ALTANA

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die globale Konjunktur entwickelte sich 2017 dynamischer als in den vorangegangenen Jahren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass das globale Wirtschaftswachstum im abgeschlossenen Jahr 3,7 % betrug (Vorjahr: 3,2 %). Die aufstrebenden Schwellenländer sind auch im Jahr 2017 stärker gewachsen als die etablierten Wirtschaftsnationen, deren Wachstumstempo jedoch deutlicher zulegen konnte. Im Wesentlichen wurde die anziehende Dynamik der fortgeschrittenen Wirtschaftsnationen durch die USA und die Euro-Region getrieben. Im Einzelnen entwickelten sich die volkswirtschaftlichen Kennzahlen in den für das Geschäft von ALTANA wesentlichen Absatzregionen 2017 auf unterschiedlichen Niveaus.

Der Euro-Raum zeigt mit erwarteten 2,3 % ein höheres Wachstum als noch im vorangegangenen Jahr 2016 (1,5 %). Die wesentlichen Volkswirtschaften in Europa weisen eine dynamische Entwicklung der Konjunktur aus. Insbesondere Deutschland verzeichnete nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes eine im Vergleich zum Vorjahr erhöhte Zunahme der Wirtschaftsleistung um 2,2 % (Vorjahr: 1,9 %). Aber auch andere wesentliche Wirtschaftsnationen im Euro-Raum, wie Frankreich und Italien, haben die Wachstumsdynamik erhöht.

Die konjunkturelle Dynamik in den Ländern Amerikas verlief nach aktuellen Schätzungen des IWF 2017 generell positiv, nachdem sich diese in den Vorjahren sehr uneinheitlich entwickelte. Das Wachstum der Wirtschaftsleistung der USA sollte sich nach einem Zuwachs von 1,5 % im Vorjahr auf 2,3 % im Berichtszeitraum beschleunigt haben. Auf einem niedrigeren Niveau hat sich das Konjunkturwachstum in den wesentlichen lateinamerikanischen Volkswirtschaften entwickelt, allerdings haben sich die rezessiven Trends in einzelnen Volkswirtschaften umgekehrt. Insbesondere die Wirtschaft in Brasilien hat 2017 ein leichtes Wachstum in Höhe von 1,1 % erreicht, nach Jahren der Rezession (Vorjahr: - 3,5 %).

In Asien hat sich das Wachstum stabilisiert. Die Wachstumsraten der großen aufstrebenden Wirtschaftsnationen China und Indien lagen mit 6,8 % bzw. 6,7 % in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (6,7 % bzw. 7,1 %) und waren die treibenden Kräfte für die sehr positive regionale Konjunktur im asiatischen Raum. Auch die Staaten des ASEAN-5 Wirtschaftsraums sollten den bereits im Vorjahr aufgezeigten positiven Trend (+ 4,9 %) mit einem Wachstum von 5,3 % fortgesetzt haben. Der IWF erwartet, dass sich die volkswirtschaftliche Situation in Japan 2017 mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr (+ 0,9 %) verbessert hat.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Die Branchenvereinigung American Chemistry Council (ACC) schätzt das Wachstum der globalen Chemieproduktion im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 2,5 % ein und somit oberhalb des Wachstums 2016 (2,2 %).

Der in Europa größte Chemieproduzent Deutschland verzeichnete 2017 nach Einschätzung des Branchenverbands VCI ein Wachstum des Produktionsvolumens von 2,5 %, nach einem Stillstand im Vorjahr. Dabei profitierte die Chemie in Deutschland sowohl von einer positiven Nachfrageentwicklung in China als auch von einer erhöhten Dynamik der Industriekonjunktur in Europa. Die Branchenumsätze sind infolge eines parallel gestiegenen Preisniveaus sogar um 5,5 % gestiegen. Andere Länder Europas verzeichneten nach Einschätzung des ACC ebenso eine deutlich positive Entwicklung der Chemieproduktion, u. a. Frankreich (+ 4,7 %), Italien (+ 3,6 %) und die Schweiz (+ 1,9 %).

In den USA verharrte die Produktionsmenge nach Einschätzungen des American Chemistry Council 2017 allerdings auf dem Niveau des Vorjahres. In Lateinamerika entwickelte sich die Chemieproduktion trotz der wieder anziehenden gesamtwirtschaftlichen Konjunkturdaten mit - 1,8 % anhaltend rückläufig.

Die Chemiebranche im Raum Asien-Pazifik war im abgeschlossenen Geschäftsjahr wieder der regionale Treiber für das globale Wachstum. Das ACC schätzt den Produktionszuwachs in dieser Region auf 4,6 % und damit deutlich über der Dynamik des Vorjahres (+ 3,6 %). Alle wesentlichen Wirtschaftsnationen in Asien verzeichneten eine dynamische Entwicklung. Die Chemieproduktion in China legte um 5,5 % zu, Japan steigerte die Herstellung von Chemieprodukten um 4,4 %. Indien konnte einen Zuwachs der produzierten Chemiegüter um sogar 7,7 % erreichen.

