ALTANA

Neue Perspektiven für Produkte von ACTEGA DS

Studenten der TU München entwickelten im Jahr 2010 innovative Ideen und kreative Geschäftsstrategien

Mit der Spring School der UnternehmerTUM bietet die TU München ausgewählten Studierenden an, bereits im Rahmen des Studiums anhand von praxisorientierten Problemstellungen aus der Industrie die interdisziplinäre und kreative Erarbeitung von Geschäftsmodellen und Businessplänen im Team zu trainieren. Für ALTANA bietet die Spring School daher eine hervorragende Gelegenheit, auch innerhalb der kurzen Laufzeit von nur zwei Wochen, interessante Ideen zu einer von ALTANA gestellten Problemstellung von einem kreativen und interdisziplinären Team erarbeiten zu lassen. Insbesondere der Abstand der Studierenden zur gestellten Aufgabe und der hohe Grad an Interdisziplinarität sowie die im Team vertretenen Fachrichtungen, stellen eine interessante Perspektive dar, die zu sehr interessanten und teilweise ungewöhnlichen Ideen führt. ALTANA unterstützt die Spring School 2010 daher als Partner und Sponsor. Das hier vorgestellte Projekt „Thermoplastische Elastomere als PVC-Ersatz“ des Geschäftsbereiches ACTEGA wurde über den ALTANA R&D Fund finanziert, mit dem Ziel, neben dem Ausbildungseffekt für die Studierenden anhand dieses Open Innovation Ansatzes auch einen konkreten Nutzen für das Unternehmen zu erzielen.

Die diesjährige Spring School der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München, fand in diesem Jahr vom 22. Februar bis 5. März unter Teilnahme von 30 Studierenden aus 17 Nationen statt. Ziel des englischsprachigen, interdisziplinären Seminars war es, in kreativer Atmosphäre und aufgeteilt in kleinere Teams Geschäftsideen zu formulieren sowie in der Folge Prototypen zu einer spezifischen Fragestellung herzustellen. Dabei kamen diese Fragestellungen direkt von einem Kooperationspartner aus der Industrie – diesmal von ALTANA, genauer gesagt, von ACTEGA DS.

Am Anfang stand eine ausführliche Ideensammlung

Die Teilnehmer, Studierende aus den Bereichen Chemie, Materialwissenschaft und Design, sollten neue Anwendungsfelder für thermoplastische Elastomere, zum Beispiel als Ersatz für PVC finden. In interdisziplinären Teams wurden eigene Ideen bis hin zu Prototypen und Businessplänen ausgearbeitet. Am letzten Tag der Spring School präsentierten sechs Teams ihre Geschäftsideen und die daraus entstandenen Prototypen vor Dr. Peter Jenkner (CTO ACTEGA), Wilfried Lassek (Geschäftsführer ACTEGA DS) und Dr. Rüdiger Wittenberg (Leiter F&E, ACTEGA DS).

Erfreuliches Ergebnis: Zwei der sechs vorgestellten Geschäftsideen besitzen das Potenzial, direkt bei ACTEGA DS umgesetzt zu werden. Die Hälfte der verbleibenden vier Geschäftsideen bieten Chancen für eine unternehmerische Realisierung durch die Teams.

Lebhafte Diskussionen nach den Abschlusspräsentationen der Teams

Beispielsweise könnte man Thermoplastische Elastomere (TPE) in Zukunft als Rohmaterial für das sogenannte 3D-Printing einsetzen oder daraus Tragehilfen für schwere Tüten formen, die die Finger und Hände schützen und gleichzeitig als Werbefläche genutzt werden können. Auch eine ergonomische Beschichtung für die Antriebsräder von Rollstühlen und ein Beißring für zahnende Babies, der in einem Produkt verschiedene Bedürfnisse mit unterschiedlichen Materialien befriedigt, wurden durch die Teams aus dem Material entwickelt. Eine weitere Idee war der Einbau von LEDs in einen elastischen TPE-Gurt, der bei Dunkelheit auf dem Fahrrad oder beim Joggen für Sicherheit sorgt. Besonders begeisterte der „E-Bag“ aus einer ausziehbaren, antibakteriell ausgestatteten TPE-Folie, der zu einem Behälter entfaltet werden kann, den man beispielsweise für sauberes, keimfreies Trinkwasser in Krisengebieten einsetzen könnte.

