ALTANA

Innovation und Mitarbeiter

Innovation
Produkte und Dienstleistungen von ALTANA sind darauf ausgerichtet, unseren Kunden besondere Lösungen zu bieten und einen Wettbewerbsvorteil zu ermöglichen. Wir werden von unseren Kunden in der Regel schon frühzeitig in die Entwicklung neuer Produkte einbezogen. Um unsere Positionierung als eines der führenden Unternehmen in der Spezialchemie künftig weiter halten und sogar noch ausbauen zu können, müssen wir unsere Kompetenzen stetig ausbauen und das eigene Produktportfolio kontinuierlich erweitern.

In den divisionalen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen des Konzerns wird ständig an einer Weiterentwicklung des Produktportfolios gearbeitet. Dabei stehen neben bestehenden Anwendungen in aktuellen oder neuen Märkten auch Tätigkeiten zur Entwicklung neuer Anwendungen für diese Märkte im Fokus. Um künftige Geschäftsfelder zu erschließen, identifizieren wir die Bedürfnisse unserer Kunden und beziehen sie in die Entwicklung neuer Lösungen ein.

Damit das Know-how und die Kompetenzen innerhalb des Konzerns über Branchen- und Technologiegrenzen hinweg miteinander verbunden werden, initiiert und koordiniert ALTANA auf Gruppenebene ausgewählte Forschungs- und Entwicklungsprojekte zentral. Hierbei werden über externe Netzwerke und enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten auch Impulse von außen aufgenommen und auf deren mögliche Nutzung im Konzern geprüft. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir diese Aktivitäten intensiviert. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf dem Handlungsfeld „Digitalisierung“. Wir haben hierzu erste Projekte gestartet, die in die Digitalisierung von Prozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie automatisierte anwendungstechnische Prüfungen, die die Forschung und Entwicklung ergänzen und unterstützen, investieren. Darüber hinaus haben wir uns gezielt durch neue Kompetenzen in den Bereichen Softwareentwicklung und Datenanalysen verstärkt, sowohl durch die Einstellung neuer Mitarbeiter als auch durch Akquisitionen. 

In 2017 hat ALTANA durch den Erwerb innovativer Technologien in den Bereichen Druckerzeugnisse sowie Labels und Verpackungen den Einstieg in neue Absatzmärkte vorangetrieben, um zukünftige Wachstumspotenziale zu generieren und das Produktportfolio zu verbreitern. Diese Aktivitäten sollen innerhalb von ALTANA in den kommenden Jahren zur Marktreife entwickelt werden. 

Beispiele für 2017 zentral über die ALTANA Holding vorangetriebene Projekte sind der Bereich der gedruckten Elektronik und die strategische Partnerschaft im Bereich Digitaldruck mit der israelischen Landa Corp. In enger Kooperation mit dem neuen Zentralbereich Corporate Venturing werden Technologie- und Marktpotenziale geprüft und der Einstieg in neue attraktive Absatzfelder entwickelt. Von diesem vielfältigen Entwicklungspotenzial sollen unsere Geschäftsbereiche in den nächsten Jahren in unterschiedlicher Ausprägung profitieren.

Grundlage unserer Innovationskraft ist ein weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk mit aktuell 1.102 Mitarbeitern. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 142,5 Mio. € (Vorjahr: 129,3 Mio. € ). Der anhaltend hohe Umsatzanteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 6,3 % (Vorjahr: 6,2 %) ist einmal mehr Ausdruck unseres Innovationsfokus.

Mitarbeiter
Im Jahresverlauf 2017 stieg die Anzahl der innerhalb der ALTANA Gruppe beschäftigten Mitarbeiter um 219 bzw. 4 % auf 6.186 Personen (Vorjahr: 5.967). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die in 2017 getätigten Akquisitionen (+ 111 Mitarbeiter) und die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten zurückzuführen. 

Im Geschäftsbereich BYK erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 145 auf 2.200 Personen (Vorjahr: 2.055). Der signifikante Anteil der Erhöhung entfiel auf die Anfang des Jahres 2017 neu erworbenen PolyAd-Gesellschaften in Deutschland und in den USA. Des Weiteren stieg auch die Anzahl der Mitarbeiter vor dem Hintergrund der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten im Additiv-Geschäft in Deutschland, USA und China.

Im Geschäftsbereich ECKART sank 2017 die Anzahl der Beschäftigten im Zuge der 2015 eingeleiteten Restrukturierung um 32 auf 1.716 Personen (Vorjahr: 1.748). Der Rückgang des Personals betraf insbesondere die deutschen Standorte Hartenstein und Wackersdorf. Die eigene Vertriebsorganisation in Mexiko wurde 2017 aufgelöst und in den Geschäftsbereich BYK integriert. Die Mitarbeiter sind größtenteils zu der entsprechenden BYK Gesellschaft gewechselt. 