Der Preis für ein Barrel Rohöl ist im Laufe der ersten Jahreshälfte 2017 von knapp 55 US-Dollar auf unter 45 US-Dollar im Juni gesunken. In den folgenden Monaten stieg der Preis jedoch kontinuierlich an und erreichte zum Jahresende mit knapp 67 US-Dollar den Jahreshöchststand. Im Jahresdurchschnitt lag das Preisniveau 2017 somit deutlich höher als im Vorjahr.

Darstellung für die Geschäftsentwicklung wesentlicher Ereignisse
Nicht-operative Effekte haben 2017 sowohl die Ertrags- und Finanzlage als auch die Vermögenslage beeinflusst.

Im März baute ALTANA mit der Übernahme der US-amerikanischen und deutschen PolyAd-Gesellschaften das Geschäft mit Additivlösungen für den globalen Kunststoffmarkt weiter aus. Die Aktivitäten wurden in den Geschäftsbereich BYK integriert. Des Weiteren wurde mit der Integration des Isolierharz-Geschäfts von Solvay mit dem amerikanischen Standort in Olean im Juni der Geschäftsbereich ELANTAS gestärkt. Der Geschäftsbereich ELANTAS wurde im November zusätzlich durch die Übernahme von Drahtlackaktivitäten in China ausgebaut. Diese Veränderungen im Konsolidierungskreis des Konzerns haben sich auf steuerungsrelevante Kennzahlen ausgewirkt.

Auch der Erwerb neuartiger Technologien, die in den kommenden Jahren zur Marktreife geführt werden sollen, hat die Konzernkennzahlen maßgeblich beeinflusst. Zu nennen ist hierbei vor allem der Erwerb der Metallografie-Technologie von der israelischen Landa Labs. 

Die Entwicklung der für ALTANA wesentlichen Wechselkursrelationen zur Konzernwährung Euro hatte 2017 einen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Der durchschnittliche Wechselkurs des Euro zum US-Dollar lag mit 1,13 US-Dollar / Euro leicht über dem Vorjahr (1,11 US-Dollar / Euro). Effekte aus veränderten Wechselkursrelationen resultierten zudem aus einem Anstieg des durchschnittlichen Wechselkurses von Euro zu chinesischen Renminbi von 7,35 Renminbi / Euro auf 7,63 Renminbi / Euro.

Während die Effekte aus veränderten Jahresdurchschnittskursen auf Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung 2017 begrenzt waren, resultierten aus Differenzen bei den Kursen zum Bilanzstichtag spürbare Effekte auf Bilanzpositionen im Vergleich zum Vorjahr. So lag der Stichtagskurs des US-Dollar zum Ende 2017 mit 1,20 US-Dollar / Euro deutlich über dem Kurs zum Ende 2016 (1,05 US-Dollar / Euro).

Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung Konzern
Der Konzernumsatz erreichte 2017 insgesamt 2.247,0 Mio. € und stieg damit um 8 % bzw. 171,6 Mio. € zum Vorjahr (2.075,3 Mio. € ). Nicht-operative Effekte haben die Umsatzentwicklung insgesamt positiv beeinflusst. Aus den Akquisitionen der PolyAd-Gesellschaften (Geschäftsbereich BYK) und der Integration der in den USA und in China erworbenen neuen Aktivitäten im Geschäftsbereich ELANTAS resultierte ein Umsatzanstieg in Höhe von 2 % zum Vorjahr.

Hierzu trug auch die bereits zur Jahresmitte 2016 erfolgte Integration der Addcomp-Gesellschaften in den Geschäftsbereich BYK in Teilen bei, die im abgeschlossenen Geschäftsjahr erstmalig für ein volles Jahr in den Konzernabschluss einbezogen waren. Gegenläufig reduzierte sich der Konzernumsatz leicht durch die bereits 2016 abgeschlossene Veräußerung der ACTEGA Colorchemie Gruppe. In Teilen wurden die positiven Akquisitionseffekte durch Belastungen aus Wechselkursveränderungen kompensiert. Vor allem aus den veränderten Relationen des Euro zum chinesischen Renminbi und zum US-Dollar resultierten leichte Umsatzrückgänge, die sich auf 1 % summierten. Somit betrug das um diese nicht-operativen Effekte bereinigte operative Umsatzwachstum zum Vorjahr 7 %. Damit lag das Umsatzwachstum oberhalb des von uns zum Jahresbeginn für 2017 prognostizierten operativen Wachstumskorridors zwischen 2 % und 5 %.

Wesentlicher Treiber für das operative Wachstum war ein Anstieg der Absatzmengen. Die Effekte aus Preisveränderungen und Verschiebungen im Produktmix belasteten das Umsatzniveau im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich. Insgesamt entwickelten sich diese Einflüsse innerhalb des Konzerns jedoch uneinheitlich.

Die regionale Absatz- und Umsatzstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verschoben. Mit einem Anteil von 38 % (Vorjahr: 38 %) am gesamten Konzernumsatz stellt die Region Europa weiterhin den bedeutendsten Absatzraum für ALTANA dar. Sowohl nominal als auch operativ lag der Umsatz in Europa deutlich über dem Vorjahreswert. In allen für ALTANA wichtigen Absatzmärkten in Europa hat sich der Umsatz sehr dynamisch entwickelt. Nur in Großbritannien und einigen osteuropäischen Ländern lag der Umsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr niedriger als in 2016.

