
Biotechnologie
Die Biotechnologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit Enzymen, Zellen oder Organismen in technischen Anwendungen befasst. ALTANA forscht seit 2009 in der Biotechnologie, etwa um Produktionsverfahren für Substanzen zu optimieren und so den Energieverbrauch sowie Abfälle zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Gleichzeitig wollen wir unsere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffquellen durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe reduzieren sowie neue Produkt- und Systemlösungen mit einem hohen Wertschöpfungspotenzial vorantreiben.
Dennoch wird beim Thema Biotechnologie oft Kritik laut. Etwa dann, wenn es um die Gentechnologie geht, also gentechnisch veränderte Organismen (GVO), die sich bei Freisetzung möglicherweise auf natürlich vorkommende Arten auswirken können.
ALTANA ist aber ausschließlich in der sogenannten „weißen“, der industriellen Biotechnologie direkt aktiv. Alle Arbeiten finden in geschlossenen Laboren und Produktionsanlagen statt. Ferner betreiben wir derzeit – unter hohen Sicherheitsvorkehrungen – nur in Deutschland Labore. Enzyme und andere biologische Produkte, die durch die Anwendung der weißen Biotechnologie – z. B. über Waschmittel – in die Umwelt gelangen, werden schnell biologisch abgebaut und können sich nicht anreichern. Das ist aktiver Ressourcenschutz und gleichzeitig ein Beitrag zur sozialen Verantwortung.
BYK beispielsweise arbeitet auf dem Biotechnologie-Sektor an verschiedenen Additivlösungen. Zum einen geht es um die Entwicklung eines neuen Oberflächenadditivs für den Gebrauch in wässrigen Systemen, zum anderen in einem zweiten Projekt geht es um intelligente Beschichtungssysteme, genauer gesagt um Additive in Lacken, die einen Bewuchs mit beispielsweise Muscheln an Boots- und Schiffsrümpfen verhindern sollen. Denn alle Organismen, die sich am Rumpf ansiedeln, erhöhen den Strömungswiderstand und somit den Kraftstoffverbrauch. Nach Markteinführung könnten diese neuen Additive einen nachhaltigen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz leisten. Das dritte BYK Projekt befasst sich mit der Einführung eines biosynthetischen Produkts für ein Oberflächenadditiv, das kurz vor der Markteinführung steht. Das biosynthetische Produkt wird dabei durch lebende Zellen und damit ressourcen- und energieeffizient hergestellt.
Ein Bezug von ALTANA zur grünen Biotechnologie, der Pflanzenbiotechnologie, könnte dadurch entstehen, dass wir Rohstoffe beziehen, die auch aus gentechnisch veränderten Pflanzen oder Tieren gewonnen wurden. Wesentlicher öffentlicher Kritikpunkt hier, dass beim Anbau gentechnisch modifizierter Pflanzen eine Ausbreitung oder Beeinflussung anderer wilder Arten nur schwer auszuschließen ist. Im Großen und Ganzen wird es also darum gehen, Chancen und Risiken abzuwägen. Dies erfordert auch einen gesellschaftlichen Diskurs, dessen Ergebnis die Gesetzgebung ist. Dieser Prozess wird von ALTANA aktiv begleitet.
Zugunsten der grünen Biotechnologie wird zu Recht damit argumentiert dass sie dabei helfe, beim Einsatz in der Agrarwirtschaft die Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen. Hinzu kommt, dass in den westlichen Industrieländern viele Nahrungsmittel im Abfall landen, in den USA z. B. rund 40 Prozent. Um diese Mengen von weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren ist es wichtig, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu erhöhen. Hierzu trägt ACTEGA mit ihren Produkten für Lebensmittelverpackungen bei. Da die Herstellung von Lebensmitteln auch mit erheblichen Treibhausgasemissionen verbunden ist, ist deren Schutz gleichzeitig Klimaschutz.
