ALTANA

Die Welt der Zwerge

Ein Begriff elektrisiert die Menschen: Nanotechnologie. Das hört sich nach Zukunft an, nach Aufbruch in eine bessere Welt. Oder zumindest in eine kleinere.

Die Nanowissenschaft beschäftigt sich nämlich mit der Erforschung und dem Einsatz kleinster Teilchen, denn der Name kommt vom griechischen "nanos", das heißt "Zwerg". Ein Nano ist ein millionstel Millimeter, was ungefähr 2.000- mal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Doch was bringt uns diese Miniaturwelt eigentlich? Warum werden so große Hoffnungen in diese Technologie gesetzt? Und hilft sie auch dabei, die Umwelt zu schützen?

Prinzipiell muss man erst einmal wissen, dass, wenn Material auf eine Größe von ein bis einhundert Nanometern verkleinert wird, sich die Materialeigenschaften verändern. Diese Eigenschaften der Nanoteilchen hängen allerdings entscheidend von den verwendeten Materialien ab. Wenn es also wie bei ALTANA um bessere Eigenschaften von Lacken und Kunststoffen geht, dann sind dafür vor allem die eingesetzten Materialien verantwortlich. Sollen Lacke kratzfest und farbecht sein, sich gut verstreichen lassen oder eine Oberfläche härter machen, dann können dafür Materialien wie Quarz, Diamant oder Kieselsäure in Nanogröße verwendet werden.

So lassen sich mit Nanopartikeln z.B. Verschleißfestigkeit, UV-Schutz, Magnetismus, Leitfähigkeit oder Wärme- und Flammschutz beeinflussen. Für ALTANA bedeutet das, funktionsgerechtere oder vollkommen neuartige Produkte herstellen zu können. Trotz der immens hohen Kosten für die Forschung ist ALTANA vom Erfolg und Nutzen des "Zwergentums" überzeugt. "Durch die innovative Technologie können wir in allen Geschäftsfeldern neue Produkte anbieten, die die bestehende Produktpalette sinnvoll ergänzen", sagt Dr. Thomas Sawitowski, Leiter des Nanoprogramms bei ALTANA. "Damit schaffen wir für unsere Kunden einen deutlichen Mehrwert."

Doch nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch bringt die Nanotechnologie Vorteile. Zwar denken die meisten Menschen bei Nano zuerst an den bekannten Lotuseffekt, bei dem sich an einer Oberfläche weder Schmutz noch Flüssigkeiten halten können und die deshalb immer sauber erscheint. Doch dieser Effekt spielt sich gar nicht im Nano- sondern nur im Mikrobereich ab. Trotzdem sind z.B. selbstreinigende Autolacke, die große Mengen an Wasser und Reinigungsmitteln sparen helfen könnten, noch nicht auf dem Markt.

Was es aber bereits zu kaufen gibt, das sind Additive, die die Kratz- und Verschleißfestigkeit von lackierten Oberflächen deutlich verbessern und damit werterhaltend wirken. Es gibt noch zahlreiche andere nachhaltige Einsatzmöglichkeiten für Nanopartikel. So können sie z.B. in Isolierlacken für eine bessere Isolierwirkung sorgen, womit sich der Verbrauch an Drahtlacken verringern ließe, oder lackierte Holzfußböden werden gegen starke mechanische Beanspruchung geschützt.

Neue Technologien werden in der Öffentlichkeit in der Regel erst einmal kritisch gesehen und über die Risiken, die mit der Nanotechnologie verbunden sind, wird öffentlich diskutiert. "Wir beobachten die Diskussion sehr genau, um frühzeitig auf mögliche Risiken und Gefahren zu reagieren", sagt Dr. Sawitowski. ALTANA ist sich seiner Verantwortung bezüglich Produktsicherheit für Mensch und Umwelt durchaus bewusst. Zusammen mit dem amerikanischen Nanopartikelspezialisten Nanophase Technologies, mit dem ALTANA vor drei Jahren eine Partnerschaft eingegangen ist, werden Prozesse und Verfahren entwickelt, die den Mitarbeitern und Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit bieten.