
Grüne Chemie
Wie umweltfreundlich die Produkte unserer Kunden letztendlich sind, entscheidet vor allem der Anteil an Lösungsmitteln (VOC, Volatile Organic Compounds, flüchtige organische Bestandteile). Als Hauptverursacher von VOC-Emissionen gilt die Baustoffindustrie.
Dichtungsmassen, Klebstoffe, Anstriche und Bodenbeläge geben VOC in die Atmosphäre ab. Und auch die Luftqualität von Innenräumen wird wesentlich durch Lösungsmittel beeinträchtigt. Unser Ziel ist es, Farben- und Kunststoffhersteller zu unterstützen, vermehrt auf lösemittelfreie Systeme zu setzen. So hat BYK die VOC in seiner Produktpalette in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich reduziert. Allerdings ist die Einflussnahme von BYK auf die Umweltverträglichkeit eines Produktes begrenzt, denn Additive machen nur einen geringen Anteil eines Lackes oder Kunststoffes aus.
Wir sind zunehmend in der Lage, Additive anzubieten, die teils auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, z. B. modifizierte Fettsäure von Tallöl. Produktbeispiele mit nachwachsenden Rohstoffen sind BYK-1740, Viscobyk-5120 oder BYK-1161. Damit setzen wir auf Material, das weitgehend CO2-neutral ist, und schonen fossile Ressourcen.
Kennzeichnen und bilanzieren
Umweltkennzeichen werden Produkten verliehen, die sich durch besondere Umweltverträglichkeit auszeichnen. Dabei müssen nicht nur die Endprodukte, sondern auch die Rohstoffe, z. B. für Lack- und Kunststoffsysteme, selbst hohe Anforderungen bestehen. So erfüllen etwa viele BYK Additive die Bestimmungen des europäischen Umweltzeichens EU Ecolabel für Farben und Lacke im Innen- und Außenbereich.
Neue Additive für wässrige Lacke
Unter Produktverantwortung versteht ALTANA auch, dass bestehende Systeme kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden. Dies zeigen zwei neue, multifunktionale Additive für wässrige Lacke von BYK. Diese bieten den großen Vorteil, dass sie nicht nur leicht zu verarbeiten, sondern auch umweltverträglich sind. Hinzu kommen Vorteile in der Prozess- und Wertschöpfungskette: Da nur ein einziges Additiv in einem System verwendet wird, erhöht dies auch die Produktsicherheit. Das Produkt ist zudem weniger komplex und Lagerbestände können reduziert werden.
Umweltverträglichkeit neuer Pigmente
ECKART zählt zu den weltweit führenden Anbietern, wenn es um die Entwicklung und Herstellung innovativer Pigmente geht. Nun hat ECKART eine neue Generation von Effektpigmenten auf Calcium-Sodium-Borosilikat-Basis entwickelt, die hauptsächlich in Kosmetika zum Einsatz kommen. Anders als bei herkömmlichen Pigmenten zeichnet sich das neue Produkt mit dem Namen „Mirage“ durch starken Glanz, hohe Transparenz sowie reine Interferenzfarben aus. Hinzu kommen die neuen Perlglanzpigmente „Luxan“ auf Borosilikat-Basis. Aufgrund ihrer hohen Transparenz sind sie mit jedem beliebigen Farbton kombinierbar, ohne dabei den eigentlichen Charakter der Grundfarbe zu beeinflussen. Diese neuen Pigmente sind eine Alternative zu Effektpigmenten, deren Basisrohstoff in Indien im Tagebau gewonnen wird.
Lösemittelfreiheit und nachwachsende Rohstoffe
Immer mehr Kunden fragen gezielt nach lösemittelfreien Klebstoffen. So hat ACTEGA Rhenania im Jahr 2009 eine neue Serie von Polyurethan-Klebstoffen für Verpackungsfolien entwickelt, die dieses Merkmal aufweisen – und zugleich noch effizienter sind. Denn bei der Kaschierung von Verbundfolien muss deutlich weniger Klebstoff aufgetragen werden als mit konventionellen Polyurethansystemen. Dabei bestehen die neuen Kleber aus Polyolen. Die gebildeten Polyurethane basieren bis zu 80 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen, etwa einem Bestandteil von Rizinusöl.
Wässrige Schutzlacke
Sicherheit steht bei Herstellern von Lebensmittelverpackungen an oberster Stelle, denn Systeme, die in direktem oder indirektem Kontakt mit Lebensmitteln stehen, erfordern hohe Sicherheitsstandards. Etwa dann, wenn Menüschalen oder Joghurtbecherdeckel, aber auch Blisterverpackungen für die Pharmaindustrie mit Lacken veredelt werden müssen. Hier setzt ACTEGA Rhenania auf intensive Forschungsarbeit. Als Hersteller von Speziallacken hat das Unternehmen einen wässrigen Schutzlack für flexible Verpackungen entwickelt, der die hohen Anforderungen der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) erfüllt. Dabei verzichten wir auf Komponenten, bei denen mögliche negative Auswirkungen diskutiert werden, wie Phthalate und PVC-Copolymere, aber auch auf Melaminharz, Bisphenol A sowie Bisphenol-A-Diglycidylether. Damit bieten wir den Kunden Lösungen an, die der Empfehlung des Umweltbundesamtes folgen, den Gebrauch von Bisphenol A einzuschränken. Ferner haben wir es geschafft, den Anteil an VOC-haltigen organischen Lösemitteln auf unter zehn Prozent zu senken.
