ALTANA
  •            »MENSCHEN ZEIT SCHENKEN IST KEINE
    SACHE DES GESETZES.«
    »SOZIALES ENGAGEMENT SETZT BEI UNS ENERGIE
    UND MOTIVATION FREI.«

    Dr. Kalyani Mandke
    , Vorsitzende von Suhrud Mandal.
    Die NGO ist auf die Schulbildung für
    hörgeschädigte Kinder spezialisiert.

    Shirish Dabir,
     Leiter Recht und
    Company Secretary bei ELANTAS Beck India
                                                                                                                                               

NGO und CSR-Verantwortlicher diskutieren über gesellschaftliches Engagement 

Dr. Kalyani Mandke ist Audiologin und hat seit 35 Jahren eine eigene Klinik im indischen Pune. Sie ist zudem Vorsitzende von „Suhrud Mandal“. Die NGO betreibt vier Schulen für hörgeschädigte Kinder und arbeitet mit einer Vielzahl von Maßnahmen daran, deren Zukunfts-chancen zu verbessern. 

Shirish Dabir hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Industrie. Der Diplom-Kaufmann und Jurist arbeitet seit über elf Jahren bei der ALTANA Tochter ELANTAS Beck India in den Bereichen Recht und Compliance und ist auch für das soziale Engagement des Unternehmens verantwortlich. 


Frau Dr. Mandke, wie wichtig ist das soziale Engagement von Unternehmen in Indien?
Dr. Kalyani Mandke: Hier ist die Lücke zwischen Armen und Reichen sehr, sehr groß. Internationale Nichtregierungsorganisationen, also NGOs, wollen und können zum Beispiel in den beiden zentralen Bereichen Bildung oder Gesundheit helfen. Allerdings reicht ideelles Engagement allein nicht aus, sondern erfolgreiche Unterstützungsarbeit benötigt auch Know how und finanzielle Mittel. Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen können wir Dinge zum Besseren wenden. Lassen Sie mich aber noch Folgendes hinzufügen: Wir sehen häufig, dass das Engagement von Unternehmen erschlafft, wenn im Unternehmen selbst viel in Bewegung ist. Bei ELANTAS Beck India ist das nie der Fall gewesen! 

Woran liegt dies Ihrer Ansicht nach? 
Dr. Kalyani Mandke: Jeder Mensch arbeitet für sein individuelles Glück, für seine ganz persönlichen Ziele. Gleichzeitig ist es aber genauso wichtig, der Gesellschaft insgesamt etwas zurückzugeben. Denn sie hat es uns erst ermöglicht, unsere Ziele zu erreichen. Ich denke, beides geht Hand in Hand. Menschen etwas von seiner Zeit zu geben, das macht den Unterschied im Leben aus. Das gibt diesen helfenden Menschen eine neue Perspektive, ja, sogar ein Stück Lebensinhalt. 

Herr Dabir, was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Gründe für das soziale Engagement?
Shirish Dabir: Dr. Mandke hat bereits vollkommen zu Recht festgestellt, dass für uns soziales Engagement sehr wichtig ist. Wir nutzen die Ressourcen der Gesellschaft. Deshalb ist es unsere Verantwortung und Pflicht, im Gegenzug der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Wir bei ELANTAS Beck India sind seit zehn Jahren in bestimmten Bereichen gesellschaftlichen Engagements aktiv, verstärkt jedoch seit fast drei Jahren.

Worauf fokussieren Sie Ihre Unterstützung?
Shirish Dabir: In der indischen Gesellschaft ist insbesondere der Bedarf nach einer guten Schulbildung hoch. Viele Menschen sind in einem Teufelskreis gefangen. Die Familien mit sehr wenig Geld können ihren Kindern keine gute Ausbildung bieten. Schlecht ausgebildet verdienen sie später nicht genügend Geld für eine gute Ausbildung ihrer Kinder. Deshalb ist die Verbesserung der Ausbildungsstandards für uns das wichtigste Ziel. Dies ist auch im Zusammenhang mit dem Förderungsschwerpunkt „Bildung und Wissenschaft“ von ALTANA insgesamt zu verstehen.

