ALTANA

Umwelt und Sicherheit

Umweltverträgliches Wirtschaften ist zentraler Bestandteil der unternehmerischen Strategie von ALTANA. Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch an allen Standorten und in allen Bereichen kontinuierlich zu senken. Wir setzen auch auf eine einheitliche Sicherheitskultur. Technische und organisatorische Maßnahmen tragen dazu bei, die Arbeitssicherheit zu erhöhen und das Thema fest im Bewusstsein der Belegschaft zu verankern. 

Erfolgreiche Modernisierung
Als ALTANA im Jahr 1996 die Firma The P. D. George Company im US-amerikanischen St. Louis übernahm, war allen Beteiligten klar: Die neue Unternehmenstochter hatte großes Potenzial, würde jedoch umfassende Investitionen erfordern. Die Anlagen am über 80 Jahre alten Standort waren veraltet und entsprachen nicht dem ALTANA Standard.

Heute gehört das Unternehmen zu den Vorzeigegesellschaften im Konzern und liefert für den Geschäftsbereich ELANTAS eine breite Produktpalette in der NAFTA-Region. Die Produkte isolieren stromführende Drähte und schützen beispielsweise Motoren, Leiterplatten und Sensoren vor Erschütterung und Hitze.

Die getätigten Investitionen machen das Arbeiten nicht nur profitabler, sondern auch sicherer. „Die Mitarbeiter sehen, dass ihr Arbeitgeber über Sicherheit nicht einfach nur in Schulungen redet“, beschreibt Dr. Susan W. Graham, seit 2004 Geschäftsführerin von ELANTAS PDG. „Unsere Sicherheitskultur wird hier von allen gelebt.“ Das zahlt sich aus. Obwohl hier anspruchsvolle, chemische Stoffe verarbeitet werden, ist die Zahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit stetig zurückgegangen.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr
Allein in den Jahren 2005 bis 2012 investierte ALTANA 35 Millionen US-Dollar in die Modernisierung des Standorts. Zum Beispiel in eine neue Mischanlage: Mit 11 Millionen US-Dollar ist sie die bislang größte Einzelinvestition in ein ELANTAS Unternehmen. Mit ihr stellen die Mitarbeiter Isolationsharze entsprechend der geforderten Anwendung für die Kunden her. „Die alte Anlage muss man sich vorstellen wie einen überdimensionierten Küchenmixer“, erklärt Susan Graham. „Und wie in der heimischen Küche ließ sich ein Spritzen der Flüssigkeiten nicht vermeiden.“ Die neue Mischanlage gehört nach über acht Jahren im Betrieb immer noch zu den saubersten Bereichen auf dem Gelände. Separate Tanks für jeden Rohstoff in der Anlage minimieren das Risiko von Verunreinigungen im Endprodukt. Dies bedeutet einen geringeren Reinigungsaufwand und weniger Filterwechsel, was wiederum Zeit spart, Abfall verringert und vor allem die Sicherheit der Mitarbeiter erhöht. Kunden können sich auf schnellere Lieferung und höchste Qualität verlassen.

Auch gezielte Akquisitionen erweiterten die technologische Basis, beispielsweise zur Herstellung von Harzen, die für die Imprägnierung in schweren Elektromotoren verwendet werden. Mit dem neuen Emulsionsreaktor stellt ELANTAS PDG seit 2005 ein in Wasser emulgiertes Isolationsmaterial her, das ohne organische Lösungsmittel auskommt. Das schont nicht nur die Umwelt. Es macht auch die Arbeit für die Mitarbeiter sicherer und erleichtert die Weiterverarbeitung für die Kunden, für die nun Lösungsmittel kein Thema mehr sind.

In diesem Klima gedeihen Innovationen: Mit dem flexiblen Elektroisoliermaterial ELAN-Film® verfügt die ELANTAS Gruppe seit 2016 über ein neues, vielversprechendes Produkt, entwickelt in St. Louis. Den Forschern dort ist es, vereinfacht gesagt, gelungen, flexible Plastikfolien mit flüssigem Drahtlack zu bestreichen. Diese Folie isoliert ganze Drahtbündel untereinander und schirmt sie gleichzeitig vom Stahlkern des Motors ab.

Produziert wird der Isolierstoff ELAN-Film® im Übrigen mit einer Anlage von ECKART Effect Pigments in Schererville im US-Bundesstaat Indiana. Das Schwesterunternehmen hatte dort einen Pigment-Hersteller gekauft, für eine Beschichtungsanlage jedoch keine Verwendung – ELANTAS PDG dafür umso mehr.



