Prozesssicherheit

Im Jahr 2010 ereigneten sich bei ALTANA drei Schadensfälle, die nach unserer internen Definition als „bedeutend“ klassifiziert sind. Bei ELANTAS Deatech in Quattordio gab es im Februar 2010 ein Leck in einer Leitung älterer Bauart, aus dem etwa 3.000 Liter flüssiger Rohstoff beim Pumpen aus dem Tank in den Reaktionskessel flossen.

Die Flüssigkeit konnte in den dafür vorgesehenen Sicherheitswannen aufgefangen werden. Eine Gefahr für die Umwelt bestand nicht, es kam weder zu Bodenverunreinigungen noch anderen negativen Auswirkungen. Um ähnliche Ereignisse zukünftig zu vermeiden, wurden die Leitungen aller Rohstofftanks ausgetauscht und auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 35.000 Euro.

Ein geplatzter Schlauch sorgte im Juni 2010 für einen Schaden bei ACTEGA Terra. Der Fahrer eines Tanklastwagens wurde beim Pumpen einer ätzenden Flüssigkeit kontaminiert. Er musste ärztlich behandelt werden, trug aber glücklicherweise keine bleibenden Schäden davon. Ursächlich waren die nicht ausreichenden Vorgaben für die Druckprüfung der verwendeten Schläuche. Diese Vorgaben wurden nach dem Vorfall überarbeitet.

Bei ACTEGA Rhenania kam es im Oktober 2010 zu einer Verpuffung durch eine elektrostatische Aufladung. Beim Befüllen eines Kessels mit Pulver wurde ein zur elektrischen Ableitung vorgesehener Metalltrichter nicht eingesetzt. Der Kessel enthielt Lösungsmittel. Ein Mitarbeiter musste verletzt im Krankenhaus behandelt werden. Der Sachschaden war gering. Als Konsequenz werden intensivere Schulungen der Mitarbeiter sowie sorgfältigere Kontrollen durch die Meister vor Ort durchgeführt. Dafür wird zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt. Zudem werden alle pulverförmigen Rohstoffe in ableitfähige Gebinde umgefüllt. Eine Verpuffung in der Abluftverbrennung bei ELANTAS PDG im August 2010 fällt zwar nicht unter die Definition „bedeutend“. Zu einem Personenschaden ist es aber nur durch Zufall nicht gekommen.

Eine zu hohe Konzentration flüchtiger organischer Komponenten in der Anlage führte zu der Verpuffung. Die automatische Abschaltung reagierte nicht schnell genug. Zukünftig werden bei der Überschreitung einer bestimmten Konzentration die betroffenen Mitarbeiter automatisch gewarnt.

Über alle Schadensfälle tauschen die ALTANA Gesellschaften regelmäßig Informationen aus, denn ständiges gemeinsames Lernen reduziert die Zahl der Schadensfälle und damit die Gefahr schwerer Verletzungen der Mitarbeiter oder eines Umweltschadens.