ALTANA

Innovationsverständnis

ALTANA bietet als fokussiertes Unternehmen der Spezialchemie den Kunden hochspezialisierte technische Lösungen in Nischenmärkten an. Aufgrund dieses Geschäftsmodells ist Innovation ein wesentliches Element der Unternehmensstrategie, die sicherstellt, dass ALTANA langfristig wächst und dabei Technologie- und Marktführer bleibt. ALTANA ist daher ein forschungsintensives Unternehmen, was sich darin zeigt, dass 5 - 6 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert werden – rund doppelt soviel wie im Branchendurchschnitt.

Das Innovationsverständnis der ALTANA

Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen investiert ALTANA in die Generierung von Wissen. Das Resultat sind beispielsweise Erfindungen, die ALTANA als geistiges Eigentum durch Patente schützt. Damit wird aber noch kein Geld verdient. Im Gegenteil: Forschung bedeutet zunächst, Geld auszugeben, um Wissen zu generieren.

Im Vergleich zu einer Erfindung oder Invention zeichnet sich hingegen eine Innovation dadurch aus, dass aus dem generierten Wissen ein Wert oder Nutzen für unsere Kunden und für ALTANA geschaffen wird. Bei der Innovation wird also Wissen in Wert oder Nutzen umgewandelt.

Wichtig sind in diesem Kontext zwei weitere Aspekte: Zukünftige Marktbedürfnisse und verfügbare Schlüsseltechnologien. Ein Unternehmen muss wissen, was seine Kunden benötigen – jetzt und in Zukunft. Insofern sind Innovationen marktgetrieben, durch den sogenannten Market Pull. Auf der anderen Seite muss das Unternehmen wissen, welche neuen Schlüsseltechnologien verfügbar sind, mit denen es diese Bedürfnisse möglichst effizient bedienen kann – der Technology Push.

Market Pull: Mit neuen Produkten und erweiterten Kompetenzen in neue Märkte vordringen

Der Anteil vom Gesamtumsatz, der mit neuen Produkten erzielt wird, dient in der Wirtschaftswelt häufig als ein Maß für die Innovationskraft eines Unternehmens. Da die Auffassung darüber, wann ein neues Produkt vorliegt, sehr unterschiedlich sein kann, muss dieses Maß sehr differenziert betrachtet werden.

Es ist wichtig zu wissen, was unter dem Begriff „neues Produkt" verstanden wird: Zeitlich gesehen versteht man in diesem Kontext eine Präsenz auf dem Markt von weniger als fünf Jahren. Ein Produkt selbst kann bereits dann als neu angesehen werden, wenn nur dessen Eigenschaften verändert werden. Der Aufwand, ein neues Produkt zu generieren, ist daher sehr wesentlich von der Art des Produktes abhängig. Es kann deutlich aufwendiger sein, ein neues Lackadditiv zu entwickeln als z. B. einen Lack durch die Zugabe eines neuen Additivs zu verändern. In beiden Fällen liegt ein neues Produkt vor. Die Innovationsleistung eines Additivherstellers und eines Lackherstellers sollte man daher nicht anhand der Umsatzanteile vergleichen, die mit den jeweils neuen Produkten erzielt werden. Dies vorausgeschickt, ist bei ALTANA, je nach Geschäftsbereich, ein Wert zwischen 15 % und 25 % realistisch.

Bislang ist ein großer Teil der Forschungsprojekte mit einem vergleichsweise geringen Risiko verbunden: Das Unternehmen konzentriert sich auf Themen, bei denen es über hohe Kompetenzen verfügt und hinter denen ein attraktiver Markt gesehen wird. Dieses Vorgehen ist sinnvoll und ein sehr wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen Erfolges von ALTANA. Damit sind aber nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Denn nur wer sich mutig in neue Gebiete vorwagt, gewinnt auch einen nachhaltigen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb. Unternehmerischen Chancen stehen dabei in der Regel Risiken gegenüber. Angesichts der zunehmend dynamischen Märkte – insbesondere in Asien – müssen wir uns in neue Territorien vorwagen und verstärkt mit Innovationen aufwarten.

Es geht nicht darum, in völlig neue Geschäftsfelder vorzudringen oder gänzlich andere Geschäftsmodelle anzustreben; ALTANA muss stets nah bei den eigenen Kernkompetenzen agieren. Aber dabei müssen wir noch mutiger in neue Bereiche vorstoßen. Um Risiken gleichzeitig zu minimieren, müssen wir in die Erweiterung der Kernkompetenzen von ALTANA investieren, also Know-how und Erfahrung erwerben. Damit können wir zusätzliche attraktive Märkte erschließen und die Wachstumsziele erreichen, die wir uns vorgenommen haben.

