ALTANA
  •          »WIR SIND FÜR DIE ANLIEGEN UNSERER
    NACHBARN IMMER ANSPRECHBAR.«
    »ICH BIN BÜRGERMEISTER,
    UM DIE MENSCHEN MITZUNEHMEN.« 
    Dr. Thomas Sawitowski, Geschäftsführer Actega Rhenania
    Klaus Krützen,
     Bürgermeister der Stadt Grevenbroich
                                                                                                                                           

Bürgermeister und Geschäftsführer im Gespräch zu Standortperspektiven

Klaus Krützen ist seit November 2015 Bürgermeister der Stadt Grevenbroich. Zuvor war er hauptberuflich Lehrer bzw. Schulleiter. 

Dr. Thomas Sawitowski ist seit Oktober 2013 Geschäftsführer der ACTEGA Rhenania GmbH. Davor war er für die BYK-Chemie GmbH tätig und damit für einen der vier Geschäftsbereiche der ALTANA Gruppe.


Herr Krützen, wie wichtig sind Ihrer Erfahrung nach für die Unternehmen lokale Standortfaktoren wie ausreichend viele lokale Mitarbeiter und Zulieferer?
Klaus Krützen: Ausgesprochen wichtig! In vielen Unternehmen bilden Menschen aus Grevenbroich und dem Rhein-Kreis Neuss den Hauptstamm der Mitarbeiter. Bei der Auftragsvergabe wird außerdem auf lokale Belange Rücksicht genommen, um die Region als Ganzes zu sehen und zu stärken. Wir inGrevenbroich können sagen, dass die Zusammenarbeit mit den Unternehmen sehr gut ist. Das können Sie auch daran sehen, dass sowohl die großen als auch die kleinen Unternehmen eine ansehnliche lokale Wertschöpfung generieren.

Welche Rolle spielt für Sie, Herr Dr. Sawitowski, die regionale Verankerung für den langfristigen Unternehmenserfolg?
Dr. Thomas Sawitowski: Wir sind als Unternehmen vor Ort erfolgreich. Das liegt auch daran, dass wir trotz der internationalen Ausrichtung unseres Geschäfts lokal sehr verwurzelt sind. Nehmen Sie als Beispiel unsere Mitarbeiter. Etwa 90 Prozent aller Beschäftigten bei uns leben in einem Umkreis von 20 Kilometern. Und manche unserer Mitarbeiter sind bereits in der dritten Generation für ACTEGA Rhenania tätig. Wir sind durchaus stolz auf diese sehr hohe Verbundenheit! Sie ist aber auch sehr wichtig für uns. Denn unser Unternehmenserfolg hängt entscheidend von unseren qualifizierten Mitarbeitern und deren Loyalität ab. Deshalb investieren wir auch kräftig in die Mitarbeiterweiterbildung und Ausbildung. So haben wir eine hohe Ausbildungsquote von circa sieben Prozent.

Ist es nicht schwierig, ausreichend viele junge Talente für eine Region zu interessieren, die mitten im Strukturumbruch ist …
Klaus Krützen: … vermutlich spielen Sie mit Ihrer Frage auf das Image an, dass Grevenbroich und Braunkohle eng verbunden sind?

Richtig.
Klaus Krützen: Aber das ist längst nicht mehr die Realität, die Sie hier vorfinden. Unser Wohn- und Freizeitwert kann sich durchaus mit dem anderer Städte und Regionen messen. Grevenbroich ist eine grüne Stadt. Man lebt dörflich und ländlich, ist aber dank einer guten Infrastruktur auch schnell in großen Städten. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir bei der Diskussion auch auf die Region hochzoomen. Dann erkennen Sie, dass wir auch gut an verschiedene Flughäfen angebunden sind und eben eine sehr gute Infrastruktur bieten können. Das sind Pfunde, mit denen man wuchern kann.

Wo sehen Sie noch Handlungspotenzial?
Dr. Thomas Sawitowski: Zunächst lassen Sie mich festhalten, dass wir seit über 100 Jahren an diesem Standort sind. Hier schaffen wir erfolgreich Wert für Kunden, Mitarbeiter, Eigentümerin und die gesamte Gesellschaft. Wir entwickeln und produzieren eine Vielzahl von Produkten, mit denen wir alltäglich in Berührung kommen. Nehmen Sie das Beispiel unserer Speziallacke für Kaffeekapseln. Übrigens bieten wir unseren Kunden jetzt auch mit unserem neuen Kundentechnikum die Möglichkeit, vor Ort neue Trends für Verpackungen zu testen. 