Der Umsatz in der Region Amerika stieg 2017 um 6 %, nachdem das Geschäft im Vorjahr noch geschrumpft war. Bereinigt um positive Akquisitions- und leicht negative Wechselkurseffekte erreichte das operative Wachstum 2 %. Der Umsatz in den USA – mit einem Umsatzanteil von 19 % weiterhin der größte einzelne Absatzmarkt für ALTANA – stieg operativ um 3 %. Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg war eine ausgeprägte Erholung der Explorationsaktivitäten in der Öl- und Gasförderung. Infolge des gestiegenen Rohölpreisniveaus wurden neue Förderquellen in den USA erschlossen, weshalb sich die Nachfrage nach entsprechenden Spezialprodukten des Geschäftsbereichs BYK im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. In Brasilien und anderen wesentlichen lateinamerikanischen Märkten erreichte der Umsatz hingegen nicht die Vorjahreswerte. Insgesamt entfiel auf Amerika 2017 unverändert ein Anteil von 28 % (Vorjahr: 28 %) am globalen Konzernumsatz.

Die Region Asien verbuchte im zurückliegenden Geschäftsjahr 33 % (Vorjahr: 31 %) der Konzernumsätze. Mit einem operativen Wachstum von 13 % war Asien im abgeschlossenen Geschäftsjahr – wie bereits im Vorjahr – der größte regionale Wachstumstreiber. Insbesondere die Umsätze in China entwickelten sich mit einem operativen Zuwachs von 20 % außerordentlich stark. China ist mit einem Umsatzanteil von inzwischen 18 % der zweitgrößte Absatzmarkt innerhalb des Konzerns. Auch in anderen Ländern Asiens konnten positive Wachstumsbeiträge erwirtschaftet werden. Zu nennen sind hier vor allem Südkorea, Japan und Thailand. Die Umsätze mit Kunden in Indien, nach China der zweitgrößte Absatzmarkt in Asien, erreichten knapp das Niveau des Vorjahres. Diese sehr dynamische Nachfrageentwicklung, insbesondere in China, war der wesentliche Grund, warum die Anfang 2017 formulierte Wachstumsprognose überschritten wurde.

Umsatzentwicklung BYK
Der Geschäftsbereich BYK erreichte im Jahr 2017 einen Umsatzzuwachs von 13 % bzw. 121,2 Mio. € auf 1.030,4 Mio. € (Vorjahr: 909,1 Mio. € ) und damit die stärkste Dynamik innerhalb des ALTANA Konzerns. Getrieben wurde dieser Anstieg dabei unter anderem durch die Integration der 2017 erworbenen PolyAd-Gesellschaften sowie den jahresanteiligen Effekt aus der Übernahme der Addcomp-Aktivitäten in 2016. Bereinigt um diese Auswirkungen und leicht negative Belastungen aus Wechselkursveränderungen betrug der operative Umsatzanstieg 9 %.

BYK profitierte in allen Märken und Regionen von einem Anstieg der Nachfrage. Die Absatzmenge zog im Vergleich zum Vorjahr spürbar an. Ein wesentlicher Anteil des Mengenwachstums entfiel auf die Wiederbelebung der Nachfrage im Bereich Öl und Gas. Sowohl das Geschäft mit Additiven für die Lack- und Kunststoffindustrie als auch der Vertrieb von Mess- und Prüfinstrumenten entwickelte sich stärker als die relevanten Märkte. 

Regional wurde das Wachstum des Geschäftsbereichs sehr stark durch Asien – und hier insbesondere durch die steigende Nachfrage von Kunden in dem für BYK zweitgrößten Einzelmarkt China – getragen. Die Nachfrage nach speziellen Produkten, die zur Herstellung besonders umweltfreundlicher Lacke und Farben genutzt werden, hat das Umsatzwachstum in China getrieben. In weiteren wesentlichen Ländern Asiens konnten ebenfalls teilweise erhebliche Umsatzzuwächse generiert werden. Zu nennen sind dabei vor allem Südkorea, Japan, Thailand und Indien. In Europa stieg der Umsatz zwar nicht mit der Dynamik der asiatischen Absatzregion, aber das Wachstum erreichte auch in dieser für den Geschäftsbereich wichtigsten Kernregion ein sehr hohes Niveau. Nur in einigen kleineren Absatzmärkten Osteuropas erreichte der Umsatz nicht das Vorjahresniveau. Positiv verlief die Umsatzentwicklung in der Region Amerika. Insbesondere in dem größten Einzelmarkt USA stieg der Umsatz spürbar. Hier wirkte sich vornehmlich der Ausbau der Aktivitäten in der Öl- und Gasförderung positiv auf den Geschäftsverlauf aus. Die bereits im Vorjahr eingeleitete Trendwende in diesem Marktsegment hat sich infolge des ansteigenden Rohölpreises weiter fortgesetzt. Eine im Jahresverlauf zunehmende Knappheit von Rohstoffen begrenzte das Wachstum in einigen Produktgruppen.

