ALTANA

Unsere ehrgeizigen Klimaziele sehen vor, dass wir unseren CO2-Ausstoß, gemessen an der Bruttowertschöpfung, bis 2020 um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 senken. ELANTAS hat dazu am italienischen Standort Ascoli Piceno einen ausgesprochen nachhaltigen Weg eingeschlagen: Der Hersteller von Drahtlacken kombiniert erneuerbare Energien mit einer besonders effizienten Technologie, der Kraft-Wärme-Kopplung. So deckt das Unternehmen dauerhaft 85 Prozent seines Energiebedarfs. „Umweltschutz ist eine Frage der Entschlossenheit“, sagt Betriebsleiter Giorgio Monni dazu.

KLIMASCHUTZ IST NICHT NUR TECHNISCH MACHBAR, SONDERN ÖKONOMISCH EFFIZIENT. DAS ZEIGT ELANTAS IN ITALIEN.

Wie ein Wald mit 180.000 Bäumen
Ein Chemiebetrieb, der seinen Energiebedarf auf nachhaltigem Weg nahezu komplett selbst erzeugt? Da runzeln Skeptiker die Stirn. Doch der Standort Ascoli in Mittelitalien beweist es: Die klimaschonende, fast hundertprozentige Eigenerzeugung für eine Jahresproduktion von 20.000 Tonnen Isolierungsbeschichtungen ist technisch machbar und ökonomisch effizient.

„Hätten wir einen 180 Hektar großen Wald gepflanzt, hätte das den gleichen positiven Klimaeffekt“, bringt Giorgio Monni das Energiekonzept auf den Punkt. Diesem Vergleich legt der Betriebsleiter folgende Rechnung zugrunde: Ein Hektar Wald bindet rund zehn Tonnen CO2. Würde ELANTAS am Standort Ascoli seine Energie allein aus dem italienischen Stromnetz beziehen, schlüge dies rechnerisch mit
CO2-Emissionen in Höhe von fast 2.000 Tonnen zu Buche. Durch die umweltfreundliche Eigenerzeugung emittiert der Betrieb 1.800 Tonnen weniger. Das entspricht der ökologischen Leistung von 180.000 Bäumen.

Der Weg dorthin erforderte allerdings viel Beharrlichkeit, erinnert sich der Ingenieur: „Wir mussten einige Rückschläge hinnehmen und unsere ursprünglichen Pläne anpassen.“ Der erste Schritt war unkompliziert: 2009 nahm das Unternehmen eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Sie produziert rund 880 Kilowatt – etwa ein Sechstel des gesamten Energiebedarfs.

Kraft-Wärme-Kopplung

Anschließend begannen die Planungen für die Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Ihr Vorteil: „Dank der Möglichkeit zur Auskopplung thermischer Energie bei der Stromerzeugung – daher der Name Kraft-Wärme-Kopplung – ist die Ausbeute der Anlage besonders hoch, das macht sie extrem effizient“, so Monni. In Ascoli nutzt ELANTAS die nachhaltige Wärmeenergie zum Aufheizen der Reaktionsbehälter für die Produktion und andere Prozesse.

Ursprünglich sahen die Pläne vor, die Anlage mit besonders klimafreundlichem Bioöl zu betreiben. „Wegen der steigenden Bioöl-Preise wäre der Betrieb aber nicht wirtschaftlich gewesen“, berichtet Monni. „Wir verwenden deshalb jetzt Erdgas.“

CO2-Reduktion um mehr als 60 Prozent
Die Leistung der KWK-Anlage beträgt 3.500 Megawattstunden (MWh) pro Jahr. Zusammen mit der Solaranlage ergeben sich 4.380 MWh, die das Unternehmen selbst produziert, bei einem jährlichen Energiebedarf von insgesamt 4.800 MWh. „Damit ist unser CO2-Ausstoß gegenüber 2008 um mehr als 60 Prozent gesunken“, rechnet Monni vor, „von rund 2.500 Tonnen auf etwa 905 Tonnen.“ Sie entstehen bei der Verbrennung des Erdgases für die Stromerzeugung.

Die umweltfreundliche Eigenproduktion ist nur eine Methode, um das Klima zu schonen. Die möglichst effiziente und intelligente Nutzung der Energie gehört ebenfalls zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis. Auch hier setzt ELANTAS Maßstäbe. „Beim Umbau unseres ehemaligen Lagers zum Labor haben wir darauf geachtet, den Energieverbrauch im Gebäude so niedrig wie möglich zu halten“, erklärt Monni.

Das 1.500 qm große Gebäude verfügt über LED-Beleuchtung. Zudem dienen zylindrische Solar-Röhren mit Reflektoren in den Decken des Gebäudes dazu, tagsüber Sonnenlicht in die Innenräume zu leiten. Spezielle Beschichtungen der Fensterscheiben halten zugleich die wärmenden Infrarot-Strahlen der Sonne ab und sorgen so für ein angenehmes Raumklima im heißen italienischen Sommer. Alles in allem führt dies zu exzellenten Arbeitsbedingungen für das Laborteam, das sich damit ganz auf die Entwicklung neuer Lösungen für seine Kunden konzentrieren kann.

„Wer große Ziele hat, kann Veränderungen in kleinen Schritten gestalten“, sagt Betriebsleiter Giorgio Monni, der seit 28 Jahren den Betrieb am Standort Ascoli leitet.

Sein Fazit: „Der ökologische Umbau der Energieversorgung in Ascoli ist das bislang nachhaltigste Projekt des Unternehmens und meiner bisherigen Karriere.“