ALTANA
  •          »DURCH AKQUISITIONEN BESCHLEUNIGEN
    WIR UNSER WACHSTUM.«
    »UNSER ZIEL WAR ES, EINEN KÄUFER ZU FINDEN,
    DER DAS GESCHÄFT WEITERENTWICKELT.«
    Oliver König, Leiter Finanzen und
    Controlling ALTANA AG

    Frank Wright,
    Berater, ehemaliger Geschäftsführer
    „Clay Based Additives“ bei Rockwood
                                                                                                                                               

Geschäftsführer eines akquirierten Unternehmens im Austausch mit dem Leiter Finanzen und Controlling zu Finanzierung und Integration

Frank Wright ist Biochemiker und begann seine Karriere als Techniker in der Lebensmittelindustrie. Danach arbeitete er beim britischen Chemieunternehmen Laporte Industries; Teile von Laporte wurden an Rockwood verkauft. Als BYK den Rockwood-Bereich Clay Based Additives (CBA) erwarb, wurde er Mitglied der Geschäftsführung von BYK. Seit 2017 ist er als Berater tätig. 

Oliver König ist Leiter Finanzen und Controlling bei der ALTANA AG. Er begann seine Tätigkeit bei ALTANA als Leiter Investor Relations. Nach dem Rückzug von der Börse 2010 wurde er Mitglied des Corporate Controlling-Teams, das er bis 2016 leitete. Nach einer Zwischenstation als Leiter Group Treasury verantwortet er nun den Bereich Finanzen und Controlling bei der ALTANA Holding.


Herr Wright, 2013 erwarb ALTANA das Rheologie-Geschäft von der US-amerikanischen Rockwood Holdings Inc. Sie waren damals für diesen Bereich verantwortlich. Was waren die wichtigsten Gründe für den Verkauf? 
Frank Wright: Aus Sicht von Rockwood war die Zeit reif, einen Käufer zu finden, der das attraktive Geschäft weiterentwickelt, wozu auch weitere Investitionen in Forschung und Produktion gehörten. Wichtig war auch, dass der Käufer den Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive bieten kann, wie dies bei ALTANA der Fall ist. Ich denke, dass der Geschäftsbereich gut zu dem passte, was ALTANA damals anstrebte, nämlich eine Stärkung des internationalen Rheologie-Geschäfts. Außerdem waren Synergien und Cross-Selling-Potenziale vorhanden. Und nicht zuletzt verschaffte man sich Zugang zu neuen Geschäftsfeldern wie dem Öl- und Gasgeschäft.

Herr König, wie sah es aus Sicht von ALTANA aus?
Oliver König: Hinzu kam für uns neben der Stärkung des Rheologie-Geschäfts und der regionalen Expansion in die USA der Einstieg in andere Märkte, Rohstoffe, Produktionstechnologien und hier an erster Stelle das von Herrn Wright erwähnte Öl- und Gasgeschäft. Mit dem Rheologie-Geschäft von Rockwood konnten wir unsere Diversifikationsstrategie vorantreiben. Wieso? Während steigende Ölpreise und damit höhere Rohstoffkosten die Profitabilität unserer Kernaktivitäten belasten können, profitiert das Öl- und Gasgeschäft aufgrund dann anziehender Förderaktivitäten von dieser Entwicklung.

Wie verlief die Integrationsarbeit?
Oliver König: Sehr gut! Wissen Sie, das war die zweitgrößte Akquisition, die wir bei ALTANA bisher durchgeführt haben. Und wir haben bereits eine Menge Zukäufe getätigt. Trotzdem lief die Integration in den Geschäftsbereich BYK weitgehend reibungslos. Unser Erfolgsgeheimnis? Unsere Mitarbeiter! Ich erinnere mich vor allem an ein tolles Begrüßungsvideo, das aus persönlichen Botschaften von Mitarbeitern aus aller Welt bestand. Die in den Mitarbeiterversammlungen an den neuen Standorten angekündigte übergreifende Zusammenarbeit spiegelte sich in der Struktur des Integrationsprozesses wider. Die Teilprojekte, die von IT über Einkauf bis hin zu F&E reichten, wurden von je einer Führungskraft der BYK und der ehemaligen CBA gemeinsam geleitet.
Frank Wright: Es war schnell klar, dass wir bei Rockwood und ALTANA nicht miteinander konkurrierten. Die Mitarbeiter konnten so die Vorteile erkennen, künftig Teil einer starken Unternehmensgruppe ALTANA zu sein. Dazu hat das Top-Management frühzeitig und überzeugend auf den Mitarbeiterversammlungen an den vier Rockwood-Standorten mitgeteilt, dass ALTANA in das Unternehmen investieren wird, um das Geschäftswachstum zu stärken. Die Mitarbeiter erhielten so eine überzeugende Perspektive. Außerdem sind die ALTANA Werte diskutiert worden, was für die Mitarbeiter eine neue Erfahrung war und ihr Engagement gestärkt hat. Von da an lief bei der Integrationsarbeit nahezu alles rund. 

