
Interview mit Dr. Reinhard Salinger
„Führungskräfte sollen aufmerksam und sensibel reagieren“
Dr. Reinhard Salinger leitet den werksärztlichen Dienst bei ECKART in Güntersthal. Er ist Spezialist für Ab- hängigkeit und Suchtprävention.
Herr Dr. Salinger, hat ECKART ein spezielles betriebliches Suchthilfe- programm?
ECKART ist sich seiner innerbetrieblichen sowie gesellschaft- lichen Verantwortung beim Thema Suchtkrankheit bewusst. Aus dieser Verantwortung gegenüber den Beschäftigten wurde ein spezielles Training für über 200 Führungskräfte durchgeführt. Sie sollen aufmerksam und sensibel auf suchtgefährdete Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter reagieren, ihnen notwendige Hilfe anbieten und eventuell die betrieblichen Ansprechpartner Abhängigkeit/Sucht (BAS) mit in die Maßnahmen einbeziehen.
Wie viele der betrieblichen Ansprechpartner sind bei ECKART beschäftigt?
ECKART verfügt über sieben dieser ehrenamtlichen betrieblichen Ansprechpartner und den Betriebsarzt. BAS und Betriebsarzt sind Ansprechpartner für Führungskräfte und Betroffene. Sie beraten Mitarbeiter mit Personalverantwortung bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz und führen anonyme Gespräche mit Betroffenen unter Wahrung der Schweigepflicht. Daneben kooperieren sie auch mit psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstellen für Abhängige und Suchtkranke und achten darauf, dass der so genannte Interventionsleitfaden bei Auffälligkeiten zur Anwen- dung kommt. Zudem leisten sie Hilfe bei der Nachsorge und Wiedereingliederung in den Beruf.
Und wie werden die Suchtansprechpartner geschult?
Die BAS werden regelmäßig alle zwei Jahre durch ein externes Institut geschult. Der Betriebsarzt bildet sich regelmäßig auf Seminaren der Bayerischen Landesärztekammer in München fort. Er informiert zusätzlich die BAS in dreimonatigen Abständen. Außerdem tauschen wir uns seit letztem Jahr zu diesem Thema mit den Stadtwerken Nürnberg aus.
