).

Die für 2015 prognostizierte leichte Verbesserung der Wertkennzahlen konnten wir daher nicht realisieren. Das hohe Niveau des Vorjahres haben wir aber erreicht.

Gesamteinschätzung zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage

Im Jahresverlauf haben sich die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Marktbedingungen kontinuierlich eingetrübt. In diesem Umfeld konnte ALTANA operativ nicht den Umsatz des Vorjahres erreichen. Nominal erhöhten sich die Umsatzerlöse jedoch bedingt durch signifikante Wechselkurseinflüsse und Effekte aus Übernahmen. Die Profitabilität konnte allerdings nicht ganz auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Vorteile aus einer niedrigeren Materialkostenquote wurden durch gestiegene Personalkosten überkompensiert.

Die Bilanzstrukturen haben wir in 2015 hingegen noch weiter gestärkt und die Finanzierungsspielräume ausgebaut.