Umsatzentwicklung ECKART
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich ECKART sind um 6 % auf 385,3 Mio. € (Vorjahr: 361,9 Mio. € ) gestiegen. Bereinigt um leicht negative Wechselkurseffekte erreichte der operative Umsatzanstieg 7 %. Die Absatzmenge an Effektpigmenten war im zurückliegenden Jahr der wesentliche Treiber für das Umsatzwachstum. Zusätzlich profitierte der Geschäftsbereich leicht von einer Verschiebung des Produktportfolios.

Der größte Anteil der Produkte wurde an Kunden der Lack-, Farben- und Kunststoffindustrie verkauft, wobei der Umsatz 2017 in diesem Segment deutlich über dem des Vorjahres lag. Die Aktivitäten in der Kosmetikbranche baute ECKART im abgeschlossenen Geschäftsjahr ebenfalls aus und hat damit die Dynamik von 2016 in diesem Segment erfolgreich fortgesetzt. Auch der Absatz von Produkten für funktionale Anwendungen stieg im Vergleich zu 2016 an. Nur die Umsätze mit Kunden der grafischen Industrie erreichten nicht ganz das Vorjahr.

Die Nachfrage verlief 2017 innerhalb des Geschäftsbereichs in allen Regionen positiv. Asien war der größte regionale Wachstumsmotor, gefolgt von der Region Amerika. Europa verzeichnete ebenfalls ein Umsatzplus.

Umsatzentwicklung ELANTAS
Im Geschäftsbereich ELANTAS erhöhte sich der Umsatz im Jahr 2017 um 8 % bzw. 36,6 Mio. € auf 488,7 Mio. € (Vorjahr: 452,1 Mio. € ). Bereinigt um den Umsatzanstieg aus den beiden im Jahresverlauf abgeschlossenen Akquisitionen in den USA und China sowie um negative Währungseinflüsse erreichte der operative Umsatzanstieg 7 % zum Vorjahr. Die Nachfrage nach den Isoliermaterialien des Geschäftsbereichs entwickelte sich 2017 erfreulich positiv. Der damit einhergehende Anstieg der Absatzmenge wurde in Teilen durch ein anhaltend sinkendes Preisniveau kompensiert.

Die positive Umsatzentwicklung spiegelte sich in allen wesentlichen Geschäftsfeldern wider. Der größte Produktbereich der Drahtlacke erwirtschaftete den größten Anteil des Umsatzwachstums. Aber auch das Segment Elektrik verzeichnete eine dynamische Nachfrageentwicklung.

Regional betrachtet wies die Kernregion Asien die stärkste operative Entwicklung auf. Auf Asien entfiel im Jahr 2017 mehr als die Hälfte der gesamten Umsätze des Geschäftsbereichs. Die in China, dem wichtigsten Markt für ELANTAS, erlösten Umsätze haben sich dabei außerordentlich positiv entwickelt. Auch in anderen Wirtschaftsnationen Asiens konnten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. In Indien verzeichnete ELANTAS hingegen eineleicht rückläufige Nachfrage. In Europa verlief die Geschäftsentwicklung sehr positiv. In vielen Absatzmärkten stiegen die Umsätze. In wichtigen Absatzmärkten in Amerika sanken die Umsätze 2017 hingegen, insbesondere in den USA und Brasilien. In Mexiko konnte ELANTAS die Umsatzerlöse allerdings ausbauen.

Umsatzentwicklung ACTEGA
Mit einem Umsatz von 342,6 Mio. € erreichte der Geschäftsbereich ACTEGA nicht das Vorjahresniveau (352,2 Mio. € ). Der nominale Rückgang von 3 % bzw. 9,6 Mio. € basierte jedoch ausschließlich auf der Veräußerung der ACTEGA Colorchemie Gruppe, die im April 2016 erfolgte, und negativen Auswirkungen aus Wechselkursveränderungen. Bereinigt um diese nicht-operativen Effekte lag der Umsatz 2017 knapp über dem Vorjahresniveau. Dabei stand eine erhöhte Absatzmenge negativen Effekten aus einem veränderten Produktmix und einem niedrigeren Preisniveau gegenüber.

Die operative Stagnation des Umsatzes beruhte auf einer verhaltenen Nachfrageentwicklung in nahezu allen wesentlichen Absatzsegmenten. 

Die regionale Absatzstruktur im Geschäftsbereich ACTEGA hat sich 2017 nicht wesentlich verändert, die Entwicklung in den Kernregionen verlief jedoch uneinheitlich. Die Umsätze in der größten Region Europa sind im abgeschlossenen Geschäftsjahr operativ angestiegen. In Europa kamen positive Impulse unter anderem aus den Absatzmärkten Deutschland, Italien, Spanien und vielen Ländern Osteuropas. In der Region Amerika erreichten die Umsatzerlöse operativ nicht das Vorjahr. In den beiden größten Einzelmärkten, USA und Brasilien, führte eine niedrigere Nachfrage zu Umsatzrückgängen. In Asien hingegen hat der Geschäftsbereich im Jahr 2017 das Umsatzniveau leicht erhöht, wobei einem Rückgang im größten Absatzmarkt der Region, in China, ein Umsatzanstieg in anderen Ländern gegenüberstand.

Ertragslage

Das operative Umsatzwachstum wurde durch eine positive Entwicklung der Ertragslage begleitet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 4 % bzw. 17,0 Mio. € auf 470,0 Mio. € (Vorjahr: 453,0 Mio. € ). Der um Akquisitions- und Wechselkurseffekte bereinigte operative Anstieg betrug 1 %. ALTANA erzielte im Geschäftsjahr 2017 eine EBITDA-Marge von 20,9 % (Vorjahr: 21,8 %).

Die im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufige Entwicklung der EBITDA-Marge entsprach unseren Erwartungen. Zum Jahresbeginn 2017 hatten wir eine EBITDA-Marge prognostiziert, die sich nach dem guten Jahr 2016 wieder näher an unserem strategischen Zielkorridor von 18 % bis 20 % orientiert.

Die für ALTANA wichtigste Kostengröße, die Rohstoff- und Verpackungskosten, hat sich im relativen Verhältnis negativ entwickelt. Die Materialeinsatzquote, das Verhältnis dieser Kosten zum Umsatz, erhöhte sich im Jahresverlauf 2017 auf 41,5 % (Vorjahr: 39,7 %). Dieser Trend belastete alle vier Geschäftsbereiche. 

Andere für das Ergebnis bedeutende Kostengrößen haben sich in hohem Maße proportional zum Umsatz entwickelt. Die Personalaufwendungen sind um 6 % gestiegen. Die Quote der gesamten Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz sank auf 21,3 % (Vorjahr: 21,8 %).

Generell hat sich die Struktur der Funktionskosten 2017 nur unwesentlich im Vergleich zu 2016 verändert. Die Quote der Produktionskosten im Verhältnis zum Umsatz sank knapp unter das Niveau des Vorjahres. Zwar sind die Instandhaltungskosten aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung überproportional gestiegen, demgegenüber haben sich andere für die Entwicklung der gesamten Produktionskosten maßgebliche Kostenarten nur leicht erhöht. Zu nennen sind dabei vor allem die Abschreibungen sowie die Personalkosten.

Die Vertriebskosten stiegen 2017 im Vergleich zum Vorjahr an, das relative Verhältnis zum Umsatz hat sich jedoch rückläufig entwickelt. Bedingt durch eine Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten auf das Direktgeschäft mit den Kunden in einzelnen Aktivitäten haben sich die Vertriebskommissionen im Vergleich zum Vorjahr trotz der dynamischen Absatzentwicklung nur leicht erhöht und auch die Personalkosten sind unterproportional zum Umsatzverlauf angestiegen. Die direkt umsatzabhängigen Frachtkosten haben sich aufgrund der erhöhten Absatzmenge hingegen entsprechend erhöht, und auch die Werbekosten sind gegenüber 2016 angestiegen. 

Von allen Funktionskostenbereichen wiesen die Forschungs- und Entwicklungskosten 2017 das stärkste Wachstum auf. Bedingt durch den kontinuierlichen Ausbau der Entwicklungstätigkeiten in nahezu allen Geschäftsbereichen sowie den Aufbau der Aktivitäten zur Weiterentwicklung der akquirierten Metallografie-Technologie hat sich auch die Quote der Forschungs- und Entwicklungskosten im Verhältnis zum Umsatz von 6,2 % auf 6,3 % leicht erhöht. Getrieben wurde dieser Trend zusätzlich durch Initiativen im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und intensivierten Aktivitäten in der Entwicklung neuer Technologien mit dem Zweck der Markteinführung innovativer Produkte.

Die Verwaltungskosten zeichneten sich 2017 durch den geringsten Anstieg aller Funktionskostenbereiche aus, und die Verwaltungskostenquote im Verhältnis zum Umsatz ist weiter gesunken. Diese positive Entwicklung beruhte vor allem auf stabilen Personalkosten, der mit Abstand wichtigsten Kostenposition innerhalb der Verwaltungskosten.

Der Saldo der Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen hat sich deutlich verbessert. Diese Entwicklung basiert im Wesentlichen auf einmaligen Erträgen aus der Erstattung von Umlagen aus dem Erneuerbare-EnergienGesetz (EEG) sowie erhöhten Versicherungserstattungen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 335,9 Mio. € und erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr (328,7 Mio. € ).

Das Finanzergebnis war mit - 8,6 Mio. € unverändert zum Vorjahr. Demgegenüber verschlechterte sich das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen von - 20,3 Mio. € im Vorjahr auf - 21,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2017. Dieser Rückgang beruht auf der Tatsache, dass die israelische Landa Corp. einen erhöhten Jahresverlust ausgewiesen hat. Das Geschäftsjahr 2017 der Gesellschaft wurde durch gestiegene Aufwendungen im Zuge der Vorbereitung der breiten Markteinführung neuer Produkte belastet.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg auf 306,0 Mio. € (Vorjahr: 299,8 Mio. € ), das Ergebnis nach Steuern (EAT) auf 234,6 Mio. € (Vorjahr: 210,1 Mio. € ). Die Ertragsteuern erreichten trotz des Ergebnisanstiegs nicht das Niveau des Vorjahres. Hier spiegeln sich positive Effekte aus der beschlossenen Steuerreform in den USA wider, vor allem aus der erforderlichen Neukalkulation passiver latenter Steuerpositionen.

Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage

Vermögens- und Finanzlage

Investitionen

ALTANA investierte im zurückliegenden Geschäftsjahr insgesamt 188,0 Mio. € und damit 65,9 Mio. € bzw. 54% mehr als im Vorjahr (122,1 Mio. €). Die Investitionsquote, also das Verhältnis der Investitionen zum Umsatz, lag mit 8,4 % oberhalb der von uns für 2017 prognostizierten Bandbreite von 5 % bis 6 %. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr und auch das Überschreiten des Zielkorridors beruhte vor allem auf dem Kauf der Metallografie-Technologie von der israelischen Landa Labs sowie dem Erwerb eines Technologieportfolios für Labels und Verpackungen in den USA.

Insgesamt entfielen 91,6 Mio. € (Vorjahr: 15,7 Mio. € ) auf Immaterielle Vermögenswerte. Neben den beiden Technologie-Zukäufen führte insbesondere der Ausbau der ERP-Systeme an verschiedenen Standorten des Konzerns zu Zugängen an Immateriellen Vermögenswerten. Die Investitionen in Sachanlagen erreichten im abgeschlossenen Geschäftsjahr 96,4 Mio. € (Vorjahr: 106,4 Mio. € ).

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr hat sich die regionale Verteilung der Investitionen wieder auf Europa konzentriert, insbesondere auf die beiden größten deutschen Konzernstandorte in Wesel (BYK) und Güntersthal (ECKART). Des Weiteren wurde die Metallografie-Technologie von einer deutschen Konzerngesellschaft erworben. Insgesamt entfielen 80 % (Vorjahr: 57 %) der gesamten Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte auf die Region Europa. Die Region Amerika verbuchte 14 % (Vorjahr: 18 %) der weltweiten Investitionen. Der Anteil Asiens sank im angeschlossenen Geschäftsjahr von 25 % auf 6 %.

Der Geschäftsbereich BYK investierte 2017 insgesamt 58,3 Mio. € (Vorjahr: 52,0 Mio. € ), vornehmlich in den Ausbau der Produktions- und Laborkapazitäten an den größten Standorten des Geschäftsbereichs in Deutschland und den USA. Hinzu kam der Ausbau des neuen Standorts in Schanghai, um zukünftig die Vertriebs- und Forschungsaktivitäten in China an einem Standort zu bündeln. Eine weitere Großinvestition betraf eine Anlage zur Durchführung automatisierter Produktuntersuchungen für Additive am Standort Wesel.

Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich ECKART lag mit 17,1 Mio. € (Vorjahr: 17,2 Mio. € ) auf dem Vorjahresniveau. Der mit Abstand wesentlichste Anteil entfiel auf den größten Standort des Geschäftsbereichs in Güntersthal, gefolgt von Standorten in den USA und in der Schweiz.

Der Geschäftsbereich ELANTAS investierte mit 13,8 Mio. € einen geringeren Betrag in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte als noch im Vorjahr (30,9 Mio. € ). Die Investitionsaktivitäten 2016 wurden jedoch durch den Erwerb eines Produktionsstandorts im chinesischen Tongling wesentlich beeinflusst. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr fokussierten die Investitionsaktivitäten auf die beiden Standorte des Geschäftsbereichs in Europa sowie in Indien und den USA.

Mit 96,8 Mio. € investierte der Geschäftsbereich ACTEGA den höchsten Anteil aller Geschäftsbereiche im Konzern und deutlich mehr als 2016 (18,4 Mio. € ). Die Übernahmen der Metallografie-Aktivitäten sowie des Technologieportfolios für Labels und Verpackungen in den USA wurden in den Geschäftsbereich ACTEGA integriert und prägten wesentlich die Entwicklung der Gesamtinvestitionen. Die übrigen Zugänge verteilten sich relativ gleich auf die Standorte des Geschäftsbereichs und betrafen vor allem Investitionen in Forschungs- und Produktionsanlagen.

Bilanzstruktur

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2017 stieg die Bilanzsumme des ALTANA Konzerns von 3.053,9 Mio. € auf 3.147,7 Mio. € an. Die Erhöhung um 93,9 Mio. € bzw. 3 % resultiert vornehmlich aus der erhöhten Investitionstätigkeit sowie den im Jahresverlauf erfolgten Akquisitionen. In Teilen wurde dieser Anstieg durch die im Vergleich zum Bilanzstichtag 2016 veränderten Wechselkursrelationen kompensiert. Diese beruhten vor allem auf der Stärkung des Euro im Verhältnis zum US-Dollar.

Die Immateriellen Vermögenswerte stiegen auf 1.056,9 Mio. € (Vorjahr: 922,8 Mio. € ). Die Erhöhung basierte vornehmlich auf der Übernahme der PolyAd-Geschäftstätigkeit, den Akquisitionen im Geschäftsbereich ELANTAS sowie den Technologie-Erwerben im Geschäftsbereich ACTEGA. Gegenläufige Effekte resultierten aus der Veränderung der Wechselkursrelationen zum Bilanzstichtag. Vor allem bedingt durch die Wechselkurseffekte sanken die Sachanlagen leicht auf 774,4 Mio. € (Vorjahr: 781,1 Mio. € ).

Die gesamten Langfristigen Vermögenswerte erreichten zum Bilanzstichtag 2.021,6 Mio. € (Vorjahr: 1.831,0 Mio. € ) und lagen damit 190,5 Mio. € über dem Vorjahr. Ihr Anteil an der Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag 64 % (Vorjahr: 60 %).

Die Veränderung der Kurzfristigen Vermögenswerte wurde insbesondere durch die Veränderung des Bestands an Liquiden Mitteln und Kurzfristigen Finanzanlagen sowie eine Veränderung des Net Working Capital bestimmt. Die Liquiden Mittel sanken im Jahresverlauf durch die getätigten Unternehmens- und Technologie-Erwerbe auf 275,7 Mio. € (Vorjahr: 375,6 Mio. € ). Auch die zum Jahresende 2016 noch als Termingelder mit einer Laufzeit von über drei Monaten gehaltenen kurzfristigen Finanzanlagen wurden 2017 zur Finanzierung genutzt.

Sowohl Vorräte als auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Zuge des Wachstums der Geschäftstätigkeit gestiegen. Die Reichweite des gesamten Net Working Capital, bezogen auf das Verhältnis zur Geschäftsentwicklung der jeweils vorangegangenen drei Monate unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, war mit 101 Tagen auf dem Niveau des Jahresendes 2016 (Vorjahr: 102 Tage). Positiv wirkte sich die Erhöhung der Reichweite für die Verbindlichkeiten aus. Die gesamten kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 96,7 Mio. € auf 1.126,1 Mio. €
(Vorjahr: 1.222,8 Mio. € ).

Auf der Passivseite ergaben sich Veränderungen vornehmlich durch den ergebnisbedingten Anstieg des Eigenkapitals. Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 132,0 Mio. € bzw. um 6 % auf 2.214,2 Mio. € (Vorjahr: 2.082,2 Mio. € ). Zurückzuführen ist der Anstieg auf den Überschuss des Geschäftsjahres 2017, der in Teilen jedoch durch negative Effekte aus Wechselkursveränderungen kompensiert wurde. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2017 stieg auf 70 % (Vorjahr: 68 %). Als wesentliche Bestandteile der Finanzverbindlichkeiten weist der Konzern zum Jahresende 2017 unverändert Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen aus. Diese sind im abgeschlossenen Geschäftsjahr durch die Rückführung einer planmäßig fälligen Tranche (32,0 Mio. € ) weiter reduziert worden. Die gesamten Langfristigen Verbindlichkeiten sind auf 486,6 Mio. € (Vorjahr: 564,2 Mio. € ) zurückgegangen. Neben dem reduzierten Ausweis der Finanzverbindlichkeiten lässt sich dies auch auf einen Rückgang der Passiven latenten Steuern zurückführen, die im Zuge der Reform der Unternehmenssteuern in den USA gesunken sind. Der Anteil der gesamten Langfristigen Verbindlichkeiten sank von 18 % auf 15 %. Erhöht hat sich die Summe der in der Bilanz ausgewiesenen Kurzfristigen Verbindlichkeiten von 407,5 Mio. € auf 446,9 Mio. € zum 31. Dezember 2017. Bedingt wurde diese Entwicklung durch den Ausbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der Ausweitung der Geschäftstätigkeit und den Anstieg der Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten im Zuge der Umgliederung der 2018 fälligen Schuldscheintranchen (64 Mio. € ). 

Die Nettofinanzverschuldung, also der Saldo aus Liquiden Mitteln, Kurzfristigen Finanzanlagen, kurzfristig gehaltenen Wertpapieren, ausgegebenen Darlehen, Finanzverbindlichkeiten sowie Pensionsrückstellungen, erreichte zum Jahresende 2017 78,0 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein Nettofinanzvermögen in Höhe von 25,7 Mio. € ausgewiesen wurde.

Grundsätze und Ziele der Finanzierungsstrategie
Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit soll grundsätzlich durch den im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erwirtschafteten Cash Flow abgedeckt werden. Gleiches gilt für den Bedarf an Investitionen, die dem kontinuierlichen Ausbau der Geschäftsaktivitäten dienen.

Daraus abgeleitet orientieren sich die Ziele unserer Finanzierungsstrategie daran, zum einen die im Konzern erwirtschafteten liquiden Mittel zentral zur Verfügung zu halten. Zum anderen wird ein Finanzrahmen angestrebt, der es ALTANA ermöglicht, Akquisitionen und auch große, über das gewöhnliche Maß hinausgehende Investitionsprojekte flexibel und schnell abzuwickeln.

Um diese Ziele erfolgreich umzusetzen, steuern wir nahezu die komplette Konzerninnenfinanzierung zentral über die ALTANA AG. Hierzu sind für die bedeutenden Währungsräume Cash Pools eingerichtet.

