ALTANA

Neue Herausforderung für Farbmessung

Seit sie vor 30 Jahren auf den Markt kamen, ist die Beliebtheit von Effektlackierungen ständig gestiegen, nicht nur in der Automobilindustrie.

Eine Lackierung soll nicht nur die Oberfläche schützen, sie ist, gerade bei Automobillacken, auch ein wichtiges Qualitätskriterium. Oft stimmen Karosserie und Anbauteile in der Farbe nicht ganz überein. Eine farblich unbefriedigende Lackierung nach einer Reparatur zieht Reklamationen des Kunden nach sich. Und viele Menschen möchten sich von der Masse abheben und wählen daher einen Wagen mit einer brillanten Lackierung.

Die ersten Effektlackierungen auf dem Markt waren Metalliclackierungen. Im Gegensatz zu den konventionellen Uni-Lackierungen enthalten sie Pigmente in Form von Aluminium-Flakes, die die Farbe - abhängig von der Beleuchtung oder der Position des Betrachters - changieren lassen. Dieser Effekt wird als hell-dunkel Flop bezeichnet, der durch die hauptsächlich flache Anordnung der Flakes im Lack zustande kommt. Der Flop betont gekrümmte Oberflächen, was das Produkt, speziell natürlich einen PKW, noch attraktiver macht.

In den 80er Jahren kamen Perlglanzpigmente auf den Markt. Durch eine andere Art von Flakes haben Perlglanzlacke einen milderen Schimmer als Metalliclacke.

Da die Nachfrage nach Effektlacken ständig steigt, entwickelt die Industrie immer neue Arten von Effektpigmenten. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine neue Generation von Effektlacken auf den Markt gebracht, die starke Farbveränderungen bei unterschiedlichen Beobachtungspositionen aufweisen. So kann die Farbveränderung zum Beispiel von rot nach grün gehen. Diese Farbveränderungen basieren auf verschiedenen physikalischen Phänomenen: wie wird das Licht gebrochen, absorbiert oder reflektiert.

Die visuelle Wahrnehmung von Effektlacken wird nicht nur durch die Farbe beeinflusst, sondern auch durch "Glitzern" und "Körnigkeit". Glitzer sind die vielen winzigen Licht-Pünktchen, die auffallend heller sind als ihre Umgebung oder die sich durch ihre Farbe abheben. Der glitzernde Eindruck ist nur unter einer intensiven, gerichteten Beleuchtung zu erkennen. Körnigkeit bezeichnet den Kontrast, der bei Effektlacken bei diffusen Beleuchtungsverhältnissen als unregelmäßige hell/dunkel Schattierungen erkennbar ist. In anderen Worten, Sie sehen das Glitzern bei direktem Sonnenlicht und Körnigkeit bei bedecktem Himmel.

Konventionelle Mehrwinkel-Farbmessgeräte können diese neuen Effektlackierungen nicht mehr adäquat charakterisieren. Bis jetzt wurden Metalliclackierungen mit einer festen Lichtquelle und Beobachtern mit verschiedenen Winkeln gemessen. Diese Art der Messung gibt aber nicht das wieder, was wir tatsächlich sehen. Unsere visuelle Wahrnehmung wird sowohl durch die Farbe, als auch durch die veränderlichen Effekte bestimmt, wobei es mal mehr oder weniger glitzert oder die Oberfläche feiner oder gröber erscheint.

Schon länger arbeitet BYK-Gardner eng mit Schlüsselkunden, die Automobillacke oder Automobil-Reparaturlacke herstellen, sowie führenden Automobilfirmen zusammen, um einen Weg zu finden, den Gesamteindruck von Effektlacken zu charakterisieren. Diese "Forschungen" waren erfolgreich und das Ergebnis ist ein neues Gerät von BYK-Gardner, der BYK-mac.

BYK-mac

Mit dem neuen BYK-mac ist es möglich, den Gesamteindruck von Effektlacken so zu beschreiben, wie wir ihn auch wahrnehmen. Zusätzlich zu der traditionellen Farbmessung mit 5 Winkeln: 15°/25°/45°/75°/110°, misst das BYK-mac die Farbe "hinter dem Glanz" bei -15°. Das ist notwendig, um den Farbverlauf bei Interferenzpigmenten zu messen. Ebenso misst das Gerät Glitzer und Körnigkeit zur Charakterisierung der Flakes.

 Wir werden unser neues BYK-mac auf der European Coatings Show (8. bis 10. Mai 2007) in Nürnberg vorstellen. Wenn Sie die Messe besuchen, kommen Sie doch an unseren Stand und lassen sich das BYK-mac zeigen!