
Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit befasst sich mit der Vermeidung von Unfällen unserer Mitarbeiter. Zur Messung unserer Leistung haben wir Kennzahlen definiert und deren regelmäßige Erhebung verbindlich festgelegt. Weiter haben wir auf dem Weg zur Vision des möglichst unfallfreien Unternehmens Ziele definiert.
Hierzu haben wir seit 2006 große Anstrengungen unternommen. Da die technischen Möglichkeiten beim Arbeitsschutz weitgehend ausgeschöpft sind, fokussieren sich diese Anstrengungen vorwiegend auf das Verhalten der Mitarbeiter.
Die meisten (Arbeits-)Unfälle passieren durch menschliches Fehlverhalten, also den unsachgemäßen Umgang mit Maschinen oder Werkzeug, kein oder falsches Tragen von Schutzkleidung, zu große Eile oder auch Stolpern. Umso wichtiger ist deshalb das ständige Erinnern an das richtige Verhalten. Ein Ansatz ist die mit BBS abgekürzte Behavior Based Safety (zu Deutsch: verhaltensbasierte Sicherheit), die sich auf Verhaltensanalysen stützt. Unsicheres Verhalten von Mitarbeitern soll durch positive Intervention geändert werden.
Als erstes Unternehmen der ALTANA hat ELANTAS Deatech das Konzept der Behavior Based Safety umgesetzt. Rund 80 bis 90 Prozent der betrieblichen Unfälle sind laut Statistik auf das persönliche Verhalten von Mitarbeitern zurückzuführen. Und das lässt sich nur ändern, wenn auf das Verhalten rechtzeitig Einfluss genommen wird. Die Unfallpyramide zeigt den statistischen Zusammenhang zwischen unsicherem Verhalten, leichteren Unfällen, schweren und tödlichen Unfällen. Die Theorie: Wer schwere und tödliche Unfälle verhindern will, muss die Zahl der unsicheren Handlungen reduzieren.
Bei der Behavior Based Safety gilt, dass ein bestimmtes menschliches Verhaltensmuster auf der Abschätzung des Nutzens beruht. Und der ergibt sich aus den persönlichen Erfahrungen des Betreffenden. ELANTAS Deatech wendet für die Erklärung dieses Sachverhalts das geläufige ABC-Modell an.
Grundlage des ABC-Modells (Antecedent, Behavior, Consequence) sind das Loben des richtigen und das Tadeln des falschen Verhaltens. Damit ein BBS-System erfolgreich sein kann, ist es nötig, schnell und konsequent auf falsches und richtiges Verhalten zu reagieren. Zwischen Februar 2009 und Februar 2010 wurde bei drei Viertel von 479 Überprüfungen das richtige Verhalten festgestellt.
Dieses positive Ergebnis führte auch zu einem größeren Vertrauensverhältnis zwischen Schichtleitern und Sicherheitsbeauftragten. Ebenfalls zum Thema Unfallverhütung durch Verhaltensweise hat ECKART im Jahr 2009 einen Safety-Workshop mit der oberen Führungsebene durchgeführt. Dabei wurden diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitskultur festgelegt. Diese Maßnahmen wurden in den Jahren 2009 / 2010 umgesetzt. Die Sicherheitsleistung hat sich – an den Kennzahlen erkennbar – deutlich verbessert.
Handlungsbedarf hinsichtlich Arbeitssicherheit gab es auch bei BYK, da sich im Jahr 2009 zwischen erstem und drittem Quartal die Unfallkennzahlen nach WAI 1* deutlich verschlechtert hatten. Verantwortlich dafür waren neben oberflächlichen Sicherheitsüberprüfungen auch Unaufmerksamkeit der Mitarbeiter beim Ausführen ihrer Arbeit sowie Überlastung. Das Management gründete daraufhin gemeinsam mit den zuständigen Abteilungen eine Arbeitsgruppe.
Die Maßnahmen der Arbeitsgruppe umfassten u. a.:
- öffentliche Ansprache zur Bedeutung von Sicherheit am Arbeitsplatz durch das Management, unterstützt durch Kommunikationsinstrumente wie Newsletter, Broschüren oder Besprechungen
- Artikel in der Mitarbeiterzeitung
- Plakate für die drei Unfallszenarien Fallen, Quetschen und Schneiden
- Information über Unfallentwicklung auf BYK TV, Intranet-Website und IMS-Portal
- Sensibilisierung aller Führungskräfte durch Rechtsanwälte und Psychologen in dreitägigen Workshops der Berufsgenossenschaft
- Aktualisierung der Risikobeurteilung und des Trainingsbedarfs
- Work Accident Indicator 1 (Zahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit von mehr als einem Tag pro Mio. Arbeitsstunden)
ALTANA nimmt permanent technische Änderungen vor, um ihre Mitarbeiter vor Gefahren am Arbeitsplatz noch besser zu schützen. So wird z. B. ein sicherer Umgang mit Methylendianilin (MDA) gewährleistet. MDA ist ein pulverförmiger Rohstoff, den ELANTAS für weiterführende Reaktionen einsetzt. Wegen seiner als krebserregend geltenden Eigenschaften wird MDA deshalb meist in geschlossenen Systemen angewendet. Früher wurde das Pulver an zwei ALTANA Standorten in China aus Gebinden dosiert. Zum Schutz vor dem gesundheitsgefährdenden Staub trugen die Mitarbeiter entsprechende Schutzkleidung und entsprechende Atemschutzmasken. Mit der Verlagerung des Werks in Tongling erfolgte eine Umstellung auf ein automatisches geschlossenes Dosiersystem. Das MDA wird nun in isolierten oder beheizten Behältern angeliefert und über geschlossene Leitungen in einen Tank gepumpt. Mit Lösungsmittel verdünnt, kann der Schmelzpunkt unter 80 ° C gehalten werden. Aus dem beheizten Tank lässt sich das MDA über geschlossene Leitungen in die Reaktionsbehälter dosieren. Dieses Verfahren bedeutet eine wesentlich größere Sicherheit für die Mitarbeiter, Schutzkleidung und Atemschutz sind nicht mehr erforderlich. Auch bei ELANTAS Zhuhai wurde 2010 mit der Installation entsprechender Tanks für MDA begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten verbessern sich auch hier die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz für die Mitarbeit