Technology Push: ALTANA setzt auf neue Schlüsseltechnologien

Um zukunftsfähig zu bleiben, d. h. um auch zukünftig die Märkte zu bedienen und die Bedürfnisse unserer Kunden mit den effizientesten Methoden und Technologien erfüllen zu können, befassen wir uns intensiv mit neuen Schlüsseltechnologien wie der Nanotechnologie oder der industriellen Biotechnologie.

Die Nanotechnologie selbst stellt keinen Markt dar. Die Nanotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie, die allen Geschäftsbereichen viele interessante Chancen bei der Erfüllung von neuen und alten Kundenanforderungen eröffnet. Sie kann dazu dienen, die thermische Stabilität von Lacken, ihre Kratzfestigkeit oder Leitfähigkeit zu erhöhen. Doch das ist noch nicht alles, was uns als Unternehmen interessiert.

Wir können nicht nur eigene Produkte mit durch Nanotechnologie verbesserten Eigenschaften anbieten, sondern können unsere Kunden auch bei der Handhabung ihrer eigenen Nanoprodukte unterstützen. Auch das ist ein sehr interessantes Geschäftsfeld. Denn mit unserem Oberflächen- Know-how können wir anderen Herstellern helfen, beispielsweise Rezepturen, die Nanopartikel enthalten, so zu formulieren, dass die Nanopartikel fein verteilt bleiben und sich nicht, wie dies ihrer Neigung entspricht, zu Agglomeraten zusammenfinden.
Auch die industrielle Biotechnologie haben wir als Schlüsseltechnologie gründlich evaluiert und sind dabei, innerhalb des Konzerns eine Plattform dafür aufzubauen. Hier sehen wir viele interessante Möglichkeiten für ALTANA. Wir werden unsere Aktivitäten in diesem Bereich nun gezielt entwickeln.

Mehr als die Summe der Einzelteile: Synergien machen uns stärker - die Zusammenarbeit im Unternehmen

Das im gesamten Unternehmen vorhandene Wissen sinnvoll zu kombinieren und zu nutzen ist ein ganz wesentlicher Faktor für den Erfolg von ALTANA. Wir verfügen über Synergiepotenzial, das wir nutzen wollen und müssen. Ein gutes Beispiel dafür ist der neu entstehende Markt für Polymerelektronik. Bei ausreichendem Geschäftspotenzial können sich gerade auf diesem Gebiet interessante Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mehrerer Geschäftsbereiche ergeben. Um diese Zusammenarbeit zu fördern, haben wir eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Dadurch wollen wir die Innovationskultur und das Innovationsgeschehen im Konzern weiter fördern. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Maßnahmen war die Gründung des ALTANA Innovation Council im Jahr 2008. Dieses Gremium, dem alle CTOs (die für Forschung und Entwicklung verantwortlichen Chief Technology Officers) des ALTANA Konzerns angehören, stellt sicher, dass der gesamte Innovationsprozess bei ALTANA reibungslos funktioniert.
Wir haben beispielsweise einen F & E Fund eingerichtet, mit dem ALTANA gezielt geschäftsbereichsübergreifende Projekte fördert. Mindestens zwei Geschäftsbereiche müssen von einem Projekt tangiert werden, um diese Konzernförderung zu erhalten.

Ein großer Erfolg ist auch die vom ALTANA Innovation Council ausgerichtete ALTANA Innovation Conference jeweils im November eines Jahres. Vorstand und Unternehmensleitung, Forscher, Ingenieure und Anwendungsspezialisten – insgesamt 160 Teilnehmer aus vielen Ländern, in denen die ALTANA aktiv ist – kamen beispielsweise zur 6. ALTANA Innovation Conference zusammen. Wir haben uns an den zwei Tagen nicht nur fachlich ausgetauscht, sondern auch unser persönliches Netzwerk ausgebaut.
Dabei haben wir intensiv über neue Anwendungen, Technologien, sowie Ideen für neue Projekte diskutiert. Mit dem ALTANA Innovation Award, den wir im Rahmen der ALTANA Innovation Conference verleihen, zeichnen wir hervorragende Projekte aus.

