
Biodiversität
Um auf den weltweit drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2010 zum „Internationalen Jahr der Artenvielfalt“ erklärt. Die wahrscheinlich stärkste Bedrohung der Arten geht vom fortschreitenden Verlust des Lebensraums durch Klimaerwärmung, Verschmutzung, Ausbeutung der Ressourcen und die Ausbreitung fremder Arten aus.
Während klassische Umweltschutzthemen bei vielen Unternehmen seit langem im Bewusstsein sind und über Managementsysteme beeinflusst werden, hat das Thema „Biodiversität“ den notwendigen Stellenwert – auch bei ALTANA – noch nicht erreic
Artenvielfalt bedeutet Dienstleistungsvielfalt
Biodiversität bezeichnet die Vielfalt an Ökosystemen, Arten und Genen. Die Natur bietet über Ökosysteme sogenannte Systemdienstleistungen wie Versorgung mit Trinkwasser, Rohstoffen oder Nahrungsmitteln, aber auch Regelfunktionen wie Klima- und Hochwasserschutz. Ebenso gehören der Abbau von Schadstoffen, kulturelle Dienstleistungen wie Tourismus oder Bionik sowie Basisdienstleistungen wie Böden, Wasser oder Biomasse dazu. Alle diese Dienstleistungen der Natur sind auch von wirtschaftlichem Nutzen, ohne dass er als solcher in unserem Bewusstsein ist. So wird z. B. allein der Wert der Insektenbestäubung von Nutzpflanzen in der EU auf 15 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Ein Anhaltspunkt für ALTANA beim Thema Biodiversität ist das „Handbuch Biodiversitätsmanagement“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Es vermittelt Unternehmen praxisnah und anhand zahlreicher Beispiele die Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Wirtschaft. Darüber hinaus zeigt es Möglichkeiten zum praktischen Engagement auf, um sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen.
Laut Handbuch wird die Biodiversität von folgenden Einflussfaktoren und den dazugehörigen Handlungsfeldern bestimmt:
- Habitatveränderung
- Klimawandel
- gebietsfremde Arten
- Übernutzung
- Emissionen / Immissionen
Folgende sechs Handlungsfelder wirken auf die Einflussfaktoren:
1. Standort und Immobilien
Ein prosperierendes Unternehmen wie ALTANA braucht neue Gebäude, versiegelt damit aber Flächen und reduziert so Lebensraum. Wir haben z. B. eine neue Hauptverwaltung und ein Fertigwarenlager in Wesel errichtet sowie neue Standorte von ECKART in Zhuhai und BYK in Tongling bezogen.
Bei Neubauten setzt ALTANA vor allem auf Höhe: Die Verwaltung ist 23 m und das Lager 36 m hoch, wodurch der Flächenverbrauch begrenzt werden konnte. Zudem wurde das Verwaltungsgebäude auf einem vorher weitestgehend versiegelten Gelände errichtet. Das Grundstück ist heute zu 40 Prozent begrünt und beheimatet etwa 70 neue Bäume. Auch ältere Gebäude in Wesel wie eine Produktion (sieben Etagen, 41 m), ein Parkhaus mit fünf Etagen und zwei Gebäudeaufstockungen sind stets so hoch wie möglich gebaut worden. Der neue Standort von ECKART in Zhuhai hat das Transportaufkommen zwischen Deutschland und China reduziert, und in Tongling sind durch den Umzug entsprechende Flächen freigegeben worden. Bei ELANTAS Beck India werden auf dem Dach der Verwaltung Bäume und Sträucher gezüchtet, die an Mitarbeiter verschenkt werden. Natürlich verursachen die Gebäude klimarelevante CO2-Emissionen, wir achten aber bei Neubauten auf eine hohe Energieeffizienz. Zu erwähnen sind zudem eine Spende für ein Biotop (Naturarena Bislich) und die Beiträge von ALTANA zum Altlastensanierungs- und -aufbereitungsverband NRW (AAV) (siehe Seite 44). Vom AAV werden Industrie- und Gewerbebrachen saniert und wieder nutzbar gemacht oder renaturiert.
2. Lieferkette, Roh- und Werkstoffe
ECKART stellte bis vor einiger Zeit Effektpigmente aus natürlichen Mineralien (Glimmer) her, die in Indien im Tagebau gewonnen wurden. Diese Abbaumethode hat jedoch einen negativen Einfluss auf die Biodiversität. ECKART hat alternative Effektpigmente entwickelt, die auf Silikaten (Glassflakes) basieren, und deshalb auf die Mineralien verzichten können.
3. Produkte
Produkte von ALTANA haben vor allem durch Lösemittelemissionen (VOC) Einfluss auf die Biodiversität. Laut Handbuch wird die Umstellung auf Wasserlacke bei einem Hersteller von Bunt- und Bleistiften als beispielhaft bezeichnet. Mit 25.000 m3 Wasser als Ersatz von organischen Lösemitteln, der weiteren Entwicklung von Wasserlacken sowie Additiven und Pigmenten zur Herstellung von Wasserlacken oder anderen VOC-reduzierten Lösungen tragen wir hierzu sehr viel bei. Wasserlacke sind auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, da VOC einen klimarelevanten Einfluss haben.
4. Produktion und Verarbeitung
Der Einfluss von ALTANA besteht hier im Wesentlichen aus Flächenbedarf für Produktionsanlagen und Lager (siehe Punkt 1), Energieverbrauch, CO2- und VOC-Emissionen sowie Staub. Zu Energieverbrauch bzw. CO2 erfassen wir Kennzahlen und haben Ziele und Maßnahmen formuliert. VOC bzw. Staub liegen weit unter den Emissionen der Produkte während ihrer Nutzung und konnten zudem in den letzten Jahren durch neue Abluftreinigungsanlagen weiter reduziert werden.
5. Transport and logistics
The transport of mineral oil products and the resulting CO2 and dust emissions have a significant impact on biodiversity. The sites of ALTANA are located all over the globe. For our own products, we prefer ships for intercontinental transport to avoid air freight. Due to our low quantities, domestic transports generally rely on road transport by truck. However, we have made first attempts to use trains for transport in Germany and have initiated a project for the determination and optimization of CO2 emissions in our finished product logistics in Germany.
6. Human Resources
The daily commuting and business travel of our employees has the largest impact on biodiversity. We have accomplished some unmeasured reduction of travel with videoconferencing, for which all sites are now fully equipped. ALTANA also promotes the use of energy-efficient Diesel cars (with particle filters) for business travel and so-called SUVs are not approved for use as company vehicles.