Die Mitarbeiterzahl im Geschäftsbereich ELANTAS hat sich im Jahresverlauf 2017 um 85 auf insgesamt 1.061 Personen (Vorjahr: 976) erhöht. Der wesentliche Anteil der Erhöhung entfiel auf die im Jahresverlauf getätigte Akquisition in den USA. Auch in Deutschland stieg die Anzahl der Beschäftigten aufgrund des Ausbaus der Geschäftsaktivitäten. 

Im Geschäftsbereich ACTEGA stieg die Mitarbeiterzahl um 13 auf 1.094 Beschäftigte (Vorjahr: 1.081). Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die im Jahresverlauf getätigten Technologie-Erwerbe in Deutschland und in den USA. Indes hat ACTEGA insbesondere am Standort in Brasilien das Personal aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen reduziert.

Die funktionale Struktur der Belegschaft hat sich im Geschäftsjahr 2017 nicht wesentlich verändert, in allen Funktionsbereichen hat sich die Anzahl der Mitarbeiter erhöht. Mit 52 % bzw. 3.198 Personen (Vorjahr: 3.114) arbeiteten die meisten Beschäftigten weiterhin in der Produktion. Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen erhöhte sich 2017 um 81 auf 1.102 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.021) und verzeichnete prozentual den höchsten Anstieg.

Auch in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie Verwaltung erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresverlauf 2017 um insgesamt 54 Personen. Der weiterhin kleinste Anteil der konzernweit tätigen Belegschaft entfiel auch 2017 mit 889 Beschäftigten (Vorjahr: 873) auf die Verwaltungsfunktionen.

In 2017 zeigen alle Regionen einen positiven Anstieg der Mitarbeiterzahlen. Bei der regionalen Struktur haben sich – auch durch die in 2017 erfolgten Akquisitionen – keine wesentlichen Verschiebungen ergeben. Mit 3.927 Personen (Vorjahr: 3.850) entfiel auf die europäischen Konzerngesellschaften unverändert der weitaus größte Personalanteil. 3.196 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.126) waren zum Jahresende in Deutschland beschäftigt, mehrheitlich an den größten Produktions- und Entwicklungsstandorten der Geschäftsbereiche ECKART und BYK in Hartenstein bzw. Wesel. Die Anzahl der Mitarbeiter in Amerika ist insbesondere durch die in 2017 getätigten Akquisitionen in den USA am stärksten gestiegen. Sie erhöhte sich von 1.376 im Vorjahr auf 1.477 Personen zum Jahresende 2017. Auch die Mitarbeiterzahl der asiatischen Konzerngesellschaften wuchs von 741 Personen im Vorjahr auf 782 Mitarbeiter.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 waren 1.627 Frauen und 4.559 Männer bei ALTANA beschäftigt. 89 % aller Mitarbeiter standen zum Bilanzstichtag in einem unbefristeten und 11 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis, wobei diese Verteilung bei beiden Geschlechtern gleich war. Von den weiblichen Beschäftigten waren zum Ende 2017 77 % in Vollzeit und 23 % in Teilzeit beschäftigt. Bei den Beschäftigten männlichen Geschlechts lag die Quote der Vollzeitbeschäftigten bei 98 %. Neben den eigenen Mitarbeitern waren zum 31. Dezember 2017 239 Leiharbeitskräfte im ALTANA Konzern beschäftigt. 

ALTANA steht im internationalen Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Wie in der gesamten chemischen Industrie, so werden wir auch im ALTANA Konzern in den kommenden Jahren insbesondere in Europa in eine Phase eintreten, die aufgrund der demografischen Entwicklung schon heute eine dezidierte Nachfolgeplanung unumgänglich macht. Um in diesem Umfeld zu bestehen, haben wir 2017 begonnen, die Personalaktivitäten der ALTANA im Projekt „HR Transformation“ strategisch neu aufzustellen. Hierbei stand zunächst die Evaluierung, wie ALTANA in Zukunft seine personalbezogenen Dienstleistungen und Prozesse auf globaler Ebene neu ausrichten und wie eine neue Organisation aussehen soll, im Fokus. Gestartet ist das Projekt in 2017 mit einer Analyse der Ist-Situation, um hieraus zukünftige Bedürfnisse der Organisation abzuleiten. Alle Maßnahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Personalarbeit erfolgen dabei auf Grundlage unseres Leitbilds. Mit der Konzentration auf unsere festgeschriebenen und transparent kommunizierten Werte stellen wir eine gemeinsame Ausrichtung unseres Handelns und der Mitarbeiterführung sicher. 