Und wie wichtig ist die Gesundheit als soziales Ziel?
Shirish Dabir: Sehr wichtig! Der Premierminister Indiens hat eine landesweite „Clean India Mission” ins Leben gerufen, um Gesundheit und Hygiene zu verbessern. Eine gute Initiative für die richtige Sache! Denn viele Menschen leben in Elendsvierteln unterhalb der Armutsgrenze, sodass Gesundheits- und Hygienestandards gefährlich niedrig sind. Die Verbesserung dieser Standards zu unterstützen, ist deshalb neben der Bildung ein weiterer, ebenso wichtiger Schwerpunkt unserer Tätigkeit.

Setzt ELANTAS Beck India die richtigen Prioritäten?
Dr. Kalyani Mandke: Ja! Und ich sage Ihnen auch warum. In Indien lebt annähernd 20 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Analphabetenrate liegt bei etwa 66 Prozent. ELANTAS hat dies erkannt und konzentriert sich auf die Bereiche Bildung sowie Gesundheit und Hygiene. Fokussierung, das ist genau der richtige Weg. Denn die finanziellen Mittel und die Bereitschaft und Fähigkeit der Mitarbeiter zu helfen sind begrenzt. 

Wie lange sollten Projekte begleitet werden?
Dr. Kalyani Mandke: Fest steht, dass man keine Resultate innerhalb eines Jahres erreicht. Drei bis fünf Jahre sind hingegen ein guter Zeitraum. Haben Sie keine Angst, dass die Aktivitäten nur ein Tropfen im Ozean sind! 

Seit 2014 sind Unternehmen in Indien gesetzlich zu sozialem Engagement verpflichtet. Welche Rolle spielt das bei ELANTAS Beck India?
Shirish Dabir: Wir waren schon vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes sozial engagiert. So haben wir Suhrud Mandal erstmals 2012 mit Farbe für den Anstrich ihres Schulgebäudes unterstützt. Und ELANTAS Beck India hat immer geholfen, wenn das Land von Naturkatastrophen heimgesucht wurde. Unsere Mitarbeiter spenden in solchen Fällen sogar Geld aus ihrem eigenen Portemonnaie. Sie sehen also, dass wir schon immer unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen haben. Der einzige Unterschied zu der Zeit vor dem Gesetz besteht darin, dass unsere Aktivitäten nun noch strukturierter und besser organisiert sind.

Wie gehen Sie dabei konkret vor?
Shirish Dabir: Zunächst haben wir das grundsätzliche Vorgehen und Schwerpunkte bei der Förderung definiert sowie einen Entscheidungsausschuss gebildet. Das CSR-Team holt dann Referenzen und weitere Informationen ein – auch vor Ort. Neue Projektvorschläge werden bewertet und dem Entscheidungsausschuss, bestehend aus zwei unabhängigen Direktoren sowie dem Geschäftsführer von ELANTAS Beck India, zur finalen Entscheidung vorgelegt. 

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NGOs?
Dr. Kalyani Mandke: Der wichtigste Erfolgsfaktor ist in der Tat die finanzielle Unterstützung. In den meisten Fällen geben uns die Unternehmen auch die Freiheit zu entscheiden, wie genau das Geld eingesetzt wird. Der Nachteil dabei ist, dass viele Firmen zwar die Ressourcen zur Verfügung stellen, dann aber das Interesse an unserer Arbeit verlieren. Dabei könnten auch die Unternehmen und ihre Mitarbeiter von einer engeren Zusammenarbeit profitieren. Wie gesagt, soziales Engagement verändert nicht nur die Welt der Bedürftigen zum Positiven, sondern eröffnet auch dem, der Hilfe spendet, neue Perspektiven. Darüber sollten sich noch mehr Unternehmen bewusst werden. 
Shirish Dabir: Das sehe ich ganz genauso. Durch diese Art der noch engeren Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen erhalten wir einen tieferen Einblick in die Aufgaben und können viel Energie und Motivation freisetzen, um uns im Namen der Gesellschaft noch stärker sozial zu engagieren.



Mehr als 400 Kinder besuchen Schulen der auf Bildung für Hörgeschädigte spezialisierten NGO. Diesen Kindern helfen beim Lernen die eigens von Suhrud Mandal entwickelten Schulmaterialien.

ELANTAS BECK INDIA
BILDUNGSFÖRDERUNG IN INDIEN

 

ELANTAS Beck India und Suhrud Mandal arbeiten seit 2012 zusammen. Seither hat die ALTANA Tochter die NGO finanziell mit insgesamt fast 5,4 Millionen Indischen Rupien sowie Sachspenden wie zum Beispiel Computern unterstützt.

 

400 GEFÖRDERTE KINDER