ALTANA
  •             »WIR MÜSSEN UNS IN EINE
    WISSENSGESELLSCHAFT VERWANDELN.«     
    »BEST PRACTICE UND PERSÖNLICHES
    ENGAGEMENT SIND DER SCHLÜSSEL
    ZUM ERFOLG« 

    Benoît Lebot
    , Executive Director der IPEEC
    (International Partnership for Energy Efficiency Cooperation)

    Tricia Schaffrik ,
    Head of Global Engineering Services ECKART
                                                                                                                                                         

Internationaler Energieexperte im Austausch mit leitender Ingenieurin unseres energieintensivsten Betriebs  

Benoît Lebot ist Executive Director der IPEEC (International Partnership for Energy Efficiency Cooperation) in Paris, zu deren Mitgliedern 17 der G20-Länder zählen. Lebot studierte Bauingenieurwesen. Bevor er 2014 zur IPEEC stieß, arbeitete er für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

Tricia Schaffrik studierte Maschinenbau an der West Point Military Academy und absolvierte ihren Master in St. Louis (USA). Sie begann ihre Karriere bei ALTANA in einer Niederlassung des Geschäftsbereichs ELANTAS in den USA. Seit 2015 ist sie als Head of Global Engineering Services im Geschäftsbereich ECKART von Hartenstein bei Nürnberg aus tätig. 


Herr Lebot, Sie kommen gerade von der UN-Klimakonferenz COP23 zurück. Übernimmt die chemische Industrie die Verantwortung für das Erreichen der Klimaziele? 
Benoît Lebot: Die chemische Industrie unterscheidet sich dabei nicht von anderen Branchen. Wir alle müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass der Klimawandel schon längst Realität ist. Aber wir können die Folgen des Klimawandels begrenzen. Die bekannten Lösungen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen entsprechend den Pariser Vereinbarungen werden jedoch noch nicht ausreichend genutzt.

… weil sich die Industrie nicht genug engagiert?
Benoît Lebot: Ich bin sicher, dass Industrieunternehmen wie ALTANA bereits große Fortschritte gemacht haben. Steht aber das Erreichte auch schon im Einklang mit den langfristigen Zielen, die wir in Paris vereinbart haben? Um eine globale Erwärmung von mehr als 1,5 Grad Celsius zu verhindern, müssen wir die Art und Weise ändern, mit der wir die Wirtschaftsentwicklung derzeit steuern. Ich sehe durchaus ermutigende Schritte, aber nicht die notwendige vollständige Mobilisierung unserer Kräfte. Da sind insbesondere die Regierungen und Institutionen gefordert, die den Dialog auf allen Ebenen – Regierungen, Privatsektor und Gesellschaft insgesamt – und den Austausch von Best Practice vorantreiben müssen. 
Tricia Schaffrik: Ich stimme Ihnen zu, möchte aber einen wichtigen Punkt ergänzen: Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement ist auch eine Frage der Kultur. Wenn ein Unternehmen oder eine Nation nicht bereit ist, diese Überzeugung in ihrer Kultur zu verankern, dann können Sie letztendlich nicht erfolgreich sein. Deshalb arbeiten wir bei ALTANA an der notwendigen Verknüpfung der Management-Programme mit unserer Unternehmenskultur. 

Welche Überlegungen spielten bei der Entscheidung für ein Blockheizkraftwerk in Ihrem Werk in Hartenstein bei Nürnberg eine Rolle? 
Tricia Schaffrik: Wir fällten die Entscheidung in einem Umfeld steigender Strompreise, der Unterstützung des Einsatzes kombinierter Wärme- und Stromerzeugung durch Fördermittel, und nicht zuletzt suchten wir seinerzeit Ideen, wie wir den CO2-Ausstoß senken können. Der Bau ist für uns eine große Investition gewesen. Wir wollen unseren Beitrag leisten. Daran besteht kein Zweifel. Aber wir müssen als Unternehmen auch wirtschaftlich denken und handeln. 