"Unser intensiver Informationsaustausch und die enge Kooperation garantieren einen effizienten Know-how- Transfer innerhalb und zwischen den Geschäftsbereichen."
Dr. Peter Jenkner, CTO ACTEGA (links), Dr. Horst Sulzbach, CTO BYK (rechts)

Gemeinsam mit Partnern vorwärts denken: ALTANA nutzt externe Netzwerke

Unsere eigenen Forschungsleistungen, die Nutzung des gemeinsamen Wissens unserer Geschäftsbereiche und die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden stehen im Zentrum der Innovationstätigkeit von ALTANA. Aber wir werden, wo sinnvoll und nützlich, zunehmend mit externen Partnern kooperieren, unter der Voraussetzung, dass wir unser Know-how schützen können. Im Rahmen eines Open Innovation-Ansatzes wird ALTANA stärker als bisher mit Hochschulen, Forschungsinstituten, aber auch mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten. Als weitere Möglichkeit sehen wir den Zukauf von Know-how oder Technologien.

Auch die Möglichkeit, in öffentlich geförderten Verbundprojekten mitzuarbeiten, wird Bestandteil unserer Innovationsstrategie sein. Welchen Weg wir jeweils wählen, hängt ganz von den gestellten Anforderungen und Möglichkeiten ab. Fest steht, dass es immer wichtiger sein wird, in geeigneter Weise von externen Netzwerken und Kooperationen zu profitieren, aber auch einen aktiven Beitrag zu leisten. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass ALTANA mit dem beschriebenen Ansatz gut aufgestellt ist, um die Herausforderungen der Märkte in den nächsten Jahren zu meistern.

"Wir arbeiten bei verwandten Technologieprojekten eng zusammen und tauschen unser Wissen bereichsübergreifend aus." Dr. Jürgen Omeis, ALTANA (links), Dr. Stefan Trummer, ECKART (rechts).

Märkte von morgen

Neben der Pflege und dem Ausbau unserer angestammten Märkte geht es immer darum, neue Nischenmärkte zu entdecken und zu besetzen, denn dadurch wachsen wir nachhaltig und überdurchschnittlich. Und wenn wir mit einem bekannten Produkt einen für uns neuen Markt erschließen – wie BYK dies beispielsweise im Bereich Papier getan hat – oder mit einem neuen Produkt in für ALTANA neue Märkte eindringen – wie im Falle von ECKARTs Inkjet-Tinten mit metallischem Effekt – dann ist auch das gemäß des eingangs beschriebenen Verständnisses von Innovationen eine solche. Nachhaltiges Wachstum entsteht zudem, wenn wir auch den Eintritt in die neu entstehenden Märkte, die Emerging Markets, schaffen. Allerdings geht es hier um einen Zeithorizont von fünf oder mehr Jahren.

Wenn ALTANA auf diesen Feldern erfolgreich sein will, müssen wir schon heute beginnen, die entsprechenden internen und externen Kooperationsnetzwerke zu bilden und Szenarien zu entwickeln, in welchen sich diese Märkte für uns öffnen.
Die bereits erwähnte Polymerelektronik oder Organische Elektronik, bei der elektronische Schaltungen, Bauteile oder ganze elektronische Geräte in kostengünstigen Druckprozessen hergestellt werden, ist ein gutes Beispiel für einen in Zukunft neu entstehenden Markt. Mögliche Anwendungen, in die unsere technischen Lösungen einfließen könnten, wären z.B. flexible Displays, Sensoren, MP3-Player, die in Kleidung integriert sind, oder RFID-Chips, die auf Verpackungen aufgedruckt werden. Japan, Korea und Taiwan werden, wenn es um Anwendungen geht, sicherlich eine Vorreiterrolle spielen. Daher müssen unsere Marktexperten insbesondere in diesen Ländern über das Tagesgeschäft hinaus verstärkt mit unseren Kunden derartige Zukunftsthemen diskutieren.

ALTANA besitzt für alle wichtigen Wachstumsfelder der Zukunft, wie Informations- und Kommunikationstechnologien, Konsumgüter für eine verbesserte Lebensqualität, Sicherheitstechnologien, Mobilität / Transport, Energie, Beeinflussung des Klimas, alternative Rohstoffquellen, Umweltschutz sowie Ressourcenerhaltung, eine gute Ausgangsposition. Daher sind wir sehr zuversichtlich, dass wir durch Innovationen auch zukünftig wesentlich zum Wachstum unseres Unternehmens beitragen können.

Open Innovation bei ALTANA

ALTANA ist Mitglied in diversen Netzwerken für Innovation