2016 zum vierten Mal in Folge als „Top Workplace“ ausgezeichnet, rund 180 Mitarbeiter, die sich als Gemeinschaft verstehen, sowie eine geringe Mitarbeiterfluktuation: Das ist auch der Verdienst des von Dr. Susan W. Graham geleiteten Führungsteams. Seit Anfang 2004 steht die promovierte Chemikerin an der Spitze von ELANTAS PDG und hat den Wandel mitgestaltet. 2015 verlieh die renommierte Branchenvereinigung IEEE ihr den Golden Omega Award und würdigte sie für ihre Unternehmensführung und ihr Engagement für die Elektroindustrie sowie das Gemeinwohl am Unternehmensstandort in St. Louis. Den Preis durften zuvor u.a. Dave Packard von Hewlett Packard oder James van Allen, Entdecker des nach ihm benannten Strahlungsfeldes um die Erde, entgegennehmen.

HÖCHSTMÖGLICHER TECHNISCHER STANDARD

Die Geschichte von ELANTAS PDG beginnt im Jahr 1919, als Pericles Demetrius George The P.D. George Company gründet und Harze für die damals entstehende Elektroindustrie fertigt. 1996 übernimmt ALTANA das Unternehmen und investiert umfassend in dessen Modernisierung. Zusammen mit einer gelebten Sicherheitskultur zeichnet dies den Standort als einen der effizientesten und sichersten innerhalb des ALTANA Konzerns aus. Fast 19 Tausend Tonnen Isolierstoffe wurden 2016 ausgeliefert. Sie tragen dazu bei, dass elektrische und elektronische Geräte sicher und langlebig genutzt werden können, alltägliche Haushaltsgeräte ebenso wie große Industriemaschinen.

Unsere Gesellschaften arbeiten kontinuierlich an der Reduzierung ihres Energieverbrauchs. Denn dies senkt gleichermaßen Kosten wie CO²-Emissionen.

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) steht im Mittelpunkt der Überlegungen zur Modernisierung unserer Anlagen für die Energieerzeugung, da sie besonders effizient ist. So haben wir nicht nur im italienischen Ascoli eine KWK-Anlage installiert,  sondern auch bei ECKART am Standort Hartenstein zwei gasbetriebene KWK-Einheiten mit je einer elektrischen Leistung von 499 Kilowatt (kW) in Betrieb genommen. Ihre gemeinsame Jahresenergiemenge beträgt 7,5 Gigawattstunden. Damit kann der Standort die CO²-Emissionen um 1.100 Tonnen pro Jahr senken. Die Abwärme der Generatoren nutzt ECKART für drei verschiedene Aufgaben: Knapp die Hälfte dient als Wärmequelle für die Destillation. Die andere Hälfte wird im Winter für die Gebäudeheizung und im Sommer für eine Absorptionskälteanlage genutzt.

In den Niederlanden beteiligt sich BYK Cera an der Initiative „Clean Tec Region“. Am Standort Deventer hat das Unternehmen zur Stromerzeugung eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Ein neuer Dampfkessel in der Produktion wird in Verbindung mit weiteren Maßnahmen zur Einsparung von 22.500 Kubikmetern Erdgas beitragen. Außerdem hat BYK-Cera die Beleuchtung sowohl in Deventer als auch in Denekamp teilweise auf die effiziente LED-Technik umgestellt. Für die Fahrten zwischen den beiden Standorten steht den Mitarbeitern ein umweltfreundliches Fahrzeug mit Elektroantrieb zur Verfügung (BMW i3). Auch am Standort Wesel verfügt der Fuhrpark von BYK über zwei dieser Fahrzeuge.

Zu den organisatorischen Maßnahmen in puncto Sicherheit gehört die Einführung zertifizierter Managementsysteme. Unsere chinesischen Gesellschaften haben diesbezüglich in den vergangenen Jahren beträchtliche Fortschritte erzielt. Am Standort Zhuhai haben ECKART und ELANTAS jeweils einen aus zwölf Elementen bestehenden Sicherheitsstandard aufgebaut, der auf den nationalen und regionalen Vorschriften beruht. Beide Gesellschaften verfugen außerdem über das entsprechende Sicherheitszertifikat.

Auch die Einführung von Effizienzprogrammen, wie das auf japanischen Managementtechniken basierende 5-S-Programm, tragen zur Arbeitssicherheit bei. Die Erfahrung zeigt, dass ein geordnetes Arbeitsumfeld weniger unfallträchtig ist. Eine Reihe unserer US-Gesellschaften haben sich diesen Ansatz inzwischen auch zu Eigen gemacht.