Welche Maßnahmen haben Sie zusätzlich ergriffen?
Tricia Schaffrik: Seit 2007 verfolgen wir mehrere Projekte, allen voran die Umstellung von Öl auf Erdgas, aber auch die Verringerung von Druckluftleckagen, die Wärmerückgewinnung von Kompressoren sowie den Einsatz von hoch effizienten Motoren und deren Steuerung über Frequenzumrichter. Die dabei erzielten Erfolge sind quasi die niedrig hängenden Früchte, die wir schnell ernten können. Wir sind jedoch an einem Punkt, wo die Identifizierung weiterer Einsparpotenziale immer schwieriger wird.Im Kern sind die Methoden zur erfolgreichen Herstellung unserer Produkte seit rund 100 Jahren unverändert. Jetzt aber müssen wir diese bewährten Prozesse ändern, um unsere Energieeffizienz weiter zu steigern. 
Benoît Lebot: Das ist Musik in meinen Ohren! Dieser Wille, den nächsten Schritt zu machen, zunächst jede einzelne Anlage zu verbessern und dann wieder einen Schritt zurück zu tun, um den gesamten Prozess und seine Folgen für den Klimaschutz zu verstehen, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können … Wissen Sie, diese Haltung und die Vorgehensweise veranschaulichen, worum es geht. Wir müssen uns in eine wissensbasierte Wirtschaft verwandeln. Das wichtigste ungehobene Potenzial ist das, was in unseren Köpfen ist. Außerdem gibt es schon eine Reihe von Instrumenten wie die ISO 50001 … 

… eine weltweit gültige Norm der International Organization for Standardization (ISO), die Organisationen und Unternehmen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements unterstützen soll … 
Benoît Lebot: … genau diese. Es ist ein sehr gutes Verfahren, um das Energiemanagement in jedem System zu ermöglichen. Aber es wird viel zu selten benutzt.

Frau Schaffrik, wie steht ECKART zur ISO 50001? 
Tricia Schaffrik: ECKART ist seit 2012 ISO 50001-zertifiziert. Dieses Instrument hat uns zu einem strukturierteren Ansatz beim Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement verholfen. Es ist ein sehr guter Ansatz, um unsere Position bei der Energieeffizienz und künftigen Maßnahmen bestimmen zu können. Aber auch hier müssen wir effizient mit den dafür eingesetzten personellen Ressourcen umgehen. 

Was könnte helfen? Vielleicht eine Software? 
Tricia Schaffrik: Ich bin kein Verfechter eines globalen Ansatzes hinsichtlich Hardware, Software oder Plattformen. Warum? Weil ich als Amerikanerin in Deutschland weiß, dass man die nationalen kulturellen und methodischen Unterschiede nicht unterschätzen sollte. Ich bin aber wie Herr Lebot ein Verfechter des Wissensaustausches, von Best Practice und persönlichem Engagement. Das ist wichtig für den Erfolg. Das brauchen wir. 

Wie kann Best Practice aussehen? 
Tricia Schaffrik: Wir müssen die Prozesse vollständig messen und verstehen, also wissen, wo jede Minute des Tages wie viel und welche Art von Energie genutzt wird. Mit dem Verständnis und den Daten in Echtzeit können wir entscheiden, wo wir die erzeugte Wärme und den Strom am besten einsetzen. Diese Erfahrung können wir im Unternehmen – aber auch in regionalen Foren – teilen bzw. auf andere Anwendungen transferieren.
Benoît Lebot: Ihre Ausführungen, Frau Schaffrik, zeigen völlig zutreffend, dass wir das Energiesystem nur verändern können, wenn wir es verstehen. Genauso ist es bei den Klimaschutzzielen. Ein paar niedrig hängende Früchte haben wir bereits pflücken können. Aber wir müssen auch diejenigen finden, die höher hängen oder nur schwer erkennbar sind. Deshalb benötigen wir wissensbasierte Ansätze, den Zugang zu Daten. Nur wenn wir auch die anderen Früchte pflücken, können wir unsere globalen Klimaschutzziele erreichen. 



Das neue Blockheizkraftwerk hilft ECKART dabei, die Energiekosten um bis zu 700.000 Euro jährlich zu reduzieren. Der CO2-Ausstoß kann ebenfalls verringert werden.

ENTLASTUNG FÜR DIE UMWELT
BLOCKHEIZKRAFTWERK BEI ECKART

 

Das Ziel, die spezifischen CO2-Emissionen im Zeitraum 2007 bis 2020 um 30 Prozent zu senken, hat ALTANA bereits 2017 erreicht. Dazu beigetragen hat insbesondere die Investition in ein Blockheizkraftwerk bei ECKART.

 

- 30 % CO2-EMISSIONEN¹

 

¹ Gesamtmenge bezogen auf die Bruttowertschöpfung