ALTANA

Brief des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

2017 jährte sich zum 40. Mal die Entstehung des ALTANA Konzerns. Auch wenn unsere Unternehmensgruppe deutlich traditionsreicher ist – die Geschäftsbereiche BYK und ECKART wurden bereits im 19. Jahrhundert gegründet – markiert dieses Jubiläum einen Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von ALTANA. Rückblickend können wir feststellen: Die Eigenschaften, die unser Unternehmen auszeichnen, sind 2017 passend zu diesem Anlass besonders deutlich geworden:

Unsere Innovationskraft haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut nicht nur durch unsere eigene Forschung und Entwicklung unter Beweis gestellt, sondern auch durch Zukäufe gestärkt. Dabei haben wir auch Neuland betreten. So haben wir unsere Grundlagenforschung durch die Zusammenarbeit mit Universitäten im Rahmen des ALTANA Instituts deutlich ausgebaut. Und mit der Gründung von ACTEGA Metal Print ist das erste Start-up-Unternehmen innerhalb der ALTANA Gruppe entstanden.

Durch unsere Kundennähe und Service-Orientierung konnten wir 2017 die vielfältigsten Geschäftschancen in unseren Märkten nutzen. Mit einem Umsatzplus von operativ 7 Prozent und nominal 8 Prozent haben wir unsere Wachstumsziele sogar deutlich übertroffen. Dazu trugen auch die Akquisitionen bei BYK und ELANTAS bei.

Das Zugpferd unseres dynamischen profitablen Wachstums ist dabei unser größter Geschäftsbereich BYK, der Ende 2017 die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz durchbrochen hat. Und der Ausbau des Geschäftsbereichs geht weiter, zum Beispiel im Rahmen von großen Expansionsprojekten in Schanghai und im US-amerikanischen Gonzales.

Auch die anderen Geschäftsbereiche haben zum Wachstum beigetragen bzw. die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt. So hat ECKART 2017 so kräftig zugelegt wie schon seit Langem nicht mehr. ELANTAS profitiert insbesondere von der Nachfrage in China und baut den Standort Tongling weiter aus. Und ACTEGA investiert in einem herausfordernden Geschäftsumfeld weiter in die Zukunft, zum Beispiel in die Modernisierung von Produktion und Forschung in Bremen.

Zu unserem Anspruch gehört aber auch, dass wir nicht nur unseren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sichern, sondern in jeder Hinsicht nachhaltig unterwegs sind. Dementsprechend unterstützt ALTANA als Mitglied von „UN Global Compact“ auch aktiv die Ziele dieser weltweit wichtigsten und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Durch die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in unsere Geschäftsprozesse sind wir dabei im vergangenen Jahr einen großen Schritt vorangekommen. Und auch fast alle Umweltkennzahlen haben sich erfreulich entwickelt. So haben wir unser Ziel, die spezifischen CO2-Emissionen im Zeitraum 2007 bis 2020 um 30 Prozent zu senken, bereits 2017 erreicht. Nachdem wir 2016 auch alle Unfallkennzahlen verbessern konnten, haben wir unsere selbst gesteckten Ziele hier im vergangenen Geschäftsjahr nicht erreicht. Umso stärker gilt unser Augenmerk aktuell den Maßnahmen, die eine weitere Optimierung auch in diesem wichtigen Bereich ermöglichen.

Unsere Veränderungsfähigkeit ist bei all dem der Motor unserer Weiterentwicklung. Im Rahmen unserer 2016 aufgestellten „Keep Changing Agenda“ haben wir 2017 deutliche Fortschritte gemacht: Wir haben die strategische Management-Funktion der ALTANA Holding gestärkt sowie Kompetenz- und Service-Einheiten gebündelt, die zu Jahresbeginn als ALTANA Management Services Gesellschaft ihre Arbeit aufgenommen hat. Und wir haben die digitale Transformation von ALTANA deutlich vorangetrieben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wie bei der Entwicklung der „Keep Changing Agenda“ setzen wir auch insgesamt auf die Einbindung unserer Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungsprozesse. Darüber hinaus stehen wir in Kontakt mit externen Interessensgruppen und Meinungsführern. Wir sind davon überzeugt: Nur im Dialog mit den Menschen, die direkt oder indirekt mit ALTANA in Verbindung stehen, können wir auch langfristig die richtigen Weichen für die Zukunft stellen und nicht nur für unsere Kunden, Mitarbeiter, unsere Eigentümerin, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt Wert schaffen.

Deswegen haben wir 2017 den Dialog mit ausgewählten Vertretern dieser Stakeholder durch strukturierte Interviews intensiviert. Auszüge daraus können Sie im Magazinteil dieses Berichts nachlesen. So unterhalten sich beispielsweise ein Bürgermeister und ein Geschäftsführer bei ACTEGA über das richtige Maß an Bürgerbeteiligung bei Expansionsprojekten mitten im Wohngebiet. Ein international erfahrener Energieexperte, der sonst Regierungen berät, tauscht sich mit der leitenden Ingenieurin unseres energieintensivsten Betriebs aus. Die Vorsitzende eines Kinderhilfswerks in Indien spricht mit unserem dortigen CSR-Verantwortlichen über die Sinnhaftigkeit von staatlich vorgeschriebenem sozialen Engagement. Der Geschäftsführer einer schwedischen Stiftung zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und eine Arbeitnehmervertreterin im ALTANA Aufsichtsrat diskutieren darüber, was deutsche Chemieunternehmen von schwedischen Firmen lernen können. Und der Einkaufsleiter eines unserer größten Kunden geht mit seinem Key Account Manager bei ALTANA der Frage nach, wie Innovation auch in Zukunft für beide Seiten gewinnbringend vorangetrieben werden kann und welche Rolle nachhaltige Produkte dabei spielen.

Unsere Antwort: Die Menschen bei ALTANA sind und bleiben unser Erfolgsrezept. Sie machen ALTANA zu dem, was es ist: ein innovationsstarkes, kunden- und serviceorientiertes Unternehmen mit dem Mut und dem Willen zur Veränderung, aber auch dem sprichwörtlich „langen Atem“ für nachhaltiges unternehmerisches Handeln.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Beitrag zum Erfolg und zur Entwicklung von ALTANA im Geschäftsjahr 2017. Unser Dank gilt auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats für ihre konstruktive Begleitung und ihr Vertrauen in die Arbeit von ALTANA.

 

Martin Babilas     Stefan Genten     Dr. Christoph Schlünken