Nanotechnologie

Die Nanotechnologie steht für ALTANA in direktem Zusammenhang mit dem REACH-Review (siehe auch Seite 24). So beabsichtigt die Europäische Union (EU), die Nanotechnologie gesetzlich zu regulieren. Denkbar wäre, dies im  Rahmen des Review unter REACH zu regeln. ALTANA unterstützt diesen Ansatz,  da REACH geeignet wäre, den Umgang mit Nanomaterial zu regulieren. Dagegen halten wir ein eigenständiges Regelwerk für unverhältnismäßig aufwendig. Schon in der heutigen Fassung könnte REACH die Anforderungen erfüllen – eine weitere Präzisierung wäre jedoch von Vorteil. Die gesetzliche Regulierung wird mit der Sorge begründet, dass Nanomaterialien ggf. Risiken bergen, die heute noch nicht abzuschätzen sind. Im September 2011 erschien hierzu ein Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) mit dem Titel „Vorsorgestrategien für Nanomaterialien“. Der SRU schlägt darin Kriterien für eine vorläufige Risikoabschätzung vor, wo eventuell Daten fehlen.

ALTANA forscht ebenfalls im Bereich der Nanotechnologie und hat Nanomaterial bisher meist in Additiven auf den Markt gebracht, die vor allem der höheren Kratzfestigkeit und dem UVSchutz von Lacken dienen. Eine längere Haltbarkeit von Lacken bedeutet einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz.

NANOBYK-3605, im August 2011 eingeführt, erhöht die Kratzfestigkeit von strahlenhärtenden Lacken, ohne Transparenz oder Glanz negativ zu  beeinflussen. Insgesamt vertreibt BYK mittlerweile acht Nanoprodukte für verschiedene Systeme mit höherer Kratzfestigkeit und acht Produkte zur  besseren UV-Beständigkeit. Stellen diese Produkte aber ein Risiko für Mensch und Umwelt dar? Wir haben hierzu die Liste der „Kriterien zur vorläufigen Einschätzung von Nanomaterialien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“ der NanoKommission der deutschen Bundesregierung herangezogen. Die Produkte können unter der Rubrik „kein akuter  Vorsorgebedarf“ eingestuft werden, weil:

  • die Produkte in einer geschlossenen Anlage hergestellt werden. Dafür hat ACTEGA Rhenania in eine neue Anlage investiert.
  • das Material zur weiteren Verarbeitung in einer Flüssigkeit dispergiert ist und Staub, Aerosole und Abwasserbelastungen nicht auftreten
  • das Material im Lack fest gebunden ist und somit für Verbraucher und Umwelt keine Gefährdung besteht
  • das Material nicht faser-, stäbchen- oder röhrenförmig ist
  • die Materialien nicht chemisch, katalytisch oder biologisch reaktiv sind

Mit CARBOBYK-9810 hat BYK exklusiv eine achtprozentige Dispersion von Kohlenstoff-Nanoröhrchen, sogenannte Carbon Nanotubes (CNT), entwickelt.  CNT sind außerordentlich schwer zu dispergieren, üblich sind einprozentige  Dispersionen. Dies bedeutet für unsere Kunden hohe Sicherheit im Umgang mit dem Nanomaterial, weil eine Staubentwicklung ausgeschlossen ist. Die  Nanoteilchen besitzen zudem eine hohe thermische und elektrische  Leitfähigkeit, können Kupfer ersetzen sowie mechanische Eigenschaften verbessern.