Für wie viele Mitarbeiter bietet das neue Laborgebäude eigentlich Platz? 
Dr. Thomas Sawitowski: Von den insgesamt 150 Beschäftigten am Standort werden dort im ersten Schritt etwa 50 Mitarbeiter ihrer Arbeit nachgehen. Durch die Ideen, die in unserem neuen Laborgebäude entstehen werden, können wir uns auch in Zukunft von Grevenbroich aus auf dem Weltmarkt behaupten. Das ist keineswegs selbstverständlich, und wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die Stadt ist zum Beispiel immer näher an uns herangewachsen. Mittlerweile sind wir bei ACTEGA Rhenania sogar in ein Wohnumfeld eingebunden,  was neue Herausforderungen wie die Lärmbelastung durch den Lastwagenverkehr mit sich bringt. Aber für solche Herausforderungen suchen und finden wir Lösungen, wie auch schon in der Vergangenheit. Wir glauben auch weiterhin an den Standort. Ich muss indes auch sagen, dass die Umsetzung von Maßnahmen zum Ausbau des Standorts immer schwieriger und aufwendiger zu realisieren sind. Denn es gibt immer mehr Hürden auf dem Weg hin zur Umsetzung. 

Müssen Sie als Lokalpolitiker in erster Linie Moderationsaufgaben zwischen Unternehmen und Bürgern leisten?
Klaus Krützen: Ich bin Bürgermeister, um die Menschen mitzunehmen. Die Leute wollen eingebunden werden. Und das ist auch ihr Recht. Manchmal muss man aber vor dem Hintergrund der notwendigen Abwägung von Privat- und Gemeininteressen Dinge zur Kenntnis nehmen und anders entscheiden. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Es soll und darf nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden. Aber leider bekommen Sie kaum alle Interessen unter einen Hut.

Brauchen wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Politik und Unternehmen, um lokale Bedürfnisse besser zu erklären?
Klaus Krützen: Entscheidend ist, sich rechtzeitig zusammenzusetzen und darüber zu sprechen.
Dr. Thomas Sawitowski: Die Zusammenarbeit zwischen Herrn Krützen, der Verwaltung insgesamt und uns funktioniert gut. Wir arbeiten im Einvernehmen mit den Behörden. Das ermöglicht uns, auch auf kurzem Dienstweg offen miteinander zu sprechen, wo es möglich und sinnvoll ist. Und wir laden auch die Nachbarn ein, um gemeinsam zu diskutieren.

Wie läuft dies konkret ab, zum Beispiel beim Laborneubau?
Dr. Thomas Sawitowski: Wir präsentieren ihnen dann bei dem Treffen unsere Vorhaben und stellen uns ihren Fragen. Darüber hinaus sind wir bei ACTEGA Rhenania immer für die Anliegen unserer Nachbarn ansprechbar, sei es direkt persönlich, per E-Mail oder auch Telefon.

Stichwort Privatinteressen versus Gemeininteressen: Herr Dr. Sawitowski, läuft das wirklich immer reibungslos ab?
Dr. Thomas Sawitowski: Nein, aber das ist auch nicht überraschend. Während der Bauphase gab es teilweise auch konfliktreiche Gesprächssituationen. Dem gegenüber stehen aber auch sehr freundliche Begegnungen. So kam nach der Fertigstellung des Gebäudes eine Nachbarin auf dem Parkplatz zu mir und sagte, was für ein schönes Gebäude es doch geworden sei!



Im neuen Laborgebäude sind die Abläufe zusammengeführt und so optimiert worden. Die Kunden werden jetzt noch effizienter mit neuen Entwicklungen unterstützt. Rund 10 Millionen Euro sind in das Gebäude investiert worden.

ACTEGA IN GREVENBROICH
NEUES LABORGEBÄUDE 

 

Mit einer Fläche von 5.700 qm ist das neue Laborgebäude doppelt so groß wie die beiden vorherigen zwei Labore am Standort. Hier sind nun Forschung und Entwicklung sowie Qualitätskontrolle und technischer Kundenservice unter einem Dach vereint. 

 

+ 100 % LABORFLÄCHE