Zu Beginn des Seminars waren die Materialeigenschaften des thermoplastischen Elastomers von Dr. Rüdiger Wittenberg dargestellt worden. Nun galt es für die Studierenden, die technischen Anforderungen und Randbedingungen zu berücksichtigen und dennoch in Brainstormings Ideen für neue Anwendungen außerhalb der Getränke- und Lebensmittelbranche zu finden. Weit über 100 Ideen wurden generiert und anschließend zusammengeführt. Sie bildeten auch die Basis für die Teamzusammensetzung. Begleitend auf dem Weg zu Prototypen wurde Unterrichtsstoff aus dem betriebswirt - schaftlichen Bereich vermittelt, der unmittelbar zum Erstellen von Unternehmenskonzepten verwendet werden kann (Kundennutzen, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Beobachtungen, Interviews, Marketing etc.). Präsentationstechnik und die Vermittlung von „Soft Skills“ rundeten die Lehrinhalte ab.

Wie sahen das die Studenten? „Ein hervorragender Einblick in die Voraussetzungen unternehmerischen Denkens”, „Erlernen von grundsätzlichen Verhaltensregeln im Geschäftsleben“, „Ich denke, der bedeutendste Aspekt war es, zu lernen, wie man ausgehend von einer Idee ein Geschäftskonzept entwickelt. Dabei stellte sich der Kontakt zu einem Industriepartner als sehr hilfreich heraus, um zu erkennen, wie dies in der Praxis umgesetzt wird”.

Zusätzlich gab es jederzeit fachliche Unterstützung von erfahrenen Mitarbeitern der UnternehmerTUM. Nach jeder Teilphase mussten alle Mitglieder eines Teams die ausgearbeiteten Ergebnisse vor den anderen Gruppen präsentieren und sich dem Feedback stellen.

Durch Prototypen wurden die Geschäfts modelle eindrucksvoll demonstriert

Durch die erlernten Kenntnisse und Erfahrungen senkt die Spring School die Hürde zu einer späteren eigenen Unternehmensgründung und schafft damit die Grundlage, um innovative Ideen zur Marktreife zu bringen. Zu Beginn der Spring School gab es nur eine Teilnehmerin, die schon einmal einen Businessplan geschrieben hatte. Am Ende der ersten Woche traute sich gut die Hälfte zu, einen Businessplan für ein Start-up Unternehmen auszuarbeiten. Dieses Zutrauen wuchs gegen Ende der Spring School auf über 80 Prozent!

In der zweiten Woche standen dann die Teamarbeit und das Prototyping im Vordergrund. Die hervorragenden Möglichkeiten in Form von Werkstätten und unterstützendem Fachpersonal bei der UnternehmerTUM begeisterten die Teilnehmer. „Der spezielle Geist bei UnternehmerTUM hat uns in der Zusammenarbeit im Team mit motivierten und kompetenten Kollegen begeistert und gestärkt.“ Der enorme Zeitdruck, innerhalb von effektiv acht Arbeitstagen zu präsentablen Ergebnissen zu gelangen, stellte eine enorme Herausforderung an die Teilnehmer dar. Dennoch: „Es war möglich, durch Teamarbeit innerhalb einer sehr kurzen Zeit zu akzeptablen und zum Teil sogar hervorragenden Ergebnissen zu kommen” formulierte es ein Teilnehmer am Ende des Seminars.

Dieser interdisziplinäre Ansatz hat gezeigt, dass eine „Außensicht“ zu einem bestimmten Thema unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen zu durchaus interessanten, werthaltigen aber vor allem auch realistischen Perspektiven führen kann. Dies lässt sich eventuell auch auf bisher ungelöste Probleme anwenden, sofern sie nicht überwiegend von fachspezifischem Wissen abhängen.

Für ACTEGA DS war es in jedem Fall eine einmalige Gelegenheit, durch hoch motivierte, angehende Naturwissenschaftler aus einer spezifischen Fragestellung weitgehend vorbehaltlos konkrete Businesskonzepte entwickeln zu lassen. Auch Wilfried Lassek ist überzeugt: „Einige Ansätze sind äußerst interessant und könnten in Zukunft tatsächlich realisiert werden. Unsere Erwartungen an die Spring School sind damit deutlich übertroffen worden. Wir überlegen uns momentan, in welcher Form wir die erarbeiteten Ergebnisse weiter entwickeln können.“

Dr. Peter K. Jenkner