
Brandbekämpfung
Bis die Feuerwehr eintrifft, kann es bei einem Brand schon zu spät sein. Nicht selten hat sich das Feuer dann schon so stark ausgebreitet, dass die Rettungskräfte nur noch den Brand kontrollieren, das brennende Objekt selbst aber nicht mehr retten können. Deshalb sind automatische Löschanlagen an kritischen Stellen – besonders in einem Chemieunternehmen – sehr wichtig.
Sie löschen sofort, wenn der Brand noch klein ist. Das bedeutet eine geringere Gefährdung der Feuerwehrleute, da sie beim Eintreffen meist ein wesentlich kleineres Feuer bekämpfen und nicht so nahe an den Brandherd heranmüssen. Oft ist die Löschanlage mit einem automatischen Alarm der Feuerwehr kombiniert.
Alle Produktions- und Lagerstätten von BYK in Wesel sind mit automatischen Löscheinrichtungen versehen. In älteren Anlagen wird mit Kohlendioxid (CO2) geflutet. Dies setzt jedoch voraus, dass alle Mitarbeiter rechtzeitig den gefluteten Bereich verlassen haben, da nicht nur dem Feuer, sondern auch den Mitarbeitern der Luftsauerstoff genommen wird.
Aus diesem Grund sind neuere Einrichtungen nur mit solchen Löschanlagen ausgerüstet, die entweder mit Wasser oder mit Wasser und Schaum löschen. Der Schaum deckt auch größere mit Lösemittel bedeckte Flächen ab, ist also sehr effizient für solche Brände.
An den älteren Standorten werden solche Anlagen nachgerüstet bzw. in neuen Gebäuden neu installiert. Bei BYK USA wurde das Rohstofflager mit automatischen Wasser-Schaum-Löschanlagen nachgerüstet. Ebenso erhielt ein neues Fertigwarenlager, das mit dem erforderlichen Auffangvolumen für das Löschwasser konstruiert wurde, eine neue Wasser-Schaum-Anlage. Die Türen des Lagers sind mit entsprechend verschließbaren Barrieren versehen, so dass kein Löschmittel in die Umwelt gelangen kann.
Bei ELANTAS PDG in den USA wurde in einem Produktionsgebäude die CO2-Löschanlage durch eine automatische Wasser-Löschanlage ersetzt und auf automatische Alarmierung der Feuerwehr umgestellt. Das geforderte Rückhaltevolumen für das Löschwasser ist bereits vorhanden. Die Gesamtinvestition betrug etwa 850.000 Euro. Bei ELANTAS Deatech in Ascoli wurde eine automatische Wasser-Schaum-Löschanlage für den Bereich der Entleerung von Tankwagen in Rohstofftanks installiert, denn auch hier könnte elektrostatische Aufladung zu Verpuffungen führen. Ebenfalls mit einer automatischen Wasser-Schaum-Löschanlage und entsprechendem Rückhaltevermögen ausgestattet wurde ein neues Lager, das ELANTAS Deatech in Quattordio in Betrieb genommen hat.
Wichtiger noch als die aufgezählten Brandbekämpfungseinrichtungen ist die Brandvermeidung. Auch hier sind unsere Anlagen selbstverständlich auf dem neuesten Stand der Technik – ausgerüstet mit Explosionsschutz, Lüftung mit mehrfachem Luftwechsel oder Sensoren zur Warnung.
Mindestens genauso entscheidend wie technische Maßnahmen ist die korrekte Arbeitsweise unserer Mitarbeiter, z. B. die sorgfältige Vorsicht vor elektrostatischer Aufladung. Dies haben u. a. die Ursachenanalysen von Verpuffungen und Bränden in den vergangenen Jahren gezeigt. Daher wurden bei BYK-Chemie in Wesel und bei ACTEGA Rhenania spezielle Schulungen mit Experimentalvorträgen über elektrostatische Aufladung und deren Auswirkungen durch externe Spezialisten durchgeführt. Die Experten konnten der Belegschaft auf sehr anschauliche Weise die Bedeutung der Vermeidung elektrostatischer Aufladungen zeigen. Diese Schulungen sollen auch bei den anderen betroffenen ALTANA Unternehmen durchgeführt werden.