Welche Rolle spielt das Innovationspotenzial bei einer Akquisition?
Oliver König: Innovation ist unser wichtigster Wachstumstreiber. Unsere eigene Forschung und Entwicklung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Aber durch Akquisitionen anderer innovativer Unternehmen oder Unternehmensteile können wir dieses Wachstum beschleunigen. 

Bevorzugt ALTANA bei Akquisitionen die Eigen- oder die Fremdfinanzierung?
Oliver König: Unsere eigene Finanzkraft ist für uns sehr wichtig. Deshalb beobachten und steuern wir sie fortlaufend mit unseren Controlling-Instrumenten: Liquiditäts-, Bilanz- sowie Ergebnis-Planung. Wir können auf dieser Grundlage schnell einen Finanzierungsplan aufstellen. 

Und wenn Sie sich für einen Zukauf entschieden haben … 
Oliver König: … dann nutzen wir in der Regel zunächst unsere interne Finanzierungskraft aus dem bestehenden operativen Cash Flow für eine Akquisition. Operative Cash Flows von 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr geben uns dafür genügend Spielraum. Allein 2017 haben wir fünf Geschäfte und Technologien übernommen und aus unserem Cash Flow finanziert. Im Fall größerer Zukäufe setzen wir auch mittelfristige Fremdfinanzierungsinstrumente wie Kreditfazilitäten und Schuldscheindarlehen ein.

Wie sieht es mit nicht-finanziellen Aspekten aus?
Oliver König: Das Wichtigste bei einer Akquisition sind die Mitarbeiter. Wir müssen sicherstellen, dass die Leistungsträger an Bord bleiben und bereit zur Integration sind. Denn ohne sie können wir nicht erfolgreich sein. Und das ist eine Frage der Unternehmenskultur. Im Due Diligence-Prozess, also wenn das Für und Wider einer Transaktion überprüft wird, sind auch nicht-finanzielle Kenngrößen insbesondere in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Gesundheit wichtig. Wir schauen ganz genau, wie unsere nicht-finanziellen Ziele durch eine Akquisition beeinflusst werden.

Neben Mitarbeitern gibt es ja auch andere Stakeholder wie Lieferanten, Kunden oder Nachbarn …
Frank Wright: … genau, ihre Bedürfnisse sollten Sie nicht unterschätzen. Manche Stakeholder wussten nicht, wer ALTANA ist. Also haben wir den Menschen vor Ort ALTANA näher vorgestellt, deren Tradition, die Werte, die Arbeitsbedingungen und die Zukunftspläne. Es ist nun mal außerordentlich wichtig, auch den lokalen Entscheidungsträgern darzulegen, was sich für sie verbessert.
Oliver König: Unter dem Strich kommt es darauf an, dass wir auf den relevanten Stakeholder-Ebenen Wert schaffen. Essenziell ist zu wissen, dass ALTANA langfristig orientiert ist. Wir wollen, dass das Geschäft auch in der Zukunft wächst und so Wert für die verschiedenen Anspruchsgruppen geschaffen wird. Wenn ALTANA als neuer Eigentümer an Bord kommt, soll das den wesentlichen Stakeholdern ein gutes Gefühl geben.



Das akquirierte Rheologie-Geschäft wurde erfolgreich in den Geschäftsbereich BYK integriert. Damit zählt BYK zu den global führenden Anbietern von Rheologie-Additiven, mit deren Hilfe sich das Fließverhalten verschiedenster Materialien optimieren lässt. 

AUSBAU DES RHEOLOGIE-GESCHÄFTS
ZWEITGRÖSSTE ALTANA AKQUISITION 

 

Mit dem Erwerb des Rheologie-Geschäfts von Rockwood Industries hat die ALTANA Gruppe ihre konsequente Ausrichtung auf wachsende Spezialitätenmärkte vorangetrieben, das Additiv-Portfolio gestärkt und sich neue Wachstumsfelder eröffnet.

 

635 Mio. US-$ INVESTITION