Aus der Emission zweier Schuldscheindarlehen in den Jahren 2012 und 2013 (insgesamt 350 Mio. € ) bestanden zum Jahresende 2017 Verbindlichkeiten über insgesamt 192 Mio. €. Die ausstehenden Schuldscheindarlehen verfügen über Tranchen mit fixer Verzinsung und unterschiedlichen Laufzeiten. Die Tilgung erfolgt bis 2020. Zudem besteht noch ein allgemeiner Konsortialkreditrahmen über 250 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2022.

Diese Finanzierungsstruktur bietet ALTANA die notwendige Flexibilität, um kurzfristige und auch investitionsintensive Wachstumsopportunitäten angemessen nutzen zu können. Die Verteilung der Fristigkeit der genutzten Finanzierungsinstrumente ermöglicht es uns, die Tilgung der Verbindlichkeiten über die Zuflüsse aus dem operativen Cash Flow optimal zu steuern.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente nutzen wir weiterhin nur sehr eingeschränkt. Dabei handelt es sich um Einkaufsverpflichtungen, operative Leasingverpflichtungen sowie um Garantien für Pensionsverpflichtungen. Details zu den bestehenden Finanzierungsinstrumenten sind im online verfügbaren Konzernabschluss dargestellt.

Liquiditätsanalyse

Im Laufe des Jahres 2017 sank der Bestand an Liquiden Mitteln um 99,9 Mio. € auf 275,7 Mio. € (Vorjahr: 375,6 Mio. € ). Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit erreichte mit 302,3 Mio. € nicht den Wert des Vorjahres (376,7 Mio. € ). Der Rückgang des operativen Cash Flow im Vergleich zum Vorjahr resultierte zum einen aus dem Anstieg des Net Working Capital im Zuge des starken Ausbaus der Geschäftstätigkeit. Zum anderen war der erhöhte Konzernjahresüberschuss durch nicht-zahlungswirksame Ergebnisbestandteile (im Wesentlichen im Bereich der Ertragsteuerpositionen sowie der Rückstellungen) beeinflusst. Der im Vergleich zum Vorjahr gesunkene operative Cash Flow lag somit unter unseren Erwartungen, da wir zum Jahresanfang noch von einem Mittelzufluss in 2017 in Höhe des Vorjahres ausgegangen waren.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 325,1 Mio. € (Vorjahr: 234,3 Mio. € ). Getrieben wurde dieser Anstieg insbesondere durch die 2017 realisierten Akquisitionen sowie Technologie-Erwerbe.

Aus der Finanzierungstätigkeit flossen im Geschäftsjahr 2017 Mittel in Höhe von 67,4 Mio. € (Vorjahr: 185,4 Mio. € ) ab. Die Abflüsse bei den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrafen die planmäßige Tilgung einer Schuldscheintranche (32,0 Mio. € ) und die Rückführung von Verbindlichkeiten der übernommenen PolyAd-Aktivitäten. Im Geschäftsjahr 2017 hat die ALTANA AG keine Dividende ausgezahlt.

Wertmanagement

Die Veränderung des Unternehmenswerts wird bei ALTANA über die Kennziffer ALTANA Value Added (AVA) bestimmt. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir wieder einen deutlich positiven Beitrag zur Entwicklung des Unternehmenswerts geleistet.

Das durchschnittlich im Konzern gebundene Kapital stieg 2017 auf 2.509,7 Mio. € (Vorjahr: 2.344,2 Mio. € ). Im Wesentlichen resultiert diese Erhöhung des Kapitals aus den Unternehmensübernahmen und den Technologie-Erwerben. Mit 284,8 Mio. € (Vorjahr: 270,8 Mio. € ) stieg der operative Ertrag infolge der verbesserten Ergebnislage im Geschäftsjahr 2017 an. Um eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen im Wertmanagement zu gewährleisten, wurden für 2017 die positiven Effekte aus der Steuerreform in den USA bereinigt.

Der Return on Capital Employed (ROCE) lag 2017 mit 11,3 % auf einem unverändert hohen Niveau, erreichte aber nicht ganz den sehr guten Vorjahreswert (11,6 %). Bei einem unveränderten Kapitalkostensatz von 8,0 % erreichte der relative AVA 3,3 % (Vorjahr: 3,6 %).

Die Kapitalkosten stiegen analog zum Ausbau des operativen Kapitals auf 200,8 Mio. € (Vorjahr:
187,5 Mio. € ). Damit erreichte der absolute AVA im abgeschlossenen Geschäftsjahr 84,0 Mio. € (Vorjahr: 83,3 Mio. € ).

Der für 2017 prognostizierte Rückgang von Wertkennzahlen infolge der Unternehmensübernahmen betraf damit nur das relative AVA. Der leichte Anstieg des absoluten AVA zum Vorjahr übertraf unsere Erwartungen und war auf die positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen.

Gesamteinschätzung zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage

Im Jahresverlauf entwickelten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv.

In diesem Umfeld hat ALTANA die Geschäftsaktivitäten in den wesentlichen Zielmärkten erfolgreich ausgebaut und ein hohes operatives Wachstum erwirtschaftet. Infolge kontinuierlich gestiegener Rohstoffpreise sank die Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr.

Die Bilanzstrukturen waren Ende 2017 weiterhin robust. Damit stehen ausreichende Finanzierungsspielräume für weiteres Wachstum zur Verfügung.