Die Personalentwicklung nimmt einen hohen Stellenwert auch in der Zukunftsagenda von ALTANA („Keep Changing Agenda“) ein. „Menschen mobilisieren“ ist dabei eine der strategischen Stoßrichtungen für die kommenden Jahre. Dazu gehören eine erhöhte Vielfalt, eine effektive Nachfolgeplanung sowie eine Stärkung der internationalen Mobilität. Diese Anforderungen werden seit 2016 in der ALTANA Holding im Bereich Leadership & Talent Management verfolgt, so- dass zukünftig die strukturierte Nachfolgeplanung noch effektiver umgesetzt wird.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Abs. 4 HGB
Die Förderung von Frauen in Führungspositionen stand im zurückliegenden Geschäftsjahr unverändert im Fokus. Wir haben mit der Intensivierung von Maßnahmen, die bereits in der Vergangenheit eingeführt wurden, und auch mit neuen Instrumenten den Ausbau von Vielfalt weiter im Personalmanagement verankert. Einen Schwerpunkt nahm dabei die Förderung von Frauen ein. In den nationalen und internationalen Managemententwicklungsprogrammen von ALTANA wurde der Anteil von Frauen in den letzten Jahren deutlich erhöht. Des Weiteren umfasst das Weiterbildungsprogramm auch spezielle Angebote für Frauen. Das bereits im Vorjahr als Pilotprojekt gestartete Mentoring-Programm wurde 2017 neu aufgelegt und auf weitere Konzernstandorte ausgeweitet. Daneben wurden vielfältige informelle Plattformen geschaffen, um generell den Dialog zu diesem Thema zu intensivieren. Diese umfassen sowohl regelmäßige Treffen von Frauen in Führungspositionen zur Stärkung des Netzwerks als auch Workshops zur Weiterentwicklung partnerschaftlicher Familienmodelle, die Beiträge zur kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Arbeit bei ALTANA generieren sollen.

Mittel- bis langfristig ist es das Ziel von ALTANA, den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf den Prozentsatz zu erhöhen, der dem Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft entspricht.

Entsprechend den Anforderungen des im April 2015 in Kraft getretenen Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst hatte der Aufsichtsrat der ALTANA AG im September 2015 gemäß § 111 Abs. 5 AktG bis zum Ablauf der ersten Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2017 für den Frauenanteil im Aufsichtsrat eine Zielgröße von
25 % festgelegt. Für den Vorstand, der im Jahr 2015 im Rahmen des Generationswechsels erst neu organisiert wurde und dem keine Frau angehört, hatte der Aufsichtsrat im Rahmen der Festlegung von Zielgrößen für die erste Zielerreichungsperiode keine Veränderung vorgesehen. Dem Aufsichtsrat der ALTANA, der sich aus sechs Vertretern der Anteilseignerin und sechs Arbeitnehmervertretern zusammensetzt, gehörten zum Ende der Zielerreichungsperiode drei Frauen und neun Männer an. Im Vorstand haben sich zum Ende der Zielerreichungsperiode erwartungsgemäß keine Veränderungen ergeben. Damit wurden beide gesetzten Zielgrößen erreicht. 

Der Vorstand war gemäß den gesetzlichen Vorgaben nach § 76 Abs. 4 AktG verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der ALTANA AG festzulegen. Bis zum Ende der ersten Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2017 wurde eine Zielgröße von 10 % für die erste Führungsebene und eine Zielgröße von 30 % für die zweite Führungsebene beschlossen. Zum Ende der Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2017 lag der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands der ALTANA AG bei 17 %. Auf der zweiten Führungsebene lag der Frauenanteil bei 57 %. Die gesetzten Zielgrößen wurden damit deutlich übertroffen.

Zum Ende der ersten Zielerreichungsperiode wurden durch den Aufsichtsrat und den Vorstand der ALTANA AG neue Zielgrößen festgelegt. Für den Aufsichtsrat wurde bis zum Abschluss der neuen Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2020 eine Zielgröße von 25 % beschlossen. Für den Vorstand sind bis zum Ende der neuen Zielerreichungsperiode weder personelle Veränderungen noch eine Erweiterung des Organs geplant, sodass nach der Zielfestlegung dem Gremium zu diesem Zeitpunkt weiterhin keine Frau angehören würde. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands hat dieser bis zum Ende der neuen Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2020 einen Frauenanteil von 20 % und für die zweite Führungsebene einen Frauenanteil von 30 % beschlossen. Auch für die deutschen Tochtergesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, wurden Zielgrößen bestimmt.