ALTANA

Richtlinien sowie ihre Auswirkungen auf ALTANA

Der rechtliche Rahmen für unser unternehmerisches Handeln besteht aus nationalen Gesetzen und internationalen Richtlinien. Wir verfolgen die Entwicklung der uns betreffen den Vorhaben aufmerksam und beteiligen uns, etwa im Rahmen von Online-Befragungen der Gesetzgeber, an dem dadurch angestoßenen Prozess der Meinungsbildung.

Die seit einigen Jahren diskutierte Einführung von Nanoregistern betrifft eine Reihe unserer Gesellschaften. Unserer Ansicht nach sind derartige Register nicht notwendig, da die Vorschriften der EU-weiten REACH-Verordnung ausreichen, um die jeweils verwendeten Nanomaterialien substanzspezifisch zu registrieren. Diese Auffassung haben wir auch bei der Internetkonsultation vertreten, zu der die EU unterschiedliche Stakeholder gebeten hatte.

Sollte es dennoch zu einer Einführung von Nanoregistern kommen, so plädieren wir für eine EU-weite Institution, um den Verwaltungsaufwand für die betroffenen Unternehmen überschaubar zu halten. Auf die Einrichtung nationaler Register, wie derzeit in einigen europäischen Ländern geplant, sollte verzichtet werden, da sie den bürokratischen Aufwand in den Unternehmen erhöhen.

An der von uns bereits in den Vorjahren geäußerten Kritik zur derzeit diskutierten Definition des Begriffes „Nano“ halten wir fest. Diese betrifft zwei Aspekte. Erstens ist die Definition so weit gefasst, dass sie nach Ansicht von Experten eine unnötige Ausweitung auf Pulver und normale Pigmente mit sich bringt. Zweitens ist sie nicht praxisnah, da sie sich auf die kleinsten Einzelteilchen (sogenannte Primärteilchen) bezieht. In der Regel verarbeitet man jedoch Agglomerate oder Aggregate, also eine Menge von Teilchen, die zusammengelagert sind.

Schließlich weisen wir darauf hin, dass nach wie vor Messmethoden fehlen, um die Materialien mit vertretbarem Aufwand zu untersuchen. Die einzige Methode, mit der sich Primärteilchen identifizieren lassen, ist die teure Elektronenmikroskopie. Eine statistische Auswertung ihrer Ergebnisse ist kaum zumutbar.

Die in Deutschland geplante Gesetzgebung zum hydraulischen Fracturing erschwert die Erprobung dieser unkonventionellen Gas- und Ölförderung. Dies bedauern wir, begrüßen aber gleichzeitig, dass Tests nicht völlig ausgeschlossen sein werden. Aus unserer Sicht ist das hydraulische Fracturing eine beherrschbare Technologie, die es uns in Deutschland auf dem Weg zur Energiewende ermöglichen kann, auf Kohle zu verzichten und dafür das umweltfreundlichere Erdgas zur Energieerzeugung einzusetzen.

Die in der Öffentlichkeit vorwiegend diskutierten Risiken der Technologie beziehen sich auf den Schutz des Grundwassers. Deshalb plädieren wir für Transparenz. Alle Stoffe, die in den Fracturing-Flüssigkeiten enthalten sind, sollten veröffentlicht werden. Dies betrifft auch unsere Additive. Unser Ziel ist es, zu einem umweltverträglichen Fracturing beizutragen und entsprechend unkritische Produkte zu entwickeln. Deshalb ermitteln wir Daten, um die Auswirkungen unserer Additive auf die Umwelt